Sharp feiert mehr als 100 Jahre Unternehmensgeschichte und blickt auf zahlreiche technische Premieren zurück. Die Entwicklung reicht von mechanischer Feinwerktechnik bis zu vernetzten Audio- und Unterhaltungslösungen.
Von mechanischen Stiften zu mobilen Fernsehern
Der Grundstein für Sharps Innovationskultur wurde 1915 gelegt. Firmengründer Tokuji Hayakawa entwickelte im Alter von 21 Jahren den mechanischen „Ever Ready Sharp Pencil“, der später zum Namensgeber des Unternehmens wurde. Der Stift galt als kreatives Meisterstück und stand für den Anspruch, Produkte zu bauen, die es zuvor nicht gab.
Hayakawa entwarf insgesamt 36 Varianten dieser Stifte. Sie verfügten über zusätzliche Funktionen wie Schere, Kalender, Kompass oder Thermometer. Diese Vielseitigkeit erinnert an Werkzeuge und Apps moderner Smartphones und zeigt, wie früh Sharp an multifunktionale Alltagsbegleiter dachte.
Ende der 1950er-Jahre reagierte Sharp auf Wirtschaftswachstum und steigende Mobilität. Das Unternehmen konzentrierte sich auf tragbare Unterhaltungselektronik und veränderte damit den Markt. 1960 brachte Sharp den Transistor-Fernseher „TRP801“ auf den Markt. Das Gerät besaß eine wiederaufladbare Batterie, die mehr als drei Stunden Fernsehen ohne externe Stromquelle ermöglichte. Sein geringes Gewicht und ein 8,5-Zoll-Bildschirm machten den Fernseher für den Einsatz unterwegs interessant. Das zweifarbige Design mit rotem Metallgehäuse sollte Dynamik und Entdeckergeist der Zeit widerspiegeln. Bereits ein Jahr zuvor hatte Sharp mit dem tragbaren Transistorradio „Tranket“ ein Produkt vorgestellt, das in das gleiche Konzept- und Designumfeld fiel.
2006 wurde die Idee der mobilen Unterhaltung ins digitale Zeitalter übertragen. Mit dem „AQUOS“-Mobiltelefon führte Sharp ein Gerät ein, dessen Display sich um 90 Grad drehen ließ. So konnten Nutzer:innen unterwegs bequem digitales Fernsehen im sogenannten „One-Segment“-Format sehen. Das Mobiltelefon wurde damit zum mobilen Multimedia-Gerät.
Taschenrechner, Barrierefreiheit und Design
Ein weiteres wichtiges Kapitel der Unternehmensgeschichte ist die Entwicklung von Rechenmaschinen. 1964 präsentierte Sharp mit dem „CS-10A“ den weltweit ersten reinen Transistor-Dioden-Rechner in der Größe einer Registrierkasse. 1973 folgte der „EL-805“, der erste elektronische Taschenrechner mit LCD-Anzeige und COS-Technologie. Das Gerät lief mit nur einer AA-Batterie rund 100 Stunden.
1979 führte Sharp den extrem flachen Kartenrechner „EL-8152“ ein. Mit einer Dicke von 1,6 Millimetern wurde er in die ständige Sammlung des Museum of Modern Art in New York aufgenommen. Parallel zur Miniaturisierung legte Sharp Wert auf Inklusion. 1980 kam der weltweit erste sprechende Taschenrechner auf den Markt. Das Gerät las Eingaben und Ergebnisse per Sprachsynthese vor und erleichterte Menschen mit Sehbehinderungen den Zugang zur Technik. Dieses Engagement knüpft an das soziale Pflichtverständnis von Firmengründer Hayakawa an, der sich für Wohlfahrts- und Inklusionsprojekte einsetzte.
1987 erhielt der Taschenrechner zudem eine emotionale Komponente. Das Modell „SPARKY“ setzte auf leuchtende Farben, einen Schiebemechanismus und ein an Origami erinnerndes Design, das Spaß an der Nutzung vermitteln sollte.
Audiohistorie und Rückkehr zum Plattenspieler
Auch im Audiobereich setzte Sharp Akzente. 1999 stellte das Unternehmen den 1-Bit-Verstärker „SM-SX100“ vor. Er basierte auf Delta-Sigma-Modulation und erfasste Audiosignale 2,8 Millionen Mal pro Sekunde. Ziel war eine möglichst natürliche Klangwiedergabe trotz digitaler Signalverarbeitung. Der Verstärker gilt als markanter Punkt in der langen Tradition von Audioprodukten bei Sharp.
Früher waren Plattenspieler häufig als Möbelstücke gestaltet, etwa die Frontlader-Modelle im Holzgehäuse von Sharp. Sie verbanden Klangwiedergabe mit Wohnästhetik, das Hören von Schallplatten galt als Ritual. Daran knüpft heute der automatische Plattenspieler „RP-TT100“ an. Sharp will damit die klassische Vinylkultur neu beleben und das Musikhören im Wohnzimmer als bewusstes Erlebnis positionieren.
Mehr Produkte aus über 100 Jahren Sharp-Geschichte stellt das Unternehmen online vor. Bildmaterial lässt sich über den Hersteller herunterladen, Presseanfragen laufen über die betreuende Agentur. Sharp betont weiterhin das Ziel, Technik am Bedarf der Menschen auszurichten und Produkte zu entwickeln, die den Alltag bereichern, barriereärmer machen und emotionale Bindungen schaffen.
Die Sharp Corporation beschäftigt weltweit 40.123 Mitarbeitende (Stand: 31. März 2025) und erzielte im Geschäftsjahr bis 31. März 2025 einen konsolidierten Umsatz von 2.160.146 Millionen Yen.
