Mit Artemis II fliegen erstmals iPhones offiziell mit einer NASA-Crew zum Mond – allerdings nur als persönliches Werkzeug der Astronaut:innen. In die Systeme des Raumschiffs sind sie nicht eingebunden.
Artemis II ist der erste bemannte Tiefraumflug der NASA, bei dem eine neue Richtlinie zu persönlicher Elektronik greift. Die Mission schickt vier Astronaut:innen für einen zehntägigen Vorbeiflug am Mond an Bord von Orion los, um die Systeme für kommende Flüge zu erproben.
Kurz vor dem Start lockerte die NASA im Februar 2026 ihre jahrzehntelange Beschränkung auf private Unterhaltungselektronik bei bemannten Einsätzen. Seitdem sind persönliche Smartphones wie das iPhone an Bord erlaubt. Damit ändert sich der Umgang mit Alltagsgeräten, nicht aber die grundlegende Missionsarchitektur.
Die iPhones reisen als persönliche Hilfsmittel mit, etwa für Fotos und Videos. Sie sind nicht als offizieller Bestandteil der Raumfahrzeugsysteme zertifiziert und übernehmen keine sicherheitskritischen Aufgaben.
Offene Mobilfunkverbindungen kommen im All nicht zum Einsatz. Alle Daten von Geräten wie iPhones laufen über die Kommunikationseinrichtungen von Orion und werden von dort zur Erde übertragen. Die Telefone funken also nicht direkt zu Boden.
Die iPhones können an Bord mit dem internen WLAN arbeiten und lokale Aufgaben übernehmen, etwa Aufnahmen erstellen oder mit anderen Systemen an Bord interagieren. Die Stabilität der Verbindung und die Übertragung zur Erde stellt aber das NASA-Netzwerk sicher.
Berichte über iPhones in den orangefarbenen Orion-Überlebensanzügen der Crew beziehen sich auf deren Aufbewahrung, nicht auf eine technische Integration. Die Anzüge verfügen über Staufächer, in denen sich kleine Geräte während Start und Wiedereintritt praktisch unterbringen lassen. Es gibt keine Verbindung zwischen dem Smartphone und den Systemen des Anzugs.
Für Navigation, Kommunikation und Bildgebung verlässt sich Orion weiterhin ausschließlich auf zertifizierte Avionik, Raumfahrtkameras und Kommunikationsanlagen. Diese sind dafür ausgelegt, Strahlung, extreme Temperaturen und den Langzeitbetrieb im All zu überstehen – Anforderungen, die handelsübliche Smartphones nicht erfüllen müssen.
Die neue Smartphone-Richtlinie der NASA orientiert sich an der Praxis im kommerziellen Raumflug, wo private Technik bereits in begrenztem Umfang genutzt wird. Artemis II zeigt, dass die NASA hier mehr Flexibilität zulässt, ohne von ihren sicherheitskritischen Standards abzuweichen.
Unklar bleibt, welche iPhone-Modelle konkret an Bord sind. In Aufnahmen der Startvorbereitungen ist ein Gerät zu sehen, das wie ein iPhone-Pro-Modell wirkt, doch offizielle Angaben zur Hardware gibt es nicht.
Ebenso wenig bestätigt ist eine Partnerschaft zwischen NASA und Apple. Es gibt keine Hinweise auf eine abgestimmte Marketingkampagne rund um Artemis II. Apple hebt zwar häufig besondere Einsatzszenarien seiner Kameras hervor, doch im Fall dieser Mondmission liegen dazu bisher keine Ankündigungen vor.
Via: https://appleinsider.com
Titelbild: Nasa
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