Apple muss seine Pläne für ein preiswerteres Mixed-Reality-Headset offenbar auf Eis legen. Grund ist das Aus eines wichtigen Zulieferteils, das Samsung nun nicht mehr entwickelt.
Nach aktuellen Medienberichten hat Apple sich beim Projekt Vision Air zurückgezogen. Ursprünglich war das Headset als günstige Alternative zur hochpreisigen Vision-Pro-Reihe geplant. Auch ein grober Zeitplan war bereits im Gespräch: Marktstart 2027. Nun hat Samsung die Entwicklung eines zentralen Bauteils, eines sogenannten G-VR-Displays, eingestellt. Es ist davon auszugehen, dass Apple dafür verantwortlich ist und Samsung zur Einstellung der Arbeiten aufgefordert hat.
Der südkoreanische Technikkonzern hatte Ende 2024 die Produktion einer neuen Display-Technologie aufgenommen. Das G-VR-Display basiert auf einer Micro-OLED-Lösung auf Glas statt auf dem teureren Siliziumsubstrat. Ziel war, die Produktionskosten des Vision Air deutlich zu senken. So sollte Nutzer:innen ein erschwinglicheres Mixed-Reality-Erlebnis in einem Apple-Produkt geboten werden. Mit der Entscheidung zum Entwicklungsstopp dürfte ein Marktstart des Vision Air in absehbarer Zeit nicht mehr realistisch sein.
Gründe für die Entscheidung hat Apple bisher nicht öffentlich genannt. Es gibt Hinweise darauf, dass sich das Unternehmen verstärkt auf die Entwicklung eigener Smarten Brillen konzentriert. Deren erste Generation soll voraussichtlich schon 2026 erscheinen, allerdings ohne Augmented-Reality-Display. Laut aktuellen Berichten ist eine verbesserte Version mit AR-Unterstützung für 2027 in Planung. Ressourcen, die für das Vision Air vorgesehen waren, fließen nun offenbar in die beschleunigte Markteinführung der Smart Brille.
Branchenbeobachter wie Mark Gurman von Bloomberg weisen darauf hin, dass die Vision-Pro-Modelle mit ihrem hohen Gewicht und Preis 3.699 Euro ohnehin nur schwer Käufer:innen überzeugen. Zugleich fehle es der Serie an neuen Funktionen, die für einen echten Durchbruch am Markt sorgen könnten. Apple könnte darin die Ursache sehen, dass der Markt für AR-Headsets noch zu klein für eine weitere Premium-Lösung ist. Die neue strategische Ausrichtung auf leichtere, alltagstauglichere Produkte könnte das größere Marktpotenzial erschließen, ähnlich wie bei der weiten Verbreitung von Smartphones.
Via: https://wccftech.com
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