Credit: Ben Geskin (@VenyaGeskin1) via Twitter
Rund um Apple kursieren wieder Gerüchte über ein besonderes Jubiläums-iPhone. Gleichzeitig zeigt sich, wie sehr der Blick auf das „Nächste“ die Wahrnehmung des „Neuen“ überlagert.
Apple arbeitet möglicherweise an einem weitgehend gläsernen iPhone zum 20. Jubiläum. Dieses seit Langem kolportierte Liebhaberprojekt soll das iPhone nicht komplett transparent machen, aber Glasflächen vorne und hinten deutlich ausdehnen. Die Glasfront und -rückseite würden sich dabei fast um einen deutlich schmaleren Metallrahmen herum treffen.
Ob dieses Gerät tatsächlich existiert, bleibt unklar. Je nach Perspektive wirkt es wie ein Zaubertrick, bei dem ein Kaninchen im Geheimfach des Hutes verschwindet und nur durch Willenskraft oder Alchemie sichtbar wird.
Unstrittig ist hingegen: Das iPhone feiert 20 Jahre, gerechnet ab dem 9. Januar 2007. An diesem Tag hielt Apple-Gründer und -Chef Steve Jobs das erste iPhone auf der Macworld in San Francisco in die Höhe. Dass der Verkauf erst ein halbes Jahr später startete, dürfte Apple kaum davon abhalten, das Jubiläum intern wie extern zu begehen – möglicherweise eben auch mit einem besonders gläsernen iPhone.
Auf der einen Seite steht ein Analyst, der berichtet, Apple habe die Pläne für das Jubiläumsgerät wegen schlechter Fertigungsausbeute verworfen. Auf der anderen Seite behauptet der meist gut informierte Bloomberg-Reporter Mark Gurman, das Glas-iPhone liege im Plan. Dazwischen steht die Realität eines Geräts, das physikalische Grenzen auslotet und mehr Glas als Metall verspricht.
Es ist daher plausibel, dass Apple letztlich ein spannendes, aber dennoch praktisches Jubiläumsmodell präsentiert, möglicherweise außerhalb des üblichen Takts Mitte 2027. Sollte das Design besonders anspruchsvoll sein, könnte es in begrenzter Stückzahl erscheinen, zu einem Preis wie ein Museumsstück, und von den wenigen Apple-Enthusiast:innen, die eines ergattern, kaum im Alltag genutzt werden.
Diese ganze Geschichte führt zu einer anderen Erkenntnis: Worüber reden wir hier eigentlich? Die Diskussion über ein 20-Jahre-iPhone flammt nur wenige Wochen vor der Vorstellung der iPhone-18-Reihe und des lange erwarteten faltbaren iPhone beziehungsweise iPhone Ultra wieder auf. Das ist ein bedeutender Moment, zumal das flexible Gerät nicht mehr von Langzeit-Chef Tim Cook präsentiert wird, sondern von John Ternus, der offiziell zum 1. September übernimmt. Für Apple und die Branche ist das ein wichtiger Einschnitt.
Trotzdem kreist vieles weiter um die Frage: „Was kommt danach?“ Diese Fixierung betrifft zwar viele Tech-Unternehmen, doch kaum eines erlebt so unstillbare Neugier wie Apple seit dem ersten iPhone. Die Gerüchteküche hat sich in Teilen überhaupt erst entwickelt, um Leaks und Spekulationen rund um Apple zu tragen, besonders beim iPhone.
Diese Haltung ist nicht neu. Schon 2007 diskutierten Berichte, ob das nächste iPhone einen Intel-Chip bekommen könnte, und Beiträge über mögliche Namensänderungen wie „iPhone 2G“ machten die Runde. Videos analysierten künftige Designs und sogar ein nie erschienenes „iPhone Nano“.
Apple dürfte die Aufmerksamkeit grundsätzlich nicht stören, solange Leaks keine Gesetze brechen oder eindeutig gestohlene Informationen verbreiten. Für die Teams, die an aktuellen Produkten arbeiten, ist es aber vermutlich frustrierend. Es ist, als würdet Ihr an einem großen Projekt sitzen und Eure Kund:innen fragen ständig nur nach der übernächsten Version.
Diese Fixierung auf das nächste Produkt erzeugt inzwischen eine Art Störgeräusch. Fachleute widersprechen sich selbst bei grundlegenden Fragen zur ungewissen Zukunft, und Apple wird diese Spekulationen naturgemäß nicht kommentieren. Die Informationen sind so unterschiedlich, dass sie praktisch unbrauchbar werden, auch wenn Märkte sich trotzdem daran orientieren.
Inzwischen wird sogar schon über ein iPhone Ultra 2 und Ultra 3 spekuliert, bevor das erste faltbare Modell überhaupt erscheint. Angeblich seien die zweite und dritte Generation bereits beschlossen. Daraus ließe sich scherzhaft ableiten, dass Informationsvakuum mit der Zeit immer schwerer wird – auch wenn ein physikalisches Vakuum natürlich keine Masse hat.
Die Frage ist, wem das nützt. Nutzer:innen kämpfen oft noch damit, ihre aktuellen Geräte und neu eingeführte Hardware wirklich zu verstehen. Gespräche über eine ferne, teils unwahrscheinliche Zukunft verwirren eher und frustrieren möglicherweise.
Vielleicht wäre es sinnvoller, sich auf das „Was ist neu?“ zu konzentrieren und nicht sofort auf das „Was kommt als Nächstes?“, zumindest bis klar ist, welche Auswirkungen eine neue Gerätegeneration hat. Wie wird sich das faltbare iPhone, egal ob es Ultra heißt oder nicht, tatsächlich schlagen? Es tritt in einen Markt ein, der schon vom etablierten Samsung Galaxy Z8 und besonders dem ungewöhnlichen Galaxy Z Fold 8 geprägt ist.
Samsung ist zwar populär, steht aber längst nicht unter derselben dauerhaften Gerüchtenspirale. Gerüchte zur nächsten Galaxy-Generation konzentrieren sich meist auf das unmittelbar bevorstehende Modell, nicht auf Geräte, die noch zwei oder mehr Jahre entfernt sind.
Die nächste iPhone-Generation wird spannend genug. Alles, was darüber hinausgeht, muss für den Moment vielleicht gar nicht mehr sein – für Euch und möglicherweise auch für Apple.
Via: https://www.techradar.com
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