Umwelt via Apple Pressemitteilung https://www.apple.com/de/newsroom/2021/10/apple-charges-forward-to-2030-carbon-neutral-goal-adding-9-gigawatts-of-clean-power-and-doubling-supplier-commitments/
Mehr als 60 große Unternehmen, darunter Apple und Amazon, sprechen sich gegen strengere Vorgaben beim Bericht über Treibhausgas-Emissionen aus. Sie wollen neue Regeln nur als freiwillige Empfehlung, nicht als Pflicht.
Das Treibhausgas-Protokoll ist ein international weit verbreiteter Umweltstandard zur Messung und Berichterstattung von Emissionen. Die Organisation prüft derzeit Änderungen, die bestimmte Emissionsarten anders erfassen und melden lassen würden.
Befürworter:innen der Anpassungen argumentieren, dass die aktuellen Regeln es Unternehmen zu leicht machen, ihre Klimaschutzbemühungen besser darzustellen, als sie tatsächlich sind. Dazu zählen etwa Angaben, vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben zu werden oder glaubwürdige Fortschritte in Richtung Netto-Null-Emissionen zu machen.
Die geplanten Leitlinien sollen diese Darstellung strenger regulieren und für mehr Transparenz sorgen. Dabei geht es insbesondere um die Frage, wie Unternehmen den Einsatz von Ökostrom und entsprechende Zertifikate in ihrer Klimabilanz anrechnen dürfen.
Mehrere große Technologiekonzerne haben sich nun öffentlich gegen die geplanten Verschärfungen positioniert. In einer gemeinsamen Erklärung fordern sie, dass die neuen Vorgaben optional bleiben und nicht verpflichtend eingeführt werden.
Nach Angaben von Bloomberg gehören Apple und Amazon zu den mehr als 60 Unternehmen, die das Schreiben unterzeichnet haben. Die Unterzeichner:innen argumentieren, dass die vorgeschlagenen neuen Regeln Investitionen in Nachhaltigkeitsprogramme verringern könnten. Außerdem warnen sie vor steigenden Strompreisen als Folge der strengeren Anforderungen.
Die gemeinsame Stellungnahme richtet sich explizit gegen einzelne Elemente der neuen Leitlinien, nicht gegen das Treibhausgas-Protokoll insgesamt. Dennoch zeigt der Schritt, wie stark große Konzerne versuchen, Einfluss auf die weitere Ausgestaltung der Berichtsstandards zu nehmen.
Das Treibhausgas-Protokoll teilt Emissionen in drei Bereiche ein, um die Klimawirkung von Unternehmen besser vergleichbar zu machen. Emissionen nach Geltungsbereich 1 umfassen Quellen, die ein Unternehmen direkt besitzt oder kontrolliert.
Geltungsbereich 2 erfasst, wie Unternehmen Emissionen aus eingekaufter oder bezogener Elektrizität, Dampf, Wärme und Kälte messen. Geltungsbereich 3 bildet schließlich alle weiteren Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Unternehmens ab.
Die aktuell diskutierten Änderungen betreffen vor allem die Leitlinien für Geltungsbereich 2. Demnach sollen strengere Vorgaben gelten, wie Unternehmen Herkunftsnachweise oder Zertifikate für erneuerbare Energien nutzen dürfen, um ihre Stromemissionen auszugleichen.
Bislang können Firmen solche Zertifikate grundsätzlich jederzeit im Jahresverlauf erwerben, um ihren Stromverbrauch bilanziell zu „grünem“ Strom zu machen. Künftig müssten sie saubere Energie jedoch geografisch nahe und zeitgleich zu ihrem tatsächlichen Netzstrombezug beschaffen.
Damit würde die einfache Kompensation über Zertifikate deutlich eingeschränkt. Laut Treibhausgas-Protokoll könnten beschlossene Änderungen bereits im nächsten Jahr in Kraft treten.
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