Alphabet ist an der Börse aktuell mehr wert als Apple – zum ersten Mal seit Jahren. Der Zeitpunkt wirft Fragen nach der zukünftigen Rolle von Apple im Tech-Markt auf.
Alphabet überholt Apple beim Börsenwert
Alphabets Marktkapitalisierung lag am Mittwoch zum Handelsschluss bei 3,88 Billionen US‑Dollar (rund 3,55 Billionen Euro) und damit knapp über Apples 3,84 Billionen US‑Dollar (rund 3,52 Billionen Euro). Laut CNBC ist das das erste Mal seit 2019, dass Alphabet Apple in dieser Kennzahl überholt. Die beiden Konzerne stehen dabei nicht in einem direkten Zweikampf, wie es an der Börse manchmal wirkt.
Börsenhandel ist nicht vergleichbar mit zwei Trinkgeldgläsern im Café, beschriftet mit prominenten Namen, in die Ihr Münzen werft. Trotzdem lässt sich die symbolische Wirkung dieser Verschiebung kaum ignorieren. Apple galt lange als das wertvollste und oft auch mächtigste Unternehmen der Tech-Branche. Nun zeigt sich an der Marktkapitalisierung, dass Investor:innen aktuell Alphabet mehr zutrauen.
Apple setzt auf bekannte Produkte – mit wenigen Überraschungen
Die Entwicklung fällt in eine Phase, in der Apple eher planbar agiert. Der Konzern steht kurz davor, wieder eine ganze Reihe neuer iPhones auf den Markt zu bringen. Dazu gehört Berichten zufolge auch ein lange erwartetes faltbares iPhone, das – sollte sich die jüngst durchgesickerte Informationslage bestätigen – die seit Jahren bestehenden Erwartungen erfüllen oder leicht übertreffen könnte.
Wer 2026 große Überraschungen von Apple erwartet, könnte allerdings enttäuscht werden. Statt spektakulärer Neuprodukte stehen eher Aktualisierungen bekannter Geräte im Raum. So soll es eine überarbeitete Smart-Home-Zentrale namens HomePad geben, außerdem eine zweite Generation des AirTag-Trackers. Apple konzentriert sich damit einmal mehr auf physische Produkte, die Nutzer:innen direkt kaufen und im Alltag verwenden.
Alphabet profitiert von Wagnissen in KI und Mobilität
Während Apple auf etablierte Hardware setzt, sorgt Alphabet in anderen Bereichen für Schlagzeilen. Der Konzern hat OpenAI im Rennen um führende KI-Modelle überraschend stark unter Druck gesetzt. Auf der Mobilitätsseite erregte Alphabet viel Aufmerksamkeit, indem das Unternehmen San Francisco mit nicht einsatzbereiten Waymo-Robotaxis füllte. Die selbstfahrenden Taxis standen wegen Störungen im Fokus, aber der öffentliche Effekt war deutlich spürbar.
Solche Projekte sind in der öffentlichen Wahrnehmung nicht unbedingt beliebt. Dennoch folgt Alphabet einer Strategie, die stark auf spekulative und riskante Technologien setzt, deren Nutzen für viele Menschen noch unklar ist. Gleichzeitig wirkt Apple, das für gut bekannte physische Produkte steht, in diesem Umfeld fast wie ein Außenseiter. Das gilt insbesondere, wenn Investor:innen derzeit Firmen bevorzugen, die auf Zukunftswetten wie fortschrittliche KI und autonome Mobilität setzen.
Dass Anleger:innen momentan stärker auf Alphabet als auf Apple setzen, überrascht daher wenig. Beruhigend ist diese Entwicklung allerdings nicht unbedingt – weder für die Branche noch für diejenigen, die auf stabilere Geschäftsmodelle hoffen.
Via: https://gizmodo.com
Titelbild: Screenshot
