Apple wird die automatische Synchronisation von WLAN-Netzwerken zwischen iPhone und Apple Watch für Nutzer:innen in der EU deaktivieren. Die Änderung hängt direkt mit neuen gesetzlichen Vorgaben der EU zum Thema Interoperabilität zusammen.
Hintergrund der Entscheidung
Mit einer kommenden Version von iOS 26 wird Apple die Möglichkeit, WLAN-Zugangsdaten von einem iPhone auf eine gekoppelte Apple Watch zu übertragen, für alle Nutzer:innen in der Europäischen Union abschalten. Bisher konnte die Watch automatisch mit bekannten WLAN-Hotspots verbunden werden, wenn sie außerhalb der Bluetooth-Reichweite des iPhones funktionierte. Laut einem Bericht der französischen Publikation Numerama hatte Apple sich dazu entschieden, um Auflagen der EU zu umgehen, die ansonsten den Zugang von Drittanbietern zur WLAN-Hardware des iPhones bis Ende 2025 verlangt hätte.
Die EU plant neue Regeln zur Interoperabilität von Geräten, die bereits im Dezember 2024 vorgestellt wurden. Apple hat sich mehrfach gegen diese Vorgaben ausgesprochen. Das Unternehmen sieht die Offenlegung sensibler Hardwareschnittstellen als Risiko für Datenschutz und Sicherheit der eigenen Nutzer:innen. Apple argumentiert, dass konkurrierende Unternehmen vollen Zugriff auf persönliche Daten wie Benachrichtigungsinhalte oder die komplette Liste gespeicherter WLAN-Netzwerke verlangen könnten. Laut Apple könnte dies die Privatsphäre der Nutzer:innen beeinträchtigen, weil auch Dritte diese Daten erhalten würden, die Apple selbst nicht einsehen kann.
Apple weicht Regulierung erneut – diesmal ohne Kompromiss
Im Gegensatz zu bisherigen EU-Anforderungen – wie der Öffnung alternativer App-Marktplätze durch iOS 17.4 – hat Apple diesmal keine alternative Lösung angeboten. Statt das WLAN-Hardwaremodul des iPhones zu öffnen oder Drittanbieter zuzulassen, wird das Feature abgeschaltet. Künftig müssen Nutzer:innen ihre Apple Watch manuell mit WLAN-Netzen verbinden, sofern das gekoppelte iPhone außer Reichweite ist. Die Funktion verschwindet ausschließlich in der Europäischen Union – außerhalb der EU bleibt die bekannte Synchronisation erhalten.
Apple unterstreicht, dass dieser Schritt zum Schutz sensibler Daten erfolgt. In einem offiziellen Statement gegenüber AppleInsider betonte ein:e Unternehmenssprecher:in im Juni 2025, dass die EU-Forderungen „datenhungrigen Unternehmen sensible Informationen übergeben“ würden, was aus Apples Sicht ein großes Risiko für Datenschutz und Sicherheit darstellt. Apple sieht die technischen Anforderungen der EU als nicht praktikabel und warnt vor negativen Effekten für Innovation und Nutzer:innensicherheit.
Was ändert sich für Nutzer:innen?
Für die meisten Nutzer:innen dürfte der Wegfall der WLAN-Synchronisation keine weitreichenden Auswirkungen im Alltag haben. Dennoch bedeutet die Anpassung, dass ihr eure Apple Watch in Zukunft häufiger manuell mit WLAN-Netzen verbinden müsst, wenn diese nicht über das iPhone synchronisiert werden können. Dies betrifft vor allem Situationen, in denen ihr euer iPhone nicht in Reichweite habt, etwa beim Training oder unterwegs mit der Watch allein.
Abschließend bleibt festzuhalten: Die Entscheidung Apples ist eine direkte Reaktion auf die neuen Regulierungen der EU. Das Ziel dabei ist laut Apple, die Privatsphäre und Sicherheit der Nutzer:innen zu gewährleisten – auch, wenn dadurch ein Komfort-Feature verschwindet. Wann genau das Update mit der Änderung ausgerollt wird, steht noch nicht fest; ihr solltet diesen Schritt allerdings im Blick behalten, wenn ihr oft mit eurer Watch unterwegs seid.
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Mehr InformationenVia: https://appleinsider.com
Titelbild: KI (Zur Illustration)