Editor's Podcast

ATEP237 Gesichtserkennung – Spiele mit Augenbrauen steuern



Vor kurzem sorgte das iOS Spiel Rainbows für Aufsehen. Der simple Titel machte vor allem durch seine Steuerung auf sich aufmerksam – der erste Titel, der mit den Augenbrauen gesteuert werden kann. Schnell wird klar, dass die Entwickler hier auf die Gesichtserkennung des iPhone X setzen, die gleiche Technologie, die Face ID oder den Animojis zugrunde liegt. 

Zugegeben, Rainbows ist nur ein simples Spiel für zwischendurch – die Steuerung konnte mich aber mehr oder minder begeistern. Der Titel erklärt das Handling anhand von Emojis, je nach Gesichtsausdruck wird die Figur auf dem Display bewegt. Nicht die idealste Form der Steuerung – aber eine interessante Machbarkeitsstudie, die mich länger beschäftigte als ich zugeben wollte.

Gesichtserkennung Pro

Es macht wenig Sinn, Anwendungen mit den Augenbrauen zu steuern, während der Nutzer unmittelbar auf das Display blickt – normalerweise. Leider gibt es auch Nutzer, die sich auf alternative Bedienmöglichkeiten bzw. Bedienhilfen verlassen müssen. Körperliche Einschränkungen zwingen viele Nutzer zu anderen Bedienkonzepten. Rainbows zeigt, dass die Gesichtserkennung hier ein Ansatz sein könnte. Ich bin gespannt, wie Apple iOS diesbezüglich selbst weiterentwickeln wird, eine Steuerung mit Hilfe der Gesichtserkennung würde mich aber nicht allzu sehr wundern.

Gesichtserkennung Kontra

Wo Licht, da auch Schatten – so auch bei der Gesichtserkennung. Bereits zum Start von FaceID bewiesen meiner Meinung nach viele Magazine, dass die Technologie an sich nicht korrekt verstanden wurde. Auch Edward Snowden hatte Kritik an dem System – ging hier aber weiter und äußerte einige berechtigte Bedenken. Das Problem sei nicht Apple, das Problem seien Dritthersteller, die die neuen Daten wie immer teuer verkaufen könnten oder den Nutzer noch näher analysieren.

Ich habe wenig Probleme damit, wenn Rainbows mein Gesicht auswertet. Möchte ich dies nicht, muss ich das Spiel auch nicht laden. Dass der Titel mein Gesicht auswertet, ist mehr als offensichtlich und klar. Ganz anders sehe ich dies bei Apps, die Werbung ausspielen oder über die ich einkaufen kann, ohne die üblichen Platzhirsche hier jetzt direkt nennen zu wollen.

Moderne Gesichtserkennung ist ein zweischneidiges Schwert. Menschen mit Einschränkungen könnten damit neue und bessere Assistenzsysteme erhalten – ein positiver Schritt. Bleibt auf der anderen Seite aber wieder die Werbeindustrie, die hier den Nutzer im wahrsten Sinne des Wortes noch besser vermessen kann. Dennoch freue ich mich über den technologischen Fortschritt und habe damit auch echt wenig Bedenken. Die Technologie an sich ist nicht schadhaft, maximal deren Nutzung. Diese werden die Hersteller von Hardware reglementieren müssen.



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