Editor's Podcast

ATEP024 SE – MacBook Pro 2018 ausprobiert



Der Apfeltalk Editor’s Podcast SE startet wieder nach der Sommerpause – leider müsst ihr aber mit Jan alleine vorliebnehmen. Michael ist im September bei diversen Messen eingespannt, dementsprechend bestreitet Jan den Podcast diesen Monat alleine. Dennoch müsst ihr nicht auf unsere längeren SE Folgen verzichten, wir kümmern uns auch so ausführlicher um aktuelle Themen. Wir sprechen heute über das MacBook Pro 2018.

Beginnen wir mit dem Thema des Sommers – im Hinblick auf Hardware. Apple hat überraschend, ohne Event, im Juli das MacBook Pro 2018 vorgestellt. Während das Design gleich blieb, hat sich bei den inneren Werten einiges getan. Jan hat zugeschlagen und berichtet euch von seinen Erfahrungen mit der neuen Hardware.

Mehr von allem – neue Prozessoren, mehr Arbeitsspeicher

Endlich gibt es auch Mac-Hardware mit aktuellen Intel-Prozessoren. Während die Konkurrenz diese bereits seit Anfang des Jahres verbaut, mussten wir bei Apple einige Zeit warten. Diesmal ist das besonder schwer – dank neuer Technik gibt es deutlich mehr Leistung bei gleichbleibender Akkulaufzeit. Die neuen Prozessordesigns ermöglichen vier Kerne in kleineren Notebooks, größere Notebooks können hingegen mit bis zu sechs Kernen ausgeliefert werden.

Apple folgt genau dieser Logik – das 13-Zoll-Modell wird jetzt mit Vier-Kern-Prozessoren angeboten, das 15-Zoll-Modell mit sechs Kernen. Das ist auch der neue Standard innerhalb der Produktlinie. Beim größeren MacBook Pro kann via BTO auch der neue i9 Prozessor verbaut werden, er verspricht potentiell die größte Leistung. Leider wurde der Release von einem Heatgate überschattet. Der i9 Prozessor überhitzte sehr schnell und wurde daraufhin gedrosselt. Damit sank die Leistung unter den Grundtakt. Apple behob den Fehler rasch mit einem Software-Update. Ein Wunsch, der lange bestand: Zumindest das 15-Zoll-Modell kann jetzt auch mit 32 GB RAM ausgerüstet werden.

Besseres Display

Hier gibt es Verbesserungen bei der Technik – das MacBook Pro mit Touch Bar erhält erstmals ein True Tone Display. Ähnlich wie beim iPhone setzt die Technik auf einen automatischen Farbableich. Die Technik kann auch auf externen Displays eingesetzt werden – sofern der Displaydeckel geöffnet ist. Eine Verbesserung bei der Auflösung gibt es nicht.

Mehr Sicherheit – mit Vor- und Nachteilen

Der Apple T2 Prozessor findet jetzt auch im MacBook Pro seinen Einsatz. Er betreibt die Touch Bar und den dort verbauten TouchID Sensor und kümmert sich auch um die Verschlüsselung von Daten. Bei den theoretischen Sicherheitsvorteilen gibt es auch praktische Nachteile – die Wiederherstellung des Systems wird deutlich erschwert. Es ist nicht mehr einfach möglich, von einem externen Medium zu booten, es muss zwingend auf die interne Rettungspartition zugegriffen werden. Damit werden Boot-USB-Sticks oder geklonte Festplatten quasi nutzlos – neue Backup-Strategien müssen her. Time Machine wird quasi alternativlos. Eine interessante Wendung insofern, als dass Apple hier keine eigene Hardware mehr bietet.

Die Sache mit der Tastatur

Nach dem Reparatur-Programm im Sommer bringt Apple hier jetzt auch neue Hardware. Apple spricht vor allem von einer leisten Tastatur. Wir können wenig Veränderung feststellen was die Lautstärke betrifft – wohl aber was das Verhalten der Tastatur angeht. Der Anschlag ist deutlich weicher und erinnert mehr an den eines MacBooks. Dafür dürfte die neue Silikonmembran verantwortlich sein, sie dürfte das Keyboard vor allem vor dem Eindringen von Schmutz schützen.

An der, von Jan oft kritisierten, Tastatur-Aufteilung gibt es leider keine Änderung. Die linke und rechte Pfeiltaste sind nach wie vor so hoch wie alle restlichen Tasten und damit blind quasi nicht zu finden.

Ausprobiert und warum ein MacBook Pro 2018?

Für mich standen die Zeichen klar auf „Upgrade“. Ich nutze aktuell keinen Stand PC und setze ausschließlich auf mobile Rechner, egal ob Windows oder macOS. Eigentlich plane ich seit einiger Zeit die Anschaffung eines neuen stationären Rechners – die neuen MacBook Pro stimmten mich jetzt um. Dafür gibt es mehrere Gründe. Ich benötige große Rechenleistung, bin aber kein Fan der iMac Reihe – das liegt vor allem an dem fest verbauten Display. Ich setze hier auf eigene Hardware – curved, größer und höher aufgelöst als jene von Apple. Das Display eines iMac Pro wäre in Sachen Größe und Auflösung mein kleinstes Display, insofern müsste ich es eigentlich neben meinem Curved Screen positionieren – was reichlich absurd ist. Insofern hätte mich der iMac Pro zwar im Hinblick auf die Performance angesprochen, die Bauform ist aber nichts für mich. Ich spare bereits länger auf einen Mac Pro – warte hier aber seit vielen Jahren vergeblich. Außerdem denke ich auch nicht, dass Apple hier eine Variante bieten wird, die für mich geeignet ist. Ich benötige zwar gut und gerne die Leistung des iMac Pro, die des Mac Pro wird aber wahrscheinlich noch einmal darüber liegen – so auch der Preis.

Mein bisheriger Hauptrechner ist ein MacBook Pro 13 aus 2016. Ein praktisches und sehr portables Gerät dessen Leistung für mich aber zu wünschen übrig ließ. Die neuen Modelle können hier mit deutlich besserer Leistung punkten – vor allem die größeren. Insofern war für mich eines klar: Der Umstieg auf 15 Zoll muss passieren. Das voll ausgestattete MacBook Pro 15 kann es locker mit den schwächeren Konfigurationen des iMac Pro aufnehmen, ist dabei günstiger und mit unter 2 kg immer noch sehr portabel. Der perfekte Rechner für mich? Fast. Was fehlt, ist Grafikleistung – diese kann ich, zumindest stationär, mit einer eGPU nachrüsten. Das neue Modell von Blackmagic, das zeitgleich mit den neuen Notebooks vorgestellt wurde? Sicher nicht!

Mein Anwendungsfall? Ich bin Blogger und Podcaster – da muss schon ordentlich viel Leistung her. Spaß beiseite – beide Anwendungen benötigen nicht besonders starke Hardware. Auf der anderen Seite bin ich aber auch Entwickler und setze hier auf Xcode, schneide komplexe Audiostücke mit Logic und bearbeite mehrere Spuren 4K Video mit Final Cut X nach. Dazu kommen diverse 3D Animationen mit Blender. Allesamt Aufgaben, wo die zusätzliche Leistung seitens der CPU, des Arbeitsspeichers und auch der Grafikkarte sehr spürbar ist.

Die Diskussionen rund um die Anschlüsse und die Tastatur halten ohne Frage an – ich persönlich bin mit beidem sehr zufrieden. Als bekennender Fan des MacBook (mein Zweitrechner) bin ich sehr zufrieden mit den Verbesserungen der Tastatur.

Welches Modell für wen?

Die neuen MacBook Pros wecken sicher viele Begehrlichkeiten und Wünsche – spätestens beim Blick auf das Preisschild wird vielen potentiellen Kunden dann doch schlecht. Die neue Hardware ist sehr leistungsstark, vor allem entsprechende BTO-Optionen, aber auch sehr teuer. Im Vergleich zum iMac Pro oder zur Konkurrenz würde ich die Preise aber als durchaus konkurrenzfähig bezeichnen.

Jeder interessierte Käufer sollte sehr genau prüfen, wie viel Leistung er benötigt bzw. was sein Anwendungsfall ist. Ich nutzte die letzten zwei Jahre einen Rechner mit 16 GB Arbeitsspeicher, dank iStat Menus weiß ich, dass diese fast immer voll waren. Auch den alten Dual-Core-Rechner konnte ich häufig genug – auf beiden Kernen – auslasten. Die neuen Notebooks richten sich – wie der Name sagt – klar an professionelle Nutzer. Wer weniger hohe Ansprüche an sein System hat, ist hier nicht die Zielgruppe – oder bekommt zumindest deutlich besser geeignete Rechner für weniger Geld. Wenn Geld keine Rolle spielt, sind die neuen MacBooks schon eine Empfehlung wert – die Verbesserungen bei Display und Tastatur sind spürbar, die Verarbeitungsqualität wie immer top!

Was fehlt

Bei dem Gerät an sich fehlt mir persönlich nur wenig. Was das Display betrifft, dürfte Apple gerne nachlegen – ich würde mir hier eine native 4K-Auflösung wünschen. Andere Hersteller bieten bereits seit Jahren passende Optionen an. Sonst kann ich, mittlerweile, wenig finden was ich an den Geräten auszusetzen habe.

Was Apple aber generell fehlt, ist ein breit aufgestelltes Mac-Lineup. Aktuell kann ich Kunden nur den Kauf eines iMac Pro und/oder MacBook Pro mit gutem Gewissen empfehlen. Alle anderen Modelle sind weit über ihren Zenit hinaus und warten auf ein Update – ein Update, das hoffentlich diesen Herbst kommt. Apple hat vor allem am unteren Ende des Lineups momentan absolut nichts zu bieten was konkurrenzfähig oder zeitgemäß wäre – ein wirklich trauriger Zustand.

Während mich die Leistung des MacBook Pro 15 aus dem Jahr 2018 – subjektiv – wirklich begeistert, bin ich objektiv sehr enttäuscht darüber, wie Apple die Mac Produktlinie abseits dessen behandelt. Der Markt reagiert mit Recht darauf – die Absatzzahlen von Macs sinken im Vergleich zur Konkurrenz auch in Deutschland nachhaltig.



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