Das iPad 11. Generation, aka das A16 iPad, wird häufig wenig ernst genommen. iPad Air und Pro wirken deutlich potenter und stehen permanent im Rampenlicht. Auf allen iPads läuft iPadOS, welches gerade mit der kommenden Version 26 näher an macOS rücken will.
Nicht erst seit Apple erneut den Preis des Einsteiger iPads auf 399 Euro gesenkt hat, ist das fast 11 Zoll große Gerät einen zweiten Blick wert. Klar! Viele erwarten für kommendes Jahr bereits eine 12. Generation dieses iPads. Für viele Nutzer:innen wird dieses iPad 11. Generation noch lange das iPad der Wahl bleiben. Allein deshalb gebührt ihm etwas mehr spotlight.
iPad 11. Generation – Fakten und Versionen
Sicherlich müssen wir hier nicht alle Spezifikationen des im März 2025 erschienenen iPads erneut aufzählen. Es besitzt die identische 2360 x 1640 Pixel Auflösung bei 264 ppi wie das iPad Air.
Mit diesem teilt es auch das Liquid Retina Display, ist jedoch nicht vollständig laminiert. Beim A16 iPad besteht ein kleiner Spalt zwischen Display und Scheibe. Andersrum: Das Display des iPad besitzt dieselbe SDR Helligkeit von maximal 500 Nits, wie das Air, das jedoch den großen P3 Farbraum wiedergeben kann und nicht nur sRGB.
Auch hat der A16 Chip des iPad der 11. Generation nicht die überragende Potenz eines M3 oder M4 Chips. iPad Air und Pro sind dem A16 iPad formal weit überlegen. Dies setzt sich bei der RAM Ausstattung mit 8GB gegenüber 6GB genauso fort, wie beim langsamen USB-C Port des Einsteiger iPads.
Schaut man ausschließlich auf die Features der drei iPad Variationen, hat das der 11. Generation immer das nachsehen.
Speicherseitig ist die 128GB oder 256GB Variante für die allermeisten Nutzenden völlig ausreichend, da einerseits viele Daten in die iCloud ausgelagert werden können und selten lokale Daten ein halbes Terrabyte benötigen.
Farblich stechen die A16 iPad aus der Tristesse der Airs und Pros durch kräftige Blau-, Gelb- und Pinktöne neben dem üblichen Silber heraus. Herausstechend ist auch der Straßenpreis: Das iPad A16 findet sich in der 128GB Variante mit WiFi bei Amazon aktuell für rund 363 Euro. Zu diesem Preis ein no-brainer!
Der Gleichmacher – iPadOS
Auf allen iPads läuft iPadOS, aktuell 18.5. Dieses OS ist es am Ende, das das A16 iPad massiv aufwertet und die vermeintlich potenteren Variationen ausbremst. Natürlich existieren eine Handvoll Anwendungen, die unter iPadOS mehr Leistung begehren als der A16 Chip performant darstellen kann.
Dies sind jedoch für die überwiegende Mehrheit usecases, die -faktisch- nie zum tragen kommen.
Es gibt einzelne User:innen, gerade auch bei Youtube, die große Datenmengen von Videomaterial auf dem iPad bearbeiten, schneiden und hochladen. Keine Frage: Dies ist eine der wenigen Anwendungen, die sinnhaft ein iPad Air oder Pro erfordern. Solche spezielle und für viele nur theoretische Leistung von iPad Air und Pro nutzen nicht einmal zehn Prozent der Nutzer:innen regelmäßig.
Einerseits, weil die allermeisten für rechenintensive Anwendungen einen Mac, ein MacBook nutzen und andererseits, weil iPadOS diese Anwendungen eben nicht oder nur auf Umwegen zulässt.
Würden die iPads beispielsweise macOS unterstützen wären fraglos iPad Air und mehr noch das iPad Pro, die Hardware der mobilen Wahl. Jedoch erscheint es mittelfrisitig nicht absehbar, dass Apple die Softwarebremsen der iPads löst.
Auch das für den Herbst 2025 angekündigte iPadOS26 löst die beschriebene Bremse nicht. Deshalb wird das A16 iPad in den zentralen Punkte des kommenden Betriebsystems auch vollständig unterstützt.
iPad 11. Generation – Im Alltag
Ich hatte in den letzten rund sechs Jahren ein iPad Pro 2018 genutzt. Nach anfangs goßer Neugierde zu vielen Anwendungsmöglichkeiten, kristallisierten sich mit der Zeit drei usecases heraus: Surfen, e-Mail, und Videos. Schaut man sich im Netz um sind diese drei Szenarien, die von rund 90 Prozent der User:innen regelmäßig und intensiv genutzt werden. Zuweilen noch ein wenig gaming.
Diese Anwendungen benötigen nichts von dem, was ein iPad Air oder Pro von einem A16 iPad unterscheidet. Klar sehen Videos mit den Schwarzwerten eines OLED iPad Pro nochmal beeindruckender aus. Doch was ist im doppelten Wortsinne der Preis dafür? Rund 1000 Euro! Sicher wird es einige geben, die ohne eine wirklich professionelle Anwendung zu nutzen sich ein iPad Air oder Pro gönnen, weil sie es wollen oder können. Im Kosten-Nutzen-Vergleich ist dies jedoch unnötig
Dies setzt sich bei den Preisen für den entsprechenden Apple Pencil fort. Begnügt sich das iPad der 11. Generation mit den Apple Pencil (USB-C), fordern aktuelle M4 iPads Pro den Apple Pencil Pro. Bei Amazon liegt derApple Pencil (USB-C) aktuell bei rund 88Euro, der Pro Pencil bei 113 Euro. Auch hier sind die Unterschiede zumeist nur für spezielle grafische Anwendungen spürbar.
Ein Wort zu Apple Intelligence: Bestimmt gibt es einige, die Apples bisherigen AI Funktionen mögen und schätzen. Zoomt man ein wenig heraus, wird schnell klar, dass es wenig schwert, dass das iPad der 11. Generation diese nicht unterstützt. Dafür lassen sich hervorragend ChatGPT, Gemini, Perplexity und andere KI Modelle als App oder im Broser nutzen. Und der Nutzen dieser KI Assistenten übersteigt Apples Gehversuche bei weitem.
Fazit
Wie schon im Titel dieses Tests -zugegeben- etwas herausfordernd formuliert, benötigt niemand mehr als ein iPad A16 der 11. Generation. Einige Sonderfälle ausgenommen. Natürlich verführt Apple sehr clever zu den deutlich teureren iPad Air oder Pro Modellen. Der objektiv nutzbare Benefit dieser Geräte bleibt -fast- immer hinter dem zwei bis fast sechsfachen Preis der Airs und Pros zurück.
Daher können wird allen, die gerade angesichts steigender Lebenshaltskosten sehr genau auf Kosten und Nutzen – und weniger Maketing Lyrik- achten, das iPad A16 der 11. Generation ans Herz legen. Es wird die kommenden fünf bis sechs Jahre beste Alltagsdienste leisten.
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