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Zweifel an der Kompetenz der Jugend - Gründe?

Dieses Thema im Forum "Café" wurde erstellt von Crizt, 22.06.09.

  1. Crizt

    Crizt Wohlschmecker aus Vierlanden

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    Hi,
    diesen Thread aufzumachen kam mir ganz spontan in den Sinn, aber manchmal sind spontane Einfälle ja die besten ;)

    Ich zähle mich mit meinen fast 21 Jahren auch noch zu Jugend und muss mit Ernüchterung zugeben das leider einige Vorurteile gegenüber der Jugend ihre Berechtigung haben. Ich distanziere mich ausdrücklich von verzerrten Darstellungen der Medien was Gewalt, Alkohol, Egoshooter o. ä. angeht und dennoch komme ich nicht umhin zuzugeben das mit der Jugend was faul ist. Aber das ist anscheinend ja auch kein neues Problem.

    Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität.
    Sie widersprechen ihren Eltern legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer. (Socrates)

    Allerdings wird das Problem in meinen Augen immer stärker. Liegt es am Medienpopulismus, wird dem ganzen einfach mehr Beachtung geschenkt? Oder ist die Jugend etwa doch schlimmer geworden - letzteres glaube ich nicht...

    Ich zähle mich zu den weltoffenen und nicht unbedingt ungebildeten jungen Erwachsenen und muss mit Erschrecken feststellen wie furchtbar intollerant und engstirnig viele meiner Kollegen und Freunde sind. Ich bin einer der wenige der Nachrichten schaut, sich für Politik interessiert und echte Bildung für wichtig hält.

    Ein prägendes Erlebnis werde ich nie vergessen als ich mit etwa 15 oder 16 Jahren im Schwimmbad von einem Bekannten der 1 Jahr Jünger ist als ich angemacht wurde, als ich ein Buch hervor holte und anfing zu lesen: "Willst du etwa gebildet sein ?"

    Willst du etwa gebildet sein ? JA ich will ! und dies nicht etwa um mich abzugrenzen, sondern weil ich es für meine Pflicht halte, weltoffen und weites gehend tolerant zu sein.
    Ich will kein von Medien und Religion gelenktes Schaf sein. Nur wieso wollen das so viele Jugendliche?

    Ist hier evtl. die Wurzel des Übels zu suchen ?



    Ich hab den Text hier ohne roten Faden geschrieben und hoffe es kann vernünftig darüber diskutiert werden. Ich weis das es einen ähnlichen Thread schonmal gab dennoch, zielt dieser hier in eine etwas andere Richtung hoffe ich.
     
    jcg2000 und onliner gefällt das.
  2. Iphonebasti

    Iphonebasti Empire

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    Sie wollen es nicht nicht. Die meisten Jugendlichen haben schlichtweg andere Dinge im Kopf. So ist nun mal die Pupertät. Oder hast du schon mal einen 40 jährigen Mann getroffen der sowas von sich geben würde?
    Wohl kaum..
     
  3. le_petz

    le_petz Doppelter Melonenapfel

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    Lektüre dazu: generation krise im spiegel vom 14.6.
     
  4. leroy

    leroy Elstar

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    Jede Generation meckert über die folgende Generation, ist halt einfach so.
    Daran wird sich bestimmt auch nichts in Zukunft ändern.
     
  5. landplage

    landplage Admin
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    Ach naja, ich kenne Leute, den braucht man kein zweites Buch schenken, weil "wir ja schon eins haben".:p

    Ich beobachte aber zunehmend, daß wieder mehr Schüler im Bus oder in der Bahn ein Buch herausholen und lesen.
    Hier wirkt genau wie beim Rauchen und Alkoholkonsum wesentlich mitprägend das elterliche Vorbild: wer seine Eltern nie mit einer Zeitung oder einem Buch erlebt, vermißt das gar nicht. Ich bin eine der wenigen hier bei mir auf Arbeit, die eine Tageszeitung abonniert hat und noch dazu mehr als den Sportteil liest. Der Rest holt sich am Wochenende eine "Bild" und dementsprechend laufen dann die Diskussionen hier. :(
     
  6. Crizt

    Crizt Wohlschmecker aus Vierlanden

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    Das ist richtig ich habe auch noch zu viel anderes im Kopf, was mich daran hindert mich noch mehr zu informieren, zu beteiligen und Bücher zu lesen etc. Aber dennoch erscheint es mir so als ob es viele Juegendlich gerade zu mit Absicht ablehen anstatt daran vorbei zu leben.
     
  7. Iphonebasti

    Iphonebasti Empire

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    Naja, für die intellektuellen Gespräche hast du ja uns!;):p
     
  8. imac20

    imac20 Doppelter Prinzenapfel

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    Es geht nicht um das Meckern auf die Folgegeneration, sondern um das soziale Verhalten eben dieser. Und da liegt es gegenüber den Vorgängergenerationen schon ein klein wenig im Argen. Auch wenn ich für meinen Teil in jüngeren Jahren (nicht immer gesetzestreu) über die Stränge geschlagen habe, so sind mir Begriffe wie Respekt, Anstand, Treue und ein per Handshake besiegelter Vetrag noch durchaus geläufige Verhaltensmuster.
     
  9. Bajuware

    Bajuware Oberösterreichischer Brünerling

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    Naja, ich glaub das die aktuell junge Generation schon das eine oder andere Problem hat, das früher vll. nicht ganz auf das "Generationengeschrei" zutreffend war.
     
  10. wuhuu

    wuhuu Finkenwerder Herbstprinz

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    Bei mir ist es manchmal so, das man mich entsetzt anguckt, wenn ich Sachen weiß, von denen kaum ein anderer jemals gehört hat. Spiegel sei dank.
     
  11. Iphonebasti

    Iphonebasti Empire

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    Lesen=Bildung=Verstand=Intelligenz=Verständniss=Mehr Respekt!

    Es müsste ein Gesetz verabreicht werden, nachdem jeder täglich 2 Stunden lesen muss! xD(.. Das ist ein Scherz, für alle zu-ernst-nehmer:))
     
  12. landplage

    landplage Admin
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    Ich persönlich finde die Jugend heute unverbindlicher, mehr individualisiert und teilweise rücksichtsloser.
    Den Partner per SMS abservieren? In meiner Jugend hatte mann noch den A*** in der Hose, so etwas persönlich zu vertreten, von Angesicht zu Angesicht. "Beziehungen" von 3-6 Monaten gelten schon als seeeeehr lange haltbar.
    Absprachen werden seltener eingehalten, die allgemeine Verlässlichkeit scheint gelitten zu haben. Der Bekanntenkreis ist riesig, auch dank Schüler VZ u. ä., aber wirklich verlässliche Freundschaften, in denen man sich riesig zofft und danach wieder zusammengehalten wird, werden weniger.

    Ich kann das jetzt nur aus Beobachtungen bei meiner Tochter und dern Freundeskreis sagen, aber ich glaube schon, daß das dem Durchschnitt ziemlich nahe kommt.
     
  13. Irreversibel

    Irreversibel Akerö

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    Ach der Spiegel... Toleranz schreibt man übrigens mit einem "L".

    "Die Jugend" kann erstmal nichts dafür dass sie so ist wie sie ist. Bildung, Disziplin, Gehorsam, wenigstens 2 dieser 3 Begriffe sind schonmal eindeutig negativ im Deutschen belegt. Wenn Jugendlichen kreative Arbeitsverweigerung, Schuldenmacherei und Bildungsferne sowohl von staatlicher als auch von privater Seite vorgelebt werden sind Folgen wohl nicht auszuschliessen. Das kann man nicht einfach so einkreisen, den Finger drauflegen und sagen "Da haben wir ja die Ursache".

    Meiner Ansicht nach ist es wesentlich wichtiger, Gegenmaßnahmen zu ergreifen als die Ursachen zu suchen. Mehr in Bildung, Sozialprogramme, Ganztagsschulen, Kinderbetreuung investieren, gerade für Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen. Es sollte auch sozial schwachen Familien ein menschenwürdiges Leben mit ihrer Arbeit ermöglicht werden. Im Prinzip hat eine ganze Generation die Parole "Arbeit lohnt sich nicht" morgens mit dem Müsli gefressen, das muss sich ändern.

    Wie das aussehen soll? Keine Ahnung. Wahrscheinlich wird sich in absehbarer Zeit überhaupt nichts ändern.
     
  14. Iphonebasti

    Iphonebasti Empire

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    Das is wohl wahr.. bin selber 16.:) Ich habe auch viele "Bekannte", aber nur 2 wirkliche Freunde, bei denen ich weiß, dass ich mich immer auf sie verlassen kann.
    Das mit den Beziehungen sei mal so dahin gestellt.( Bin 16 und seit dem 24.04.2008 meine Freundin. Mehr als ein Jahr.:))
    Aber generell trifft die Beschreibung das Allgemeine sehr gut.
     
  15. >OT<

    >OT< Zuccalmaglios Renette

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    Ich kann der Meinung Crizt eigentlich nur zustimmen.

    Ich bin selber 17 Jahre und habe ähnliche Erfahrungen mit Mitschülern ect. machen müssen.
    Allerdings versuche ich mich bewusst davon zu distanzieren.
    Ich bin auch der Auffassung das eine gute Allgemeinbildung und "zu allem eine Meinung haben" heute wichtiger ist als vielleicht noch vor ein paar Jahren. Leider sehen das viele Jugendliche anders. Sie sehen die Erfüllung ihres lebens eher in der Missachtung von Kunst, Kultur und Bildung - ich spreche übrigens von Gymnasialschülern.

    Ich für meinen teil engagiere mich politisch, lese, besuche Museen und bin der Ansicht doch einen hohen Bildungsgrad - für mein alter - zu haben.

    Ob man die Diskussion der Intelligenz und Toleranz von Jugendlichen auf das Elternhaus zurückführen will muss jeder selber wissen. Ich bin Unternehmerkind habe allerdings auch schon viele andere getroffen die ihren Eltern mehr Schande gemacht haben als alles andere.

    Nur meine Bescheidene Meinung
     
  16. Irreversibel

    Irreversibel Akerö

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    Vor 20 Jahren war das Leben auch noch nicht so bequem was Massenkommunikation und -information angeht. Der Mensch an sich war meiner Meinung nach schon immer mehr Schwein als Philosoph, verantwortungsvoller Umgang und Mäßigung mit was weiss ich allem hat uns noch nie sonderlich gelegen. Mit Internet und dem digitalen Zeitalter wurde dem Affen sprichwörtlich der Schlüssel zur Bananenplantage ausgehändigt, jetzt ist der Mob vernetzt und das immer und überall. Das hat natürlich Vorteile (Iran-Diskussion); allerdings wirkt Massenkommunikation natürlich auch inflationär, Schamgrenzen werden einfacher überschritten, alles wird (im negativen Sinne) eher entmenschlicht.

    Ich sehe im Übrigen (@Crizt) aktuell nicht so den Unterschied zu meiner eigenen Jugend. Idioten und Spackos gab es schon immer, nur damals gab's noch kein Internet, keine Forenkultur und im speziellen auch kein Apfeltalk. Da hat man das seinen Freunden erzählt, alle haben einmal mit den Augen gerollt und dann ging's über zum Tagesgeschäft.
     
  17. Crizt

    Crizt Wohlschmecker aus Vierlanden

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    Ich denke der Weg des geringsten Widerstandes, wohn nicht nur jedem Objekt welches Energie besitzt inne sondern auch jedem Menschen. Wenn wir nur noch vorgelebt bekommen wie toll es ist Party zu machen und auf alles andere als auf sich selbst einen Dreck zu geben, nähern wir uns immer mehr einem Zustand der Teilnahmslosigkeit an. Eventuell ist es auch so das zu viel Teilnahme verlangt worden ist. Die Zeitung und andere Medien sind voll davon. Es wir getitelt in Afrika stirbt alle 5 Sekunden 1 Kind an Unterernährung. Meine Reaktion: "hm das ist echt schlimm" Das war es dann aber auch, das Elend wird überall dramatisiert und springt einen ständig an das man zu wirkliche Reaktionen schon garnicht mehr fähig ist :( Man fühlt sich machtlos und bekommt auch noch eingetrichtert das man eh nichts ändern kann. Warum dann nicht gleich alles sein lassen?
    Weil es falsch ist und ein wenig besser immer noch mehr wert ist als konstant schlecht. Aber vielen scheint das nicht mehr zu reichen.
     
  18. Ankaa

    Ankaa Roter Seeapfel

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    Man braucht doch nur mal mit offenen Augen zu Tageszeiten durch die Stadt, egal ob Groß- oder Kleinstadt, zu laufen um zu merken, dass irgend etwas nicht mehr stimmen kann.

    Ich bin selber noch jung. Manchmal frage ich mich, ob ich vielleicht "zu alt" für mein Alter bin, ob ich langweilig, spießig, streberhaft bin, nur weil ich wert auf einen ordentlichen Umgang mit Mitmenschen und Respekt lege, weil ich auf eine gewisse Bildung und ein gewisses Interesse an alltäglichen Dingen achte. Stattdesssen begegenen mir Intoleranz, Desinteresse und absolut schlechtes Benehmen. Sogar von gleichaltrigen, die das Prädikat "Erwachsen" garantiert noch nicht verdient haben und auch noch lange nicht bekommen werden.

    Und meine ganz ehrliche Meinung ist, dass ein Großteil der Gründe in der vermeintlich poplären "antiauthoritären Erziehung" zu suchen ist, gepaart mit dem absoluten Müll, der in den Medien verbreitet wird. Wo früher vielleicht ein möglicherweise sinnloser, aber wenigstens hübscher Zeichentrickfilm nachmittags kam, kommen heute grausam gezeichente Cartoons oder absolut niveau- und respektlose Sendungen. Da braucht man sich einfach nicht wundern.
     
  19. DerHeldimZelt

    DerHeldimZelt Eifeler Rambour

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    hm, kann ich nicht so ganz bestätigen. In meinem Umfeld (Schule, Bekanntschaft) finden sich viele Leute, zum Teil auch von solchen, von denen ich das nicht erwartet habe, die sich tatsächlich politisch interessieren! Und damit meine ich nicht solche geblendeten Mitläufer, die die "Grünen" wählen, weil der Ökotrip gerade "in" ist (sry, sollte kein Wahlkampf, etc. werden)
    Wahrscheinlich liegt so eine Entwicklung in Richtung Bildung stark am Umfeld.
    Trotzdem ist es ein bisschen komisch, wenn man im Schwimmbad mit einem Buch auftaucht. Was macht man im Schwimmbad? -> schwimmen.
    Ich lese zu Hause.
    Alex
     
  20. Ankaa

    Ankaa Roter Seeapfel

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    @DerHeldimZelt: Das ist doch aber eher darin zu begründen, dass man sich nunmal sein Umfeld nach seinen eigenen Interessen und Einstellungen aussucht. Dann ist es klar, dass in seinem Umfeld viele Leute so sind wie man selber.

    Ich war z.B. auf einer Spezialschule, wo der Durchschnitt gerne lernt und kann mir gar nicht vorstellen, dass das nicht "normal" ist. Ich falle immer und immer und immer wieder aus allen Wolken wenn ich Kontakt mit "Nichtspezialschülern" habe und merke, was für ein schlechtes Klima und Desinteresse selbst an Gymnasien herrscht.

    €dit:

    Buch im Schwimmbad? komisch? Also wo ich früher nicht so alles gelesen hab. So what? Leben und leben lassen. Der eine liest gerne ÜBERALL, der andere balzt, der nächste schläft....ich hab noch nie die komplette Schwimmbadzeit im Wasser verbracht ;) menschen sind zum Glück unterschiedlich und das sollte man ohne Kommentar, vor allem dumme, akzeptieren. Aber allein dein Kommentar zeigt doch, dass dies anscheinend leider nicht möglich und Wunschdenken von mir ist.
     

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