Dafür, dass das Thema angeblich keinen interessiert (wie
hier zu lesen ist), ist das ja erstaunlich aktiv hier - 279 Seiten werden mir angezeigt. Zu diesem Thema wurde auch schon alles gesagt, aber halt noch nicht von jedem, weshalb ich meine Meinung hier auch mal kundtue (dafür ist ein Forum ja da: Fakten- und Meinungsaustausch):
Ich habe da eine ganz einfache Einstellung: Ich gendere nicht. Wer gendergerechte Sprache fordert, hat Deutsch nicht verstanden, weil er das generische Maskulinum mit einer männlichen Form verwechselt. Beispiel: "Liebe Kunden" kann je nach Kontext alle oder die männlichen Kunden meinen, "Liebe Kundinnen" meint immer nur die weiblichen Kunden (sic! - man sieht, dass es weibliche Kunden gibt, aber keine männlichen Kundinnen).
Wer gendert, weil andere (die deutsch nicht verstanden haben) das fordern tut das aus einem von zwei Gründen: Er hat auch deutsch nicht verstanden oder tut das, weil er sein Fähnchen in den gerade modischen Wind hängt. Soll er. Dass sich das nicht dazu eignet, sich meinen Respekt zu erwerben (Journalismus hat was mit Beherrschung der Sprache zu tun, in der man schreibt) kann demjenigen egal sein. Es ist eine freie Welt. Apfeltalk ist für mich zu 90% ein Forum und kein Mitbewerber für die WELT, die FAZ oder Heise. Wäre Apfeltalk für mich ein journalistisches Portal (wie die genannten) würde ich es nicht nutzen, aber in einem Forum muss man ohnehin tolerant sein wenn es um korrektes Deutsch geht
Denn man kann über Gendergerechtigkeit sagen, was man will: Rein sprachlich ist gendergerechte Sprache schlichtweg FALSCH. Aber das Verwenden nicht korrekter Sprache ist ja nicht verboten. Apfeltalk könnte auch entscheiden, dass die Redaktion keine 'i' mehr verwendet -- sie kann aber User nicht zwingen, das auch zu tun.
Aber ich bin ein alter weißer Mann, für mich gibt es männliche und weibliche Menschen und Menschen mit einem Gendefekt. Ich hab einfach in Bio zu gut aufgepasst in der Schule, um 60 Geschlechter zu akzeptieren, die in der Regel eher sex. Vorlieben sind als Geschlechter.
Ich belehre niemanden, was er zu tun und zu lassen hat -- aber wenn ich die Wahl habe, nutze ich halt eine Alternative. Darum wird es bei Apfeltalk (wie überall und immer) stets so sein, dass ich die fehlende sprachliche Kompetenz des Schreibers bedaure, aber ich mache daraus keinen Aufstand. Ich bin auch im Straßenverkehr keiner, der andere mit der Hupe belehrt wie ich das in vielen Dashcam-Videos sehe und ich schreie auch nicht rum wie Leute in diesen Videos. Ich schüttle einfach fassungslos den Kopf und fahre weiter.
Zu Apfeltalk gibt es im deutschsprachigen Raum keine Alternative -- das ist gut für Apfeltalk, schlecht für meine Wahlfreiheit. Da ich mich aber ohnehin - wie gesagt - zu 90% im Forum bewege, sind mir die sprachlichen Fauxpas in den Meldungen egal. Interessanter ist das z. B. in der StVO, wo z. B. der Unterschied zwischen "Auto fahrender" und "Autofahrer" verschwimmt, weil ein Autofahrer nicht zwingend immer ein Auto fahrender ist.
So kann man bei seiner (begründeten) Meinung bleiben, ohne gleich einen Streit mit Leuten anderer Meinung anzufangen, der zu nichts führt. Denn Apfeltalk wird seine Entscheidung nicht revidieren, weil ich und drölfzig andere das so nicht haben wollen. Und für Streit, der zu nichts führt, ist mir meine Lebenszeit zu schade. Und so wird es vielen gehen, die sagen "Ach Gott, ich finde es dämlich, aber wenn ihr halt unbedingt wollt...." -- und nein, "dämlich" ist nicht frauenfeindlich, weil es nicht von "Dame" kommt, wie auch schon behauptet wurde. Auch diese Behauptung, die es gab, zeigt viel über die sprachliche Kompetenz dieser Feministen aus.
Ich kann noch sagen, was ich an Apfeltalks Stelle gemacht hätte: Demokratisch entscheiden. Unter allen angemeldeten Usern einfach eine Umfrage machen und mich nach dem Ergebnis richten. Die meisten werden mutmaßlich überhaupt nicht abstimmen, weil sie das ziemlich unwichtig finden. Man muss sich nur mal angucken, wie wenige bei der "überwältigenden Zustimmung" für Olympia in München überhaupt abgestimmt haben, schon ist das gar nicht mehr so überwältigend.