Ganz und gar nicht. Hinter der Cloud steckt die Idee, Computing-Ressourcen on-demand bereitzustellen oder zu konsumieren. Praktisch so wie Strom aus der Steckdose.
Gutes Beispiel, jetzt, wo die Stromkonzerne versuchen,
Zwangswanzen installieren zu dürfen, die dann gleich Daten generieren, die man schon jetzt, bevor man sie noch hat, schon weiterverkaufen möchte.
heise schrieb:
Einbaupflicht auf Bestandszähler inklusive viertelstündlicher Fernübertragung an den Versorger kann Breyer nur wenig abgewinnen. Auch die Anregung der Autoren, die Zählerdaten in "einer weitergehenden Nutzung [..]durch Dritte" zu vermarkten, sieht er als "Alptraum für unsere Privatsphäre".
Strom aus der Steckdose: Gute Idee. Spionagezähler: Schlechte Idee.
So ist es mit dem Internet und der Cloud. Man kann ein durchaus vernünftiges Prinzip so lange pervertieren, bis es unvernünftig wird.
Auch das trifft den Punkt nicht. Um den Massen reißerische Storys geben zu können, wird alles mögliche irgendwie in den Snowden-Kontext gesetzt. Lenkt natürlich von den eigentlichen Problemen ab und führt zu völlig irrationalen Panikreaktionen bei cloud-technisch unbedarften Leuten.
Genau genommen kann man überhaupt keine Datenverarbeitung mehr AUßERHABL des "Snowden"-Kontextes sehen. Es ist der Super GAU, wenn wir lernen, dass wir von einer Schattengesellschaft aus Geheimdiensten und Überwachungspolitikern ausgespäht werden wie Schlachtvieh. _Alles_ was jenseits lokaler Maschinengrenzen verarbeitet wird, MUSS im Kontext der Snwoden-Enthüllungen gesehen werden, ALLES andere ist naiv oder ignorant.
Internet? Neumodischer Krimskrams! Deine gesamten Finanztransaktionen lagen schon in fremden Rechenzentren, als Otto-Normalverbraucher noch nicht mal was vom Internet gehört hat. Die deutsche GEZ hatte gar eine zentrale Datenbank, mit der sich vor Verfügbarkeit von GPS nachvollziehen lies, wer wann wo gewohnt hat (und zwar leichter als die Einwohnermeldeämter, die dezentral organisiert sind). Bewegungsprofile sind spätestens seit der Zeit der tragbaren Mobiltelefone problemlos erstellbar.
Worauf willst du hinaus? Weil das Einwohnermeldeamt weiß, wo ich wohne, soll Aldi auch wissen dürfen, welche Kaffeemarke ich bevorzuge? Willst du sagen, wenn ich jemandem ungestraft auf die Zehe steigen kann, dann darf er sich auch nicht beschweren, wenn ich anfange ihm den Fuß abzusägen? Oder was soll dieses Beispiel? Es ist schlimm genug, was andere ohnehin schon wissen (müssen), damit das "moderne Leben" reibungslos abläuft, das kann doch keine Rechtfertigung für einen Freibrief für Totalüberwachung und Datenzentralismus sein.
Ah, ja, und Bewegungsprofile eines Mobiltelefons klappen nur, wenn man das Telefon dauernd dabei hat. Ich wähle sorgfältig, wann ich es mitnehme. Zudem habe ich ein anonymes Telefon - nein, ich weiß, die Asgard spüren es auch so auf, aber es wird dem Geheimdienstabschaum zumindest erschwert, mich in automatische Massenüberwachung zu integrieren.
Keine Sorge. Deine sensiblen Daten lagern eh schon bei irgendwelchen Anbietern irgendwo in der Welt. Hier in Deutschland ist das Ganze auch durch die Auftragsdatenverarbeitung ganz legal möglich.
Ich verstehe. Kapitulationshaltung. Nun, ich denke, dann ist eine Diskussion sinnlos. "Die" haben schon alle Daten, deswegen kann ich auch alles in die Cloud spulen und die Leute in meinem Adressbuch, die das nicht wollen, ignoriere ich, ich entscheide, dass ich sie kompromittiere, weil ich behaupte, "die" wissen eh schon alles.
Bequem.
Im Grunde sieht es doch so aus: Ein Mensch, der vor sagen wir mal 4000 Jahre hier in Westeuropa gelebt hat, wird sich nicht vorstellen können, dass man so verrückt ist, sich bei der Nahrungsmittelversorgung komplett auf andere zu verlassen. Genauso ist es doch auch bei der Cloud. Man hat Angst davor, Dinge aus der Hand zu geben.
Und? Ist es eine gute Idee, dass mittlerweile eine Handvoll Lebensmittelkonzerne wie Nestlé und einige wenige Saatgutmonopolisten die Weltversorgung von Lebensmitteln im Griff haben? Wenn eine Lobby versucht,
nicht monopolisiertes Saatgut durch eine EU-Prüfverordnung so zu verteuern und zu verkomplizieren, dass alles Saatgut, das nicht "impotent" gezüchtet wurde, von der Welt verschwindet?
Du bringst sehr gute Beispiele - allerdings eher für _meine_ Argumentationslinie, dass es mehr als Zeit ist, STOPP zu sagen und die Datenzusammenführung (Hing: Schau mal unter
Big Data nach, welche feuchten Träume da existieren)
zu verhindern und bestehende Mechanismen zu zerschlagen als sich demütig zu beugen und zu kapitulieren.
Widerstand ist nicht zwecklos!