Habe jetzt nicht sämtliche Seiten durchgelesen, man möge also entschuldigen wenn ich irgendwelche wichtigen Aspekte außer acht lasse
Ich finde den Schritt von Amazon sehr richtig. Viele meinen "das ist ja ein großes Unternehmen, die juckt das garnicht" ohne zu realisieren, daß da die ganzen Vorgänge nur hochskaliert sind. Großes Unternehmen mit vielen Kunden ist (vielleicht etwas durchmischter und daher werden extreme Zurückschicker besser abgepuffert) direkt zu vergleichen mit einem kleinen selbst produzierenden Betrieb mit wenigen Kunden.
Und da kenne ich mehrere die den Onlinehandel wieder aufgeben mussten, oder die dadurch gar komplett ruiniert wurden (Reißleine zu spät gezogen). Und wie ist das geschehen? Am schlimmsten ist es wenn ein Geschäft auch noch Rabatt anbietet oder 0€ Versandkosten. Da gibt es dann Käufer die nicht mehr genau nachdenken ob sie es wollen, die sich nicht mehr im Internet informieren oder beim Verkäufer nachfragen, die kaufen einfach mal.
Dann kommts an, man stellt fest es gefällt doch nicht so sehr, oder man hat ja doch kein Taschengeld bekommen und kann es sich nicht leisten.
Dann wirds zurückgeschickt, keine Reue, entsteht ja kein Schaden.
Entsteht nicht? ..... gehen wir mal von einem handgemachten Einzelstück aus. Egal was es ist.
In unserem Beispiel kostet das Material 30€. Es wurden 6 Stunden in Überlegung, Ausarbeitung und Internetangebot schreiben versenkt. Das Produkt wird für 50€ Angeboten.
Regulär würden nun 4€ für versicherten Versand abgehen. Sind wir bei einem Gewinn von 16 Euro.
Jetzt will der Kunde zurückschicken:
Abgesehn von der Möglichkeit, daß es beschädigt wird, oder, daß ein Saison-Artikel zb im Weihnachtsgeschäft erst wieder in einem Jahr angeboten werden kann gibt es u.a. noch folgende Fälle:
Fall 1:
Er der Kunde ist wenigstens so geschickt sich zu melden und ein Rücksendeformular anzufordern. So kann der Verkäufer steuern wie verschickt wird, im Idealfall also wieder versichert für 4€. In einem späteren Verkauf kann der Gewinn aus diesem Produkt also nur noch maximal 12 € betragen.
Fall 2:
Der Kunde schickt es unfrei zurück das kostet 15€, der Verkäufer hat also keine Möglichkeit mehr in einem späteren Verkauf einen Gewinn mit dem Produkt von mehr als 1€ zu machen.
Fall 3: Der Kunde schickt es unversichert zurück und es geht verloren. In dem Falle sind 34€ sinnlos verbrannt, man muss hoffen sie durch weitere Verkäufe auszugleichen.
Und wenn irgendwelche Kombinationen davon mehrmals pro Woche passieren - Mahlzeit.
Die Vorstellung, daß Leute einfach weil sie es für Ihr Recht halten mehrere Produkte liefern lassen von denen sie planen 4/5 wieder zurückgehen zu lassen macht mich wütend und zeigt mir, daß ein Teil der heutigen Gesellschaft komplett verlernt hat zu sehen wie Produkte entstehen.
Wer näher in Entwicklung oder Produktion involviert ist wird sich wohl kaum so ein Verhalten angewöhnen.
Das sind auch meist die Leute die sofort aufbrausen wenn sie ihr eigenes Recht auch nur im Geringsten angekratzt sehen.
Und der Vergleich mit der Kleidung die ja auch schon von mehreren Leuten anprobiert wurde hinkt nach meiner Ansicht, denn Kleidung sollte man wenn sie neu ist sowieso im Idealfall mehrmals waschen um einen Großteil der ursprünglichen Chemikalien zu entfernen. Danach sollte sie auch wieder hygienisch rein sein.
Wenn ich mir aber eine Kamera kaufe (mir vor ein paar Jahren bei einem ca. 1400€ Modell passiert) die offenbar mal zurückgegeben wurde und auf der Objektivlinse mittig Fingerabdrücke hat, dann ist das kein annehmbarer Zustand. Wenn ich den entferne ist das neue Produkt so beansprucht worden wie es bei mir nach Monaten oder noch länger nicht würde (meine Objektive bekommen im Normalfall von Anfang an einen UV-Filter, alleine schon um eben geschützt zu sein)
So, genug des blablas