Dieser Kommentar bei der tagesschau beleuchtet eigentlich beide Seiten ganz gut:
Nach der Einigung im Zollstreit zwischen der EU und den USA gibt es Erleichterung - und viel Kritik. Jakob Mayr findet, die EU hätte nicht nach Trumps Pfeife tanzen dürfen. Thomas Spickhofen dagegen meint: Dieser Deal ist besser als kein Deal.
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Ich persönlich finde mich eher auf der Pro-Seite, weil ich befürchte, dass eine monatelange Konfrontation mit Zöllen und Strafzöllen etc für deutlich mehr Chaos gesorgt hätte und das Ergebnis hinterher vermutlich auch nicht sonderlich anders gewesen wäre.
Der Kontra-Kommentar ist für mich an einer zentralen Stelle sachlich falsch, wenn er behauptet, dass "Mit Donald Trump hat sich am Schluss nicht der Stärkere durchgesetzt, sondern der Unverschämtere, der besser gepokert und glaubhafter gedroht hat."
Trump ist hier mit Abstand in der stärkeren Position. Wir sind viel mehr von Amerika abhängig als die USA von uns. Insbesondere nachdem die USA mit diversen anderen Ländern vergleichbare Deals geschlossen haben.
Man hätte Trump mit einer Koalition aller Länder denen er Strafzölle aufdrücken wollte unter Druck setzen können, wenn alle gesagt hätten, dass sie als Gegenreaktion dann untereinander die Zölle senken und dann eben den Handel außerhalb der USA stärken. Aber das ist natürlich ein unrealistisches Szenario.
Trump ist im Grunde hier der Schutzgelderpresser, der seine Position der Stärke ausnutzt um kurzfristig Geld zu erpressen.
Langfristig interessiert ihn das gar nicht, weil er dann kein Präsident mehr sein kann, bzw wird er es medial ausschlachten nach dem Motto "wenn ich noch Präsident wäre, wäre alles anders", aber natürlich werden Investoren zusehen sich weniger von den USA abhängig zu machen, die EU ebenso und langfristig wird das vermutlich nicht zum Vorteil der USA sein.
Aber aktuell sehe ich die 15% als Kompromiss. Und wie das mit Kompromissen so ist, ist niemand so richtig zufrieden.
Ich gehe aber auch davon aus, dass im Hinterkopf von Frau von der Leyen auch sowas war wie "lasst uns den kurzfristigen Schaden vermeiden und in 3,5 Jahren, wenn hoffentlich ein vernünftigerer Mensch Präsident ist, können wir da nochmal neu verhandeln und möglicherweise den alten Zustand wieder herstellen."
Meine Position ist allerdings auch diejenige eines Menschen, der höchstens latent indirekt betroffen ist und den das finanziell nicht in irgendwelche Bedrängnis stürzen wird.
Leute die in Berufen arbeiten, die direkt noch getroffen sind (Stahl, Aluminium-Branche), sehen das mit Sicherheit anders.