Apple arbeitet an einem Apple Pencil, der seine physische Form und Haptik dem jeweiligen Zeichenwerkzeug anpasst. Ein neues Patent beschreibt detailliert, wie sich Spitze, Gewicht und Oberfläche verändern könnten.
Patent beschreibt anpassbare Spitze und Gewicht
Der Apple Pencil ist seit über zehn Jahren auf dem Markt und wurde anfangs sowohl als überteuerter Eingabestift kritisiert als auch für seine Praxistauglichkeit gelobt. Seitdem hat Apple zahlreiche Patente rund um den Stift eingereicht, etwa zur Erkennung von Farben und Texturen oder zu einem durchsichtigen Touch-Bar-ähnlichen Display. Sogar eine Nutzung als TV-Antenne wurde bereits in einem Patent beschrieben.
Das nun erteilte Patent mit dem Titel „Eingabestift mit verstellbaren Eigenschaften“ geht einen anderen Schritt. Es befasst sich nicht nur mit Funktionen, sondern vor allem mit dem physischen Gefühl beim Schreiben und Zeichnen. Laut Patent kann die Größe und Form von Teilen des Stifts, insbesondere der Spitze, während der Nutzung verändert werden, um unterschiedliche Schreib- und Zeichenwerkzeuge wie Stift, Bleistift, Kreide, Marker oder Pinsel nachzuahmen.
Ziel ist, dass sich der Apple Pencil je nach Einsatzgebiet anpasst, indem er seine eigenen Eigenschaften verändert. Dazu gehören laut Patent Form, Steifigkeit, Flexibilität, Reibung sowie Merkmale wie mehrere Borsten, Schwerpunkt und Trägheitsmoment. In Zeichnungen ist etwa ein Bereich dargestellt, der an die Kugel einer Kugelschreibermine erinnert und zur Seite verschoben werden kann, um das Gewicht zu verlagern.
Flüssigkeit und Elektromagnete für veränderbare Haptik
Ein zentraler Punkt des Patents ist eine Spitze mit einem starren Kern und einem äußeren Körper, dazwischen eine magnetorheologische Flüssigkeit. Diese Flüssigkeit kann ihre Viskosität unter Einfluss eines Magnetfelds verändern, das von einem Elektromagneten im Stift erzeugt wird. So ließe sich der Widerstand der Spitze beim Zeichnen oder Schreiben dynamisch anpassen.
Außerdem beschreibt Apple eine mögliche berührungsempfindliche Oberfläche am Apple Pencil. Damit könnten Benutzer:innen per Tippgeste zwischen unterschiedlichen Eigenschaften umschalten. Im Fokus des Patents stehen jedoch die internen mechanischen Änderungen. So sind Konstruktionen beschrieben, mit denen sich der Schwerpunkt des Stifts verschieben lässt, um etwa das Gefühl eines bestimmten Werkzeugs zu imitieren.
Die äußere Form der Spitze muss laut Patent nicht immer konisch sein. Sie könnte eine konstante oder veränderbare Größe und Form aufweisen. Zeichnungen zeigen unter anderem eine bewegliche Spitze, die sich von einem Punkt in zwei Spitzen aufspreizen kann. Andere Darstellungen zeigen eine an Pinselhaare erinnernde Aufsatzlösung, die möglicherweise in erster Linie das gewünschte Gefühl vermitteln soll.
Starke iPad-Anbindung, eventuell auch iPhone
Insgesamt umfasst das Patent 31 Diagramme und mehr als 16.000 Wörter. Es behandelt zwar auch den Stiftkörper, konzentriert sich aber vor allem auf die Spitze und deren mögliche Verlängerung oder Teilung. Eine Illustration zeigt etwa, wie sich die bekannte Stiftspitze öffnet, um einen Pinsel besser nachzuahmen.
Der beschriebene Apple Pencil bleibt eng mit dem verwendeten iPad verbunden. Im Patent ist wiederholt von Steuerelementen und den Oberflächen die Rede, auf denen geschrieben oder gezeichnet wird. Apple erwähnt auch die Möglichkeit, dass ein solcher Stift mit einem iPhone genutzt werden könnte, verweist dabei jedoch nur auf frühere Überlegungen.
Nach der Patentschrift handelt es sich um eine der bislang umfangreichsten technischen Untersuchungen von Apple zum Apple Pencil als Eingabestift. Das Dokument beschreibt eine Vielzahl mechanischer und haptischer Variationen, macht jedoch keine Aussagen zu Produkten oder Zeitplänen.
Via: https://appleinsider.com
Titelbild: Apple / US-Patenamt
