iPhone, iPad, Mac und Co. sind echte Gemeinschaftsprojekte: An jedem Gerät arbeiten Firmen aus Nordamerika, Europa und Asien mit. Hier seht Ihr, wie Apples globale Lieferkette zusammenspielt.
Bevor Apple ein Produkt montieren lassen kann, müssen erst die einzelnen Komponenten gesichert werden. Bauteile wie RAM, NAND-Speicher, Displays und Bildsensoren stammen von spezialisierten Partnern, mit denen Apple langfristige Beziehungen pflegt.
Herzstück sind die Apple-Silicon-Chips, die von TSMC gefertigt werden. Die meisten aktuellen Prozessoren entstehen in Taiwan, weil TSMC seine modernsten Fertigungsverfahren gesetzlich nur dort einsetzen darf. Ältere Chips wie A16 Bionic oder der S9 der Apple Watch kommen zusätzlich aus TSMC-Werken in Arizona. Seit dem A10-Chip für das iPhone 7 produziert TSMC praktisch alle iPhone-Prozessoren allein.
Apple versucht aber, die Abhängigkeit von TSMC zu verringern. 2025 kündigte das Unternehmen eine Zusammenarbeit mit Samsung bei einer neuen Chiptechnologie an, die in Samsungs Halbleiterwerk in Texas entwickelt wird. Analyst:innen erwarten zudem, dass Intel künftig leistungsschwächere Apple-Silicon-Chips fertigen könnte, ohne dass Apple beim Design zu Intel zurückkehren würde. Macs mit Intel-Prozessor werden ohnehin nur noch bis macOS Tahoe unterstützt.
Beim Speicher setzt Apple auf mehrere Anbieter. NAND-Flash für iPhone, iPad und Mac kommt von SK Hynix, Western Digital, Kioxia und Samsung. RAM liefern Samsung, SK Hynix und Micron. Produziert wird in China, Südkorea, Japan, Singapur, den USA und anderen Ländern. Apple nutzt derzeit LPDDR5X-RAM, mit mindestens 16 GB einheitlichem Speicher in neuen Macs sowie mindestens 12 GB RAM in Geräten mit A19 Pro und M5.
Displays bezieht Apple vor allem von Samsung Display und LG Display aus Südkorea. Sie liefern OLED-Panels für iPhone 17, iPad Pro und andere Modelle, vor allem die Pro-Varianten. Der kommende iPhone Fold soll laut Berichten ausschließlich ein Display von Samsung erhalten. Standard-iPhones, insbesondere für China, nutzen zudem Panels von BOE. Das Schutzglas stammt von Corning aus den USA: Früher Gorilla Glass, heute Ceramic Shield beim iPhone sowie Deckglas für die Apple Watch.
Bei Kameras setzt Apple seit über einem Jahrzehnt auf Sony-Sensoren aus Japan. Berichte aus 2025 deuten darauf hin, dass Apple ergänzend auf Samsung-Kameratechnik aus den USA setzen könnte, um Sony-Abhängigkeiten zu reduzieren.
Akkus für iPhone und iPad liefern Hersteller aus China wie Amperex, Sunwoda, Huizhou Desay sowie Samsung. Sensoren wie Gyroskope und Trägheitssensoren stammen von STMicroelectronics, unter anderem aus der Schweiz. Audiokomponenten kommen von Cirrus Logic mit Standorten in den USA, Großbritannien, China, Japan, Taiwan und Singapur.
Modems der iPhone-17-Reihe kommen von Qualcomm. Dagegen nutzen iPhone 16e, iPhone 17e, iPhone Air und Mobilfunkvarianten des M5 iPad Pro Apple-eigene C‑Modems. Texas Instruments liefert Stromversorgungs-ICs und Platinenbauteile für Apple Vision Pro. Weitere Zulieferer sind Onsemi, Lattice Semiconductor und USI.
Deutlich übersichtlicher wird es bei der Endmontage. Wichtigster Fertigungspartner für das iPhone ist Foxconn (Hon Hai) mit Werken in Guanlan und Zhengzhou in China. Dort entstehen Standard-, Pro- und Pro-Max-Modelle. Zusätzlich betreibt Foxconn Fabriken in Indien und Brasilien. In Indien wird inzwischen etwa jedes vierte iPhone montiert, vor allem Basismodelle, unterstützt von Pegatron und Tata. In Brasilien fertigt Foxconn günstigere Modelle vor allem für den lokalen Markt. Ausgewählte Modelle, etwa die frühere iPhone-Plus-Reihe, kamen zudem von Luxshare.
iPads werden ähnlich verteilt: Foxconn montiert in Zhengzhou und Indien, dazu kommen Wistron und Pegatron in Indien. BYD Electronics assembliert iPads in Vietnam, Compal baut unter anderem das iPad mini in China, Taiwan und Vietnam.
Die Apple Watch wird überwiegend in China gefertigt, hauptsächlich von Foxconn, Luxshare und Quanta Computer. Rund 90 Prozent aller Uhren entstehen dort, Vietnam ist der zweite wichtige Standort. Apple Vision Pro wird von Luxshare in China und Vietnam montiert; beim M5-Modell verlagerte Apple einen Teil der Produktion verstärkt nach Vietnam.
MacBook Air und MacBook Pro montieren Foxconn und Quanta in China und Vietnam, mit Schwerpunkt China. Das günstigere MacBook Neo entsteht vor allem bei Quanta in China, ergänzt durch Foxconn. Auch Mac Studio folgt diesem Muster. Beim Mac mini baut Apple ab Ende 2026 zusätzliche Kapazitäten in den USA auf: Foxconn soll in Houston, Texas, Mac-mini-Modelle und Server für Apple-Intelligence-Dienste montieren. Der frühere Mac Pro von 2019 wurde bereits in einem Flex-Werk in Texas gefertigt, die Produktlinie ist inzwischen eingestellt.
Der iMac ist neben dem kommenden US-Mac-mini die einzige Mac-Reihe, die teilweise außerhalb von China und Vietnam entsteht: In Cork, Irland, betreibt Apple ein eigenes Werk für maßkonfigurierte iMacs für Europa, den Nahen Osten und Afrika, Standardmodelle kommen weiterhin von Foxconn und Quanta aus China.
HomePod-Modelle fertigen Foxconn, Luxshare, BYD Electronics, Inventec und Goertek in China und Vietnam. Die gleichen Partner produzieren AirPods, AirPods Pro, AirPods Max und reguläre AirPods. Seit März 2025 montiert Foxconn zudem AirPods 4 und AirPods Pro 3 im indischen Hyderabad.
Unterm Strich stammen die meisten Apple-Produkte aus China und Vietnam, mit wachsendem Anteil aus Indien. Ergänzend gibt es iPhones für Brasilien aus lokaler Fertigung, den künftig in den USA montierten Mac mini und kundenspezifische iMacs aus Irland.
Eine breite „Made in USA“-Produktion für iPhones ist dagegen nicht realistisch. In den USA fehlen qualifizierte Arbeitskräfte in der nötigen Menge und zu vergleichbaren Kosten wie in China, Indien oder Vietnam. Zusätzlich wären zahlreiche neue Fabriken nötig, während viele Komponenten weiterhin aus Asien kämen. TSMC darf seine modernsten Chipverfahren zudem nur in Taiwan einsetzen, und auch Rohstoffe wie seltene Erden lassen sich nicht vollständig in den USA beschaffen. Eine großflächige Verlagerung würde iPhone und iPad voraussichtlich deutlich verteuern.
Apple setzt daher auf eine diversifizierte Lieferkette: weniger Abhängigkeit von China, mehr Produktion in Indien und Vietnam, gezielte Fertigungsschritte in den USA und Irland – bei weltweit verteilten Komponenten.
Den Beitrag in unserem Forum kommentieren
Apple und Microsoft müssen in Russland Kommunikationsdaten ihrer Nutzer:innen drei Jahre lang speichern. Russische Behörden können die Herausgabe von Nachrichten,…
Das neue iPad mini bringt ein OLED-Display, ein dünneres Gehäuse und den A20 Pro. Erste Testberichte loben die Verbesserungen, sehen…
Ein Flüssigkeitsschaden kann auch dann noch entstehen, wenn die Oberfläche längst trocken ist. Schaltet Euren Mac deshalb sofort aus und…
Apple hat mit dem Test von iOS 27.3 begonnen. Das Update ergänzt neue Funktionen für Safari, Siri und die Health-App…
Apple Fitness+ soll mit Gym Strength individuelle Kraftpläne fürs Fitnessstudio anbieten. Zugleich zeigen Gesundheitsberichte, dass gezielte Gewichtsabnahme das Risiko für…
Apple öffnet Siri AI für Entwickler:innen. Zugleich rücken neue KI-Funktionen für die Apple Watch in den Blick, weil sie auf…
Diese Website benutzt Cookies um Ihr Nutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.
Mehr lesen