In Russland sind beliebte Messenger wie WhatsApp oder Telegram nur noch eingeschränkt nutzbar. WhatsApp reagiert deutlich und wirft der Regierung mangelnden Schutz privater Kommunikation vor.
Zunehmende Einschränkungen für Messenger-Dienste
Seit Beginn des Kriegs gegen die Ukraine hat Russland die Kontrolle über Internetinhalte stetig verschärft und betrifft nun auch mehrere Messenger-Dienste. WhatsApp wird von der Regierung zwar nicht vollständig gesperrt, kann aber meist nur noch über VPN-Verbindungen genutzt werden. Diese Umgehungstechnologien geraten in Russland ebenfalls zunehmend unter Druck: Im September trat ein Gesetz in Kraft, das jede Werbung für VPN-Dienste untersagt.
WhatsApp, Teil des Meta-Konzerns, äußerte scharfe Kritik am Vorgehen. Eine Sprecherin betonte, dass es die Sicherheit von mehr als 100 Millionen Nutzer:innen beeinträchtige, deren Zugang zu sicherer, privater Kommunikation blockiert werde. WhatsApp werde laut eigenen Angaben aktiv daran arbeiten, Nutzer:innen trotz der Einschränkungen weiter zu verbinden.
Regierung setzt auf eigene Messenger-Lösung
Die russische Regierung rechtfertigt die Maßnahmen mit angeblichen Gesetzesverstößen von Meta. Kremlsprecher Dmitri Peskow äußerte, die Blockade sei wegen der Weigerung von Meta, sich an russische Vorschriften zu halten, notwendig. Gleichzeitig forderte er die Bevölkerung auf, stattdessen auf die eigens entwickelte Plattform Max auszuweichen. Über Max sollen nicht nur Chats, sondern auch Zahlungen und staatliche Dienstleistungen abgewickelt werden. Bereits seit dem vergangenen Jahr ist Max in vielen staatlichen und Bildungsbereichen vorgeschrieben.
WhatsApp hingegen warnte, die Regierung versuche, Bürger:innen in eine staatlich kontrollierte „Überwachungs-App“ zu drängen. Nutzer:innen hätten so weniger Möglichkeiten, sich sicher und privat auszutauschen.
Weitere Dienste von Sperrungen betroffen
Neben WhatsApp sind auch andere Messenger in Russland nicht mehr uneingeschränkt nutzbar. Gegenüber Telegram, einem der populärsten Dienste im Land, betreibt Russland bereits seit längerem gezielte Drosselungen und teils vollständige Sperrungen. Auch iMessage von Apple ist betroffen.
Die russische Medienaufsicht Roskomnadsor wirft WhatsApp und dem Betreiber Meta zudem vor, zur Organisation terroristischer Aktivitäten sowie für Betrugsfälle genutzt zu werden. Bereits 2022 wurde Meta in Russland als extremistisch eingestuft, die Dienste Facebook und Instagram sind dort seither verboten.