Wer ein iPhone nutzt, bekommt mit der Apple Watch nach wie vor die beste Smartwatch dafür. Inzwischen habt Ihr aber die Wahl zwischen drei klar unterschiedlichen Modellen.
Wir fassen zusammen, für wen sich Watch SE, Series und Ultra jeweils am besten eignen – und worauf Ihr beim Kauf achten solltet.
Apple Watch SE 3: Die beste Wahl für die meisten
Die dritte Generation der Apple Watch SE bietet ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Abstand zur deutlich teureren Series 11 ist überraschend klein. Neu sind ein Always-on-Display, der verbesserte S10-Chip mit Gesten wie Doppeltipp und Handgelenksbewegung, Schnellladen, Siri direkt auf der Uhr, 5G-Mobilfunk sowie zusätzliche Gesundheitsfunktionen durch den neuen Handgelenk-Temperatursensor.
Wenn Ihr gesundheitlich grundsätzlich gut aufgestellt seid, braucht Ihr oft keine erweiterten Funktionen wie Blutsauerstoffmessung oder EKG zur Erkennung von Vorhofflimmern. Die SE 3 bietet trotzdem alle Basisfeatures wie Benachrichtigungen bei unregelmäßigem Herzschlag, den neuen Schlaf-Score und Hinweise auf Schlafapnoe.
Abseits der Gesundheitsfunktionen verzichtet Ihr vor allem auf etwas Designfeinschliff. Die SE 3 hat einen dickeren Displayrand, und die Akkulaufzeit könnte länger sein. Im Praxistest parallel zur Series 11 fehlte jedoch nichts Wesentliches. Und da sie rund 150 US-Dollar (etwa 140 Euro) günstiger ist, ist die Apple Watch SE 3 für die meisten Benutzer:innen die sinnvollste Option.
Apple Watch Series 11: Bessere Wahl für Gesundheitsmessung
Bleibt die SE 3 die Empfehlung für die Mehrheit, ist die Apple Watch Series 11 interessanter, wenn Euch Gesundheitsüberwachung besonders wichtig ist. Sie bringt alle erweiterten Sensoren mit, die etwa ein Monitoring von Vorhofflimmern ermöglichen, und einen größeren Akku, was vor allem beim Schlaftracking und bei den Schlafapnoe-Funktionen hilfreich ist.
Hinzu kommen von der US-Arzneimittelbehörde zugelassene Benachrichtigungen zu Bluthochdruck, die es bei der SE 3 nicht gibt. Ihr schlankeres Gehäuse und das größere Display machen die Series 11 zudem attraktiv, wenn Ihr eine Apple Watch für Eltern anschaffen wollt.
Wenn Ihr sparen möchtet, lohnt sich der Blick auf Restbestände der Apple Watch Series 10. Series 10 und 11 unterscheiden sich nur geringfügig. Die 11er bietet im Wesentlichen 5G-Konnektivität und eine leicht verbesserte Akkulaufzeit.
Apple Watch Ultra 3: Für Sport und Outdoor – und Kinder
Die Apple Watch Ultra 3 ist für den Alltag meist überdimensioniert. Ihre zusätzliche Robustheit, das sehr helle Display, die integrierte Sirene und die Aktionstaste spielen ihre Stärken bei einem aktiven Lebensstil aus. Dazu zählen häufige Wanderungen, Läufe im Freien oder auch gelegentliches Sporttauchen.
Ihr müsst allerdings keine Leistungssportler:innen sein, um die Ultra zu schätzen. Viele Nutzer:innen mögen die deutlich längere Akkulaufzeit und das größere Display, weshalb sie die Ultra als Alltagsuhr nutzen. Die schwarze Variante hebt sich optisch zusätzlich ab.
Wie bei der Series-Reihe kann es sich lohnen, nach Preisnachlässen für die Ultra 2 zu suchen, da das diesjährige Modell nur ein moderates Upgrade ist. Wenn Ihr bereits eine Ultra 2 besitzt, ist ein Wechsel zur Ultra 3 im Moment meist nicht sinnvoll. Eine Ausnahme kann die neue Satellitenverbindung sein. Lebt Ihr in ländlichen Regionen mit Funklöchern, kann das ein echtes Argument für die Ultra 3 sein.
Für Kinder ist erneut die Apple Watch SE 3 die pragmatische Wahl. Ohne besondere gesundheitliche Gründe brauchen sie weder die erweiterten Trackingfunktionen der Series 11 noch das große, wuchtige Gehäuse der Ultra 3. Die SE 3 ist kompakter, günstiger und reicht völlig, um in Kontakt zu bleiben und den Standort im Blick zu behalten.
Gerade bei jüngeren, sehr aktiven Kindern ist die kleinere Größe praktisch – und ein Defekt trifft das Budget weniger hart. Wenn Ihr Eurem Kind noch kein eigenes iPhone geben wollt, achtet darauf, ein Modell mit Mobilfunk zu wählen. Nur dann könnt Ihr die Funktion „Apple Watch für Kinder“ samt Familienkonfiguration nutzen.
Blutsauerstoff und Ausblick auf kommende Modelle
Anfang des vergangenen Jahres hat Apple in den USA wegen eines laufenden Patentstreits mit dem Medizingerätehersteller Masimo keine Apple Watches mit Blutsauerstoffmessung mehr verkauft. Die US-Handelskommission sah zwei Patente von Masimo verletzt und verhängte ein Importverbot für entsprechende Modelle.
Im August wurde eine Umgehungslösung genehmigt, sodass die Blutsauerstofffunktion per Softwareupdate auf alle US-Modelle zurückkehrte. Der Streit ist damit aber nicht endgültig beigelegt, Masimo geht weiterhin juristisch gegen Apple vor.
Die Blutsauerstoffmessung ist bei Wearables aktuell ohnehin nicht entscheidend. Viele Geräte bieten nur Momentaufnahmen oder erfassen den Wert nachts und liefern morgens einen Durchschnitt. Sie können und sollen medizinische Finger-Pulsoximeter nicht ersetzen.
Nach den Herbst-Events 2025 sind bis Ende 2026 keine Änderungen an der Apple-Watch-Reihe zu erwarten. Apple aktualisiert seine Smartwatches üblicherweise nur einmal pro Jahr. Den nächsten größeren Schritt dürfte daher watchOS bringen. Die nächste Version des Betriebssystems wird voraussichtlich im Juni auf der weltweiten Entwicklerkonferenz von Apple (WWDC) vorgestellt.