Mit dem ersten MacBook Pro auf Basis des M5 hat Apple bereits einen deutlichen Leistungssprung gezeigt. Bald folgen voraussichtlich M5 Pro und M5 Max für leistungsstärkere Macs.
Auf Basis der bisherigen M5-Ergebnisse und der Unterschiede zwischen früheren Pro- und Max-Varianten lassen sich die kommenden Chips grob einschätzen.
Vom M5-MacBook Pro zu Pro- und Max-Chips
Im 14‑Zoll‑MacBook Pro mit M5-Prozessor, das weitgehend dem Vorgängermodell entspricht, war vor allem der neue Chip entscheidend. Neben einer deutlich schnelleren SSD sorgte der Wechsel vom M4 zum M5 für spürbar mehr Leistung.
Obwohl der M5 wie der M4 über eine 10‑Kern‑CPU und eine 10‑Kern‑GPU verfügt, stiegen die Single‑Core‑Werte um rund 13 Prozent. Bei Multi‑Core‑Anwendungen lag der Zugewinn bei etwa 22 Prozent, während die Grafikleistung sogar um 35 bis 50 Prozent zulegte.
Schon in wenigen Wochen soll der Rest der M5‑Familie folgen. Erwartet werden M5 Pro und M5 Max in den 14‑ und 16‑Zoll‑MacBook‑Pro‑Modellen, gefolgt vom Mac mini mit M5 Pro sowie Mac Studio mit M5 Max und M5 Ultra im Frühjahr. Auf dieser Basis lassen sich die kommenden Chips einordnen.
Gleiche Kernzahl, deutlich mehr Leistung
Bei M5 Pro und M5 Max ist nicht damit zu rechnen, dass Apple die maximale Zahl der CPU‑ oder GPU‑Kerne erhöht. Erwartet wird weiterhin eine Obergrenze von 14 CPU‑Kernen beim M5 Pro und 16 CPU‑Kernen beim M5 Max, mit abgespeckten Varianten je nach Modellkonfiguration.
Ähnliches gilt für die Grafikeinheit: Vermutlich bleibt es bei maximal 20 GPU‑Kernen im M5 Pro und 40 GPU‑Kernen im M5 Max. Weitere Eckdaten wie Speicherbandbreite oder Video‑Encoder dürften dem Muster des Basis‑M5 folgen.
Wer die Leistungsdifferenz zwischen M4 und M4 Pro/Max betrachtet und diese auf den M5 überträgt, kann die zu erwartende Performance von M5 Pro und M5 Max grob abschätzen. Für den M5 Max deuten sich dabei sehr hohe Werte an: Eine geschätzte Single‑Core‑Punktzahl von rund 4.500 und über 31.000 Punkte im Multi‑Core‑Test liegen in einer ähnlichen Größenordnung wie aktuelle 64‑Kern‑AMD‑Threadripper‑CPUs.
Auch bei der GPU könnten neue Bestmarken fallen. Der M5 Max dürfte der erste Apple‑Chip sein, der im Geekbench‑6‑GPU‑Compute‑Test die Schwelle von 250.000 Punkten übertrifft. Selbst der M3 Ultra mit 80 GPU‑Kernen blieb knapp darunter, sodass Apple dieses Niveau nun mit halb so vielen GPU‑Kernen in zwei Prozessorgenerationen erreichen könnte.
Die größten Zugewinne des Basis‑M5 liegen bereits bei der Grafikleistung. Bleibt dieser Trend bei M5 Pro und M5 Max bestehen, wäre ein Wert von über 2.300 Punkten im Steel‑Nomad‑Benchmark leicht über dem Niveau der Laptop‑Variante einer GeForce RTX 4050. Der M5 Max mit mehr als 4.600 Punkten käme ungefähr an eine GeForce RTX 4070 heran. Zu aktuellen Desktop‑Spitzenmodellen wie der GeForce RTX 5080 mit über 10.000 Punkten bleibt aber noch Abstand, auch wenn der Schritt nach vorn deutlich wäre.
Mehr Flexibilität dank neuer Chiptechnik?
Ein weiterer denkbarer Vorteil von M5 Pro und M5 Max sind flexiblere Konfigurationen. Ein aktuelles Gerücht besagt, dass die Chips aus getrennten CPU‑ und GPU‑Bereichen bestehen, die auf demselben Silizium‑Substrat verbunden werden. Mehrere Silizium‑Teile bilden also gemeinsam einen Chip.
Das würde Apple ermöglichen, CPU‑ und GPU‑Kernzahl freier zu kombinieren. Zwar ist es unwahrscheinlich, dass beliebige Kombinationen angeboten werden, aber Modelle mit mehr GPU‑ und weniger CPU‑Kernen könnten besser zu bestimmten Arbeitslasten passen.
Technische Basis dafür ist eine neue Verpackungstechnologie von TSMC namens SoIC‑mH (System-on-Integrated-Chip, Molding Horizontal). Sie könnte auch eine engere Integration des Arbeitsspeichers erlauben und damit die Speicherbandbreite verbessern.
Solche flexiblen Konfigurationen wären bei Macs seit dem Ende der Intel‑Ära neu, sind aber nicht garantiert. Apple könnte die Technik ebenso gut nutzen, um CPU und GPU getrennt zu fertigen und so Ausbeute und Wärmeabfuhr zu verbessern, statt maximale Flexibilität bei den Ausstattungen zu bieten.
Lange müsst Ihr auf Klarheit aber nicht warten: M5 Pro und M5 Max sollen bald vorgestellt werden, möglicherweise noch in diesem Monat. Ein möglicher Termin ist Mittwoch, der 28. Januar, wenn das neue Apple‑Aboangebot „Creator Studio“ starten soll.
Via: https://www.macworld.com
Titelbild KI (Zur Illustration)
