Die Apple Watch liefert in Tests sehr genaue Gesundheitsdaten, scheitert im Alltag aber oft an einem Punkt: der täglichen Akkuladung, besonders über Nacht. Genau hier setzen Smart Rings an – und machen deutlich, wo Apple bislang Potenzial liegen lässt.
Apple Watch zwischen Präzision und Akku-Limit
In Vergleichstests gehört die Apple Watch zu den genauesten Wearables, insbesondere bei der Herzfrequenzmessung. Die hohe Genauigkeit ist das Ergebnis aus leistungsfähigen optischen Sensoren, ausgefeilten Algorithmen und einer sehr hohen Abtastrate, etwa bei nahezu kontinuierlicher Herzfrequenzmessung während Workouts. Das hat aber einen Preis: Der Akku ist meist nach einem Tag leer.
In der Praxis bedeutet das für viele Nutzer:innen, dass die Uhr nachts auf dem Ladegerät liegt – genau dann, wenn besonders wertvolle Gesundheitsdaten wie Schlafqualität, Temperaturverlauf oder Erholungswerte erfasst werden könnten. Obwohl die Apple Watch nur etwa eine Stunde zum Laden braucht, scheitert im Alltag oft eine verlässliche Routine: Der Akku wird zu spät geladen, die Uhr bleibt versehentlich auf dem Ladegerät oder wird vor dem Schlafengehen einfach vergessen.
Forscher:innen, Sportler:innen und andere Anwender:innen entscheiden sich deshalb bewusst für Alternativen, die sich rund um die Uhr tragen lassen. Nicht, weil die Apple Watch technisch nicht mithalten könnte, sondern weil sie im Alltag mehr Aufmerksamkeit verlangt, als viele bereit sind zu geben.
Smart Rings punkten mit Dauertragen und Datendurchgängigkeit
Smart Rings wie der Oura Ring und bildschirmlose Fitness-Bänder wie Whoop oder Fitbit Air setzen bewusst auf das Gegenteil der Apple Watch: Sie sollen im Alltag weitgehend verschwinden. Sie bleiben häufig eine Woche oder länger am Körper und erfassen so Gesundheitsverläufe, die einer Smartwatch entgehen, wenn sie auf dem Ladegerät liegt.
Die technischen Kompromisse sind dabei anders gelagert: Durch das kleinere Gehäuse stehen weniger Akkukapazität und Sensorfläche zur Verfügung, was meist zu selteneren Messungen führt. Das ist nachts unproblematisch, weil sich Vitaldaten wenig verändern, kann aber bei Intervalltrainings zu Ungenauigkeiten bei plötzlichen Herzfrequenzspitzen führen. In Tests mit dem Oura Ring 5 lag die gemessene maximale Herzfrequenz bei einem 3-Meilen-Lauf beispielsweise um 8 Schläge pro Minute unter einem Brustgurt, während der Durchschnitt nahezu identisch war. Die Apple Watch lag bei denselben Spitzen deutlich näher am Brustgurt.
Beim kontinuierlichen Gesundheitsmonitoring drehen sich die Stärken allerdings: Ein Oura Ring 5 hält üblicherweise eine Woche oder länger durch, ohne geladen werden zu müssen. Selbst wenn er am Ladetag nachts vergessen wird, bleiben Temperatur-Baselines und andere Langzeitwerte erhalten und werden einfach fortgeführt. So lassen sich etwa Eisprungsdaten in Echtzeit nachverfolgen, während die Apple Watch retrospektiv arbeitet und fünf aufeinanderfolgende Nächte sowie etwa zwei komplette Zyklen benötigt, um belastbare Schätzungen zu liefern. Ein Gerätewechsel oder Reset setzt diese Baselines zudem zurück.
Neues Gerät statt nur mehr Akku?
Technische Fortschritte bei Akkus – etwa silicon-carbon-basierte Technologien mit höherer Energiedichte – und effizientere Prozessoren könnten die Laufzeit künftiger Wearables verbessern. Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass die Apple Watch in absehbarer Zeit auf das Laufzeitniveau von Garmin-Uhren, Smart Rings oder Fitness-Bändern mit einer Woche und mehr kommt, ohne bei der Messgenauigkeit spürbare Abstriche zu machen.
Ein zusätzlicher Ring könnte hier ansetzen: Die Apple Watch bliebe das Gerät für Workouts, Benachrichtigungen und Live-Metriken, während eine smarte Ergänzung am Finger die Hintergrunddaten rund um Schlaf, Regeneration und langfristige Trends sammelt. Andere Anbieter kombinieren diese Ansätze bereits: Samsung führt Daten von Galaxy Ring und Galaxy Watch zusammen, Google verfolgt mit Fitbit Air und Pixel Watch ein ähnliches Konzept.
Apple bringt dafür viel Infrastruktur mit: die Health-App, jahrelang verfeinerte Algorithmen und Erfahrungen aus über einem Jahrzehnt Apple Watch. Zudem konnte das Unternehmen Herzfrequenzsensoren bereits in den AirPods Pro 3 so miniaturisieren, dass sie in Tests nur knapp hinter Brustgurten und der Apple Watch lagen. Patente für fingergetragene Geräte mit biometrischen Sensoren, NFC und Gestensteuerung existieren seit 2015. Gleichzeitig hat sich rund um Smart Rings ein Markt etabliert: Fortune Business Insights erwartet ein Wachstum von 519 Millionen US-Dollar im Jahr 2026 auf 3,77 Milliarden US-Dollar im Jahr 2034.
Dennoch ist unklar, ob und wann Apple tatsächlich einen eigenen Ring bringt. Berichte aus dem Jahr 2024 deuteten darauf hin, dass Sorgen um Kannibalisierung der Apple-Watch-Verkäufe ein Hindernis darstellen. Beobachter:innen wie Mark Gurman sehen die Chancen eines Rings inzwischen jedoch anders und plädieren dafür, dass Apple diese Produktkategorie ernsthaft prüfen sollte – zumal mit dem designierten CEO John Ternus eine Führungskraft antritt, die eng mit der Entwicklung von Apple Watch, AirPods und Vision Pro verbunden ist. Kurzfristig dürfte Apple die Watch weiter ausbauen. Langfristig wirkt ein Apple Ring allerdings weniger unwahrscheinlich als noch vor einigen Jahren.
Hinweis: Dieser Beitrag ist eine automatisch erstellte Zusammenfassung mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Eine redaktionelle Prüfung fand nicht statt.
Via: cnet.com
