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Warum Apples Aktie trotz guter Quartalszahlen fällt

Apple 50-jähriges Jubiläum

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Apple meldet starke Zahlen, dennoch verliert die Aktie deutlich an Wert. Dahinter stehen Engpässe bei Chips, hohe Speicherpreise und verpasste Erwartungen in wichtigen Märkten.

Chipknappheit im KI-Boom bremst Apple aus

Vor dem erwarteten Start der nächsten iPhone-Generation kämpft Apple mit Engpässen bei zentralen Bauteilen. Konzernchef Tim Cook erklärte, dass vor allem die Produktionskapazitäten für kombinierte Chipsysteme knapp seien, die das Herzstück von iPhones und Mac-Computern bilden. Apple habe die Nachfrage nach iPhones und Macs in den vergangenen Monaten unterschätzt – und das trotz bereits hoher Absatzprognosen. Cook, der seinen Posten nach 15 Jahren im September abgibt, räumte diesen Planungsfehler offen ein.

In anderen Jahren hätte Apple als Großkundin bei den Zulieferern mehr Spielraum gehabt. Jetzt gebe es jedoch „weniger Flexibilität“ als üblich, sagte Cook in einer Telefonkonferenz mit Analyst:innen. Die Folge sind laut ihm gravierende Lieferengpässe und nur begrenzte Möglichkeiten, kurzfristig gegenzusteuern. Die Chipfabriken sind stark ausgelastet, weil im Zuge des Booms rund um Künstliche Intelligenz enorme Mengen an Halbleitern für den schnellen Ausbau von Rechenzentren bestellt werden.

Ausgerechnet jetzt müsste Apple traditionell die Produktion der neuen iPhone-Modelle hochfahren, damit sie pünktlich zum Marktstart im Herbst verfügbar sind. Wie üblich äußert sich der Konzern nicht dazu, ob neue iPhones im September vorgestellt werden. In der Branche gilt das allerdings als wahrscheinlich. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg soll in diesem Jahr zudem das erste aufklappbare iPhone-Modell auf den Markt kommen.

Starkes iPhone-Geschäft – trotzdem Kursrückgang

Im vergangenen Quartal steigerte Apple den iPhone-Umsatz im Jahresvergleich um fast 22 Prozent auf 54,25 Milliarden US‑Dollar (rund 47 Milliarden Euro) und übertraf damit die durchschnittlichen Erwartungen der Analyst:innen. Marktforscher:innen gehen davon aus, dass sowohl der Absatz als auch der durchschnittliche Verkaufspreis der iPhones gestiegen sind. Konkrete Stückzahlen veröffentlicht Apple wie andere große Anbieter:innen seit Jahren nicht mehr.

Das iPhone bleibt das zentrale Produkt des Konzerns und steht für etwa die Hälfte des Gesamtgeschäfts. Insgesamt erhöhte sich der Umsatz von Apple um 16 Prozent auf gut 109,4 Milliarden US‑Dollar. Der Gewinn wuchs um 27 Prozent auf knapp 29,8 Milliarden US‑Dollar. Dazu trugen nach Angaben des Unternehmens auch Rückzahlungen von US-Importzöllen bei, die Apple nach Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs der USA zustehen. Das Gericht hatte einige Maßnahmen von Ex-Präsident Donald Trump kassiert.

Trotz Zuwächsen im Servicegeschäft und im wichtigen Markt China blieb Apple aber hinter den besonders hohen Erwartungen der Analyst:innen zurück. Zusammen mit den gemeldeten Engpässen bei essenziellen Bauteilen belastete das die Stimmung an der Börse deutlich. Im nachbörslichen US-Handel verlor die Apple-Aktie zeitweise rund sechs Prozent.

Hohe Speicherpreise und Führungswechsel

Zusätzlich drücken stark gestiegene Preise für Speicherchips auf das Geschäft. Wie andere Computer-Hersteller:innen spürt Apple die drastische Verteuerung im Einkauf. Unter Hinweis auf diese Kostenexplosion hat der Konzern vor einigen Wochen die Preise für mehrere Produktkategorien angehoben, die iPhones blieben davon jedoch ausgenommen. Cook betonte, dass der Markt für DRAM-Speicher nur von drei großen Anbietern dominiert werde. Aus seiner Sicht wären mehr Lieferanten wünschenswert.

In der Branche wird diese Aussage als Signal verstanden, den Kauf chinesischer Speicherchips für Apple und andere US-Unternehmen zu erlauben. In der US-Regierung gibt es dagegen jedoch Widerstand, bedingt durch den anhaltenden Handelskonflikt zwischen Washington und Peking. Politische Beschränkungen verschärfen damit die ohnehin angespannte Versorgungslage.

Das zum Ende Juni abgeschlossene Quartal war zugleich das letzte volle Vierteljahr unter der Führung von Tim Cook. Im September übernimmt der bisherige Hardware-Chef John Ternus die Leitung des Konzerns. Die Börse reagiert damit derzeit auf eine Mischung aus starken Zahlen, strukturellen Engpässen und einem anstehenden Führungswechsel.

Via: https://t3n.de

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Tags: DRAM, Aktienkurs, Apple, John Ternus, iPhone, Speicherchips, Mac, künstliche Intelligenz, Tim Cook, China, Quartalszahlen, Chips

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