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Warum Analyst:innen Apple Vision Pro zum Flop erklären müssen

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Ein Bericht erklärt Apple Vision Pro zur „seltenen Fehlentwicklung“ – auf Basis alter Zahlen und trotz geschätzter Umsätze von über 157 Millionen US-Dollar (rund 143 Millionen Euro) in einem Quartal.

Entscheidend ist weniger, ob Vision Pro objektiv scheitert, sondern welche Erwartungen Analyst:innen daran knüpfen.

Verkaufte Stückzahlen, hohe Preise und fragwürdige Maßstäbe

Apple Vision Pro kam im Februar 2024 mit auffälligem, aber schwerem Design und einem sehr hohen Einstiegspreis auf den Markt. Nach einem Jahr mit eher langsamen Updates, wenig nativer Software und begrenzten Erlebnissen wurden rund 500.000 Geräte ausgeliefert.

Die „Financial Times“ beschreibt Vision Pro als Problemfall und verweist auf gekürzte Produktion und weniger Marketing. Zur Untermauerung werden Berichte über Produktionskürzungen 2024 und IDC-Schätzungen zum Weihnachtsgeschäft 2025 herangezogen. Demnach sollen im wichtigen Weihnachtsquartal 2025 nur 45.000 Vision-Pro-Headsets verkauft worden sein. Bei einem Grundpreis von 3.499 US-Dollar (in Deutschland 3.699 Euro) entspricht das jedoch mehr als 157,5 Millionen US-Dollar (rund 143,5 Millionen Euro) Umsatz. Um allein diese Summe zu erreichen, müsste Meta im gleichen Zeitraum im Schnitt etwa 425.675 Quest-Headsets verkaufen. Das entspricht ungefähr einem Viertel des geschätzten Quest-Umsatzes im vierten Quartal, obwohl Meta den schrumpfenden VR-Markt dominiert.

Die gesamte Meta-Sparte Reality Labs setzte im vierten Quartal 2025 rund 1,08 Milliarden US-Dollar (rund 984 Millionen Euro) um. Vision Pro käme mit einem einzigen Produkt und nur knapp zwei Jahren am Markt auf mehr als ein Zehntel davon – bei einem etwa zehnmal höheren Gerätepreis. Hinzu kommt: Die Rechnung basiert auf dem Basismodell. Viele Käufer:innen wählen bei Vision Pro größere Speicherausstattungen als beim iPhone, was den tatsächlichen Umsatz deutlich erhöhen dürfte.

Außerdem enthalten Metas Reality-Labs-Zahlen auch Softwareumsätze, während die Schätzungen für Vision Pro nur die Hardware berücksichtigen. Damit könnte Vision Pro in einem Quartal auf nahe 20 Prozent von Metas Reality-Labs-Umsatz kommen – und wird dennoch als Misserfolg etikettiert.

Apple Vision Pro als Nischenprodukt mit klarer Rolle

Trotz solcher Berechnungen bleibt ein Punkt unverändert: Nur Apple kennt die internen Erfolgskennzahlen für Vision Pro. Außenstehende wissen nicht, welche Stückzahlen oder Umsätze Apple für diese Produktkategorie ansetzt. Der Bericht rahmt Vision Pro als Versuch, Apples Abhängigkeit vom iPhone zu verringern. Diese Argumentation kennen wir seit Jahren, sie hat jedoch an Gewicht verloren, weil die Servicesparte stetig wächst und die Einnahmen breiter verteilt sind.

Apple stellt Vision Pro selbst als „Zukunft des Computers“ dar. Die erste Generation im Bereich räumliches Computing richtet sich klar an frühe Anwender:innen, was sich auch im Preis widerspiegelt. Eine Massenmarkt-Lösung war diese Version nie. Mit dem Modellwechsel auf den M5-Chip im Oktober 2025 dürfte Apple insgesamt rund 1 Million Geräte verkauft haben, viele davon an Unternehmenskund:innen. Berichte über das Produktionsende bei Luxshare Anfang 2025 stehen im Zusammenhang mit einem geplanten Fertigungswechsel nach Vietnam.

Apple hatte früh erkannt, dass die Herstellung und der Absatz eines so teuren Headsets schwierig werden würden. Schon Sonys begrenzte Zusagen für Display-Glas reichten nicht aus, um 400.000 Geräte pro Jahr sicher einzuplanen. Apple dürfte ein bestimmtes Lagerziel für die erste Generation mit M2 erreicht und daraufhin die Produktion gedrosselt haben. Wie viele M2-Geräte tatsächlich noch im Bestand sind, ist unklar, vieles davon scheint aber verkauft.

Der adressierbare Markt für ein so hochpreisiges Headset ist begrenzt, dennoch kamen nach Einführung des M5-Modells weitere 45.000 verkaufte Einheiten hinzu. Wie viele Verkäufe Apple intern erwartet hat, ist unbekannt, daher bleibt jede externe Bewertung als „Bestanden“ oder „Durchgefallen“ letztlich beliebig.

Vision-Plattform: Fundament für räumliches Computing

Unabhängig von der persönlichen Meinung zu Vision Pro stand fest: Apple musste dieses Produkt auf den Markt bringen. Der VR-Markt war immer eine Nische, doch die Perspektive einer AR-Ebene über der realen Welt gilt als klarer Entwicklungspfad. Nur im Labor hätte Apple das nicht ausreichend erproben können. Schon jetzt orientieren sich Android-XR-Systeme und Meta-Software an Gestaltungsprinzipien, Bedienkonzepten und Funktionen von visionOS.

Vision Pro sollte den Markt nicht sofort umkrempeln, sondern dient als Ausgangspunkt für eine zahlungskräftige Nische. Die Arbeit an Vision Pro und visionOS liefert Apple Erkenntnisse für kommende Projekte. Das Konzept „Liquid Glass“, heute Teil aller Betriebssystemversionen von OS 26, stammt ursprünglich aus visionOS. Auch künftige Projekte wie die angekündigte Apple-AI-Brille ohne AR-Funktionen dürften von den Erfahrungen mit Vision Pro profitieren.

Ähnlich wie das iPad vor mehr als zehn Jahren als „Zukunft des Computers“ vorgestellt wurde, markiert Vision Pro heute einen vergleichbaren Startpunkt. Mit rund 1 Million aktiven Nutzer:innen der jungen Vision-Plattform ist es schwer, von einem klaren Fehlschlag zu sprechen. Apple verdient mit Vision Pro Geld, unabhängig davon, ob die Stückzahlen hoch oder niedrig ausfallen. Entscheidend für die Zukunft von Vision Pro und visionOS ist etwas anderes: Entwickler:innen, die bereit sind, für die Plattform zu entwickeln.

Statt Vision Pro mit unklaren Maßstäben als „Fehler“ abzustempeln, wäre es sinnvoller, die Plattform inhaltlich zu stärken. Ohne ein engagiertes Ökosystem an Apps und Diensten bleibt jedes Hardwareprodukt im räumlichen Computing austauschbar.

Via: https://appleinsider.com
Titelbild: Apfeltalk / Michael Reimann

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Tags: räumliches Computing, Reality Labs, M5, Analysten, VR, AR, M2, visionOS, Apple Vision Pro, Meta Quest

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