Am 1. Januar 1983 startete ein Protokollwechsel, der das Fundament für das heutige Internet legte. ARPANET stellte schrittweise vom Network Control Program (NCP) auf TCP/IP um.
Am Neujahrstag 1983 begannen die Systemarchitekt:innen von ARPANET mit der Umstellung aller Rechner vom bisherigen Network Control Program auf das Übertragungssteuerungsprotokoll/Internetprotokoll, kurz TCP/IP. Die Migration sollte bis Juni 1983 abgeschlossen sein. Bereits 1984 waren mehr als 100 Universitäten und Forschungseinrichtungen in den USA und Europa über dieses Protokoll verbunden, das heute als universeller Standard für weltweite Datenkommunikation gilt. TCP/IP wurde damit zum Fundament des Internets, wie Ihr es heute kennt.
Vor dieser Entscheidung arbeiteten viele Netze mit einem Mix aus inkompatiblen Protokollen und herstellereigenen Protokollstapeln. NCP, das von TCP/IP abgelöst wurde, war ausdrücklich nur für ARPANET ausgelegt und bot keine Möglichkeiten zur Kopplung verschiedener Netzwerke. Mit TCP/IP entstand ein echtes „Internetzwerk“-Protokoll, das einzelne Netze über ihre ursprünglichen Grenzen hinaus miteinander verbinden konnte.
Neben der Fähigkeit zur Vernetzung unterschiedlicher Netzwerke brachte TCP/IP weitere Eigenschaften mit, die es attraktiv machten. Denn das Protokoll war ein offener Standard, herstellerneutral, erweiterbar und frei implementierbar. Diese Merkmale erleichterten nicht nur den Einsatz innerhalb von ARPANET, sondern sorgten auch dafür, dass sich weltweit eine breite Unterstützung entwickeln konnte.
Entworfen wurde TCP/IP von Dr. Vinton Cerf und Dr. Robert Kahn. Sein schichtbasierter Aufbau führte Konzepte ein, die für die spätere Entwicklung des Internets wesentlich wurden. Dazu gehören Mechanismen zur Staukontrolle im Netz, Ende-zu-Ende-Zuverlässigkeit bei der Datenübertragung und die Grundlage für weitere, heute unverzichtbare Diensteprotokolle wie das Hypertext-Übertragungsprotokoll (HTTP), das einfache Mail-Übertragungsprotokoll (SMTP) oder das Domain-Namen-System (DNS).
Ohne TCP/IP hätte sich ein anderes Protokoll durchsetzen müssen. IBM beschrieb die damalige Netzwerkwelt als „Turm zu Babel“ mit vielen inkompatiblen, proprietären Protokollen, die um Nutzer:innen konkurrierten. Gleichzeitig trug IBMs eigenes Systemnetzarchitektur-Protokoll (SNA) zu genau diesem proprietären Flickenteppich bei. Xerox versuchte mit seinem Xerox-Netzwerk-System (XNS) Marktanteile zu gewinnen, während Digital Equipment Corporation auf DECnet setzte.
Im Gegensatz dazu war TCP/IP offen, skalierbar und weitgehend unabhängig von der verwendeten Hardware. So konnte es sich schrittweise ohne große Hürden verbreiten. Man kann sagen, dass TCP/IP sich nicht zwangsläufig durchsetzte, weil es das technisch beste Protokoll für alle Zwecke war, sondern weil es letztlich das einzige war, das sich global etablierte. Seine offene und kostenlose Verfügbarkeit und die Möglichkeit, auf unterschiedlichsten Systemen von PCs bis zu Superrechnern zu laufen, machte es zum gemeinsamen Nenner für viele Mehrprotokoll-Netzwerkrouter. Diese Faktoren trugen wesentlich zum Erfolg von TCP/IP bei.
Via: https://www.tomshardware.com
Bild Gemini KI
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