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Viele kostenlose Cloud Dateispeicher bergen Sicherheitsrisiken

Wer kostenlose Versionen von Dropbox, Box oder WeTransfer nutzt, sollte beim nächsten Download genauer hinschauen. Eine Analyse von Surfshark zeigt: Viele dieser Dienste prüfen Dateien nicht auf Malware.

Beliebte Cloud-Dienste ohne Virenschutz für Gratis-Nutzer:innen

Surfshark, ein Anbieter von VPN-Diensten, hat sechs besonders verbreitete Datei- und Cloud-Dienste untersucht. Das Ergebnis: Die meisten prüfen hochgeladene Dateien nicht standardmäßig auf Viren oder Malware.

Box und WeTransfer bieten Virenscans nur in ihren kostenpflichtigen Tarifen an. Dropbox und iCloud führen laut Surfshark gar keine Dateiscans durch. iCloud verlässt sich dabei auf die Sicherheitsfunktionen von Apple-Geräten, was auf Windows-Systemen ins Leere läuft.

Die Analyse macht deutlich: Ein großer Name bedeutet nicht automatisch hohe Sicherheit. Das gilt besonders für Dienste, die zusammen rund vier Milliarden aktive Nutzer:innen erreichen.

Martynas Dainys, leitende:r VPN-Service-Manager:in bei Surfshark, erklärt, dass einige der größten Anbieter zwar technisch zu mehr Sicherheit in der Lage wären, entsprechende Funktionen aber aus wirtschaftlichen Gründen zurückstellen. Sicherheitsfeatures, die keine direkten Einnahmen bringen, werden häufig vernachlässigt.

Der VPN-Anbieter fasst das Problem in einem Leitsatz zusammen:

Wenn Ihr für einen Dienst nicht bezahlt, werdet Ihr oft selbst zum Produkt.

Nutzer:innen sollten diesen Angeboten daher nur ein überschaubares Maß an Vertrauen entgegenbringen. Jeder Upload und jeder Download kann ein Einstiegspunkt für Angriffe sein, besonders in den kostenlosen Versionen.

Am Ende bleibt es laut Surfshark an den Nutzer:innen, informierte Entscheidungen zu treffen, welches Risiko sie für ihre Daten akzeptieren wollen. Dienste mit integriertem VPN und Virenschutz könnten einen Teil der Gefahren durch Malware und Datenabfluss reduzieren, doch viele Anbieter koppeln besseren Schutz an kostenpflichtige Tarife.

So bietet Box im kostenpflichtigen Angebot Viren- und Ransomware-Scans, WeTransfer schaltet Virenscans frei und Dropbox schützt zahlende Kund:innen vor Ransomware. Auffällig ist: Nur Google Drive und Microsofts OneDrive scannen Dateien auch für Gratis-Nutzer:innen beim Hoch- oder Herunterladen auf Viren. Bei Google Drive gilt das allerdings nur für Dateien bis 100 MB Größe.

Massenscans als neues Datenschutzproblem?

Die Ergebnisse von Surfshark erscheinen in einer Phase, in der die britische Regulierungsbehörde Ofcom ab 2026 strengere Vorgaben zur Dateiüberwachung umsetzen will. Grundlage ist eine Erweiterung des Online-Sicherheitsgesetzes.

Bereits seit 2025 sind Datei-Dienste und andere Plattformen mit Nutzer-zu-Nutzer-Funktionen verpflichtet, mehr Verantwortung für geteilte Inhalte zu übernehmen. Ziel ist es, die Verbreitung von Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern und andere illegale Inhalte zu stoppen.

Surfshark gehört zu den Expert:innen, die vor den Folgen solcher Scans für den Datenschutz warnen. Wenn externe Stellen, darunter Unternehmen oder Behörden, Zugriff auf große Teile der digitalen Kommunikation erhalten, können Nutzer:innen die Kontrolle über ihre Daten verlieren.

Es sei zwar nachvollziehbar, geteilte Inhalte zu prüfen, problematisch werde es aber, wenn auch private Dateien massenhaft gescannt werden. Besonders kritisch sind Dienste wie Dropbox oder Cloud-Backups, die häufig vor allem persönliche Daten speichern.

Hinzu kommt, dass automatisierte Scans Fehler machen. James Baker von der Organisation Open Rights Group warnt, ein universeller Massenscan sämtlicher Dateien zwischen Personen würde die Überwachungsmöglichkeiten enorm ausweiten. Dies könne viele Fehlalarme erzeugen und dazu führen, dass unbeteiligte Menschen mit markierten Inhalten konfrontiert werden.

Unabhängig von gesetzlichen Vorgaben bleibt ein Punkt bestehen: Eine eigene Antivirensoftware auf dem Gerät erhöht den Schutz. Wer die Integrität seiner Dateien vollständig an Cloud-Server abgibt, riskiert nicht nur Schadsoftware, sondern möglicherweise auch den Verlust der Kontrolle über die eigene Privatsphäre.

Via: https://www.techradar.com

Bild Unsplash

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Andreas Vogel

Autor Apfeltalk

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