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Vibe Coding: Wie KI-Apps den App-Store‑Prüfprozess an seine Grenzen bringt

Japan App Store Änderungen

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Vibe Coding ermöglicht es, Apps weitgehend automatisch von KI erstellen zu lassen. Das verändert nicht nur die App-Entwicklung, sondern setzt auch Apples bisherigen App-Store‑Prüfprozess unter Druck.

Wenn KI-Modelle komplette Apps bauen

Gegen Ende des vergangenen Jahres hat sogenanntes agentisches Programmieren, auch Vibe Coding genannt, deutlich an Fahrt aufgenommen. Mit der Einführung von Modellen wie Claude Opus 4.5 wurde es plötzlich möglich, eine KI mit dem Bau einer App zu beauftragen, die dann nahezu vollständig funktionsfähig ausgeliefert wird. Die hohe Trefferquote dieser Modelle führt dazu, dass viele Entwickler:innen deutlich weniger selbst eingreifen und sich beim App-Bau stark zurücknehmen.

Gleichzeitig können nun auch Menschen ohne Programmierkenntnisse Apps erstellen, indem sie ihre Anforderungen einfach in natürlicher Sprache beschreiben. Ob man diese Entwicklung begrüßt oder kritisch sieht, ist eine eigene Debatte. Unabhängig davon zeigt sich jedoch deutlich: Der bisherige Prüfprozess im App Store ist für diese neue Realität nicht ausgelegt.

App-Store‑Prüfung: Wartezeiten steigen deutlich

Viele Entwickler:innen veröffentlichen inzwischen vollständig per Vibe Coding erzeugte Apps im App Store. Parallel dazu melden zahlreiche etablierte Entwickler:innen längere Wartezeiten bei der Einreichung von App-Updates zur Prüfung. Zum Vergleich: Apple lässt jede App und jedes Update von menschlichen Prüfer:innen kontrollieren. Früher war das kein großes Problem, da die Anzahl der möglichen Einreichungen durch den Zeitaufwand für das manuelle Programmieren begrenzt war und ein kleines Team die Last bewältigen konnte.

Dieses System funktioniert nun offenbar nicht mehr wie gewohnt. Zahlreiche Entwickler:innen, darunter unabhängige Entwickler:innen und Unternehmen wie Twitter, berichten von deutlich längeren Bearbeitungszeiten. Einige Updates hängen mehr als drei Tage in der Prüfung, andere warten nach Angaben der Beteiligten sogar bis zu einer Woche. Bisher dauerte der Vorgang in der Regel weniger als einen Tag, nur in Ausnahmefällen ein bis zwei Tage.

Aus dieser Perspektive lässt sich festhalten: Vibe Coding bringt den bisherigen App-Store‑Prüfprozess ins Wanken.

Wie könnte Apple reagieren?

Apple hat seinen menschlichen Prüfprozess für den App Store lange hervorgehoben. Ehemalige Führungskräfte wie Phil Schiller sprachen sich in der Vergangenheit ausdrücklich dagegen aus, automatisierte Prüfungen einzuführen. Wenn Apple aber nicht erheblich mehr Prüfer:innen einstellt – und das für viele Apps, die vermutlich kaum Umsatz bringen –, ist unklar, wie ein vollständig menschlicher Prüfprozess langfristig erhalten bleiben soll.

Aus Sicht des Autors bieten sich kurzfristig zwei naheliegende Ansätze an. Erstens könnte Apple neue App-Einreichungen weiterhin vollständig durch Menschen prüfen lassen, während Updates automatisiert kontrolliert werden. Zweitens wäre eine separate Prüfschlange für gut etablierte Entwickler:innen denkbar, damit deren Updates weiterhin zeitnah veröffentlicht werden können.

Aktuell stellt Apple ein Formular bereit, über das Entwickler:innen eine beschleunigte Prüfung beantragen können. Dieses Verfahren ist jedoch vor allem für kritische Fehlerbehebungen und große, termingebundene Updates gedacht – nicht für die generelle Beschleunigung, weil man nicht länger eine Woche warten möchte.

Für etablierte Entwickler:innen, die häufig Updates veröffentlichen, erscheint es dennoch problematisch, nun unter langen Vorlaufzeiten zu leiden, weil zahlreiche Vibe‑Coding‑Projekte die Warteschlange füllen. Ob sich der Trend zum Vibe Coding wieder abschwächt, bleibt offen. Zumindest im Moment deutet vieles darauf hin, dass auf menschliche Prüfung teilweise verzichtet werden muss – zumindest in einigen Stufen des Prozesses.

Apfeltalk’s Editors Note

Vibe Coding macht die App-Entwicklung in vielerlei Hinsicht einfacher und damit auch ein Stück weit demokratischer. War es früher mit sehr viel Aufwand und noch mehr Wissen verbunden, überhaupt eine App zum Laufen zu bringen, machen KI-Lösungen das ganze überschaubarer. Funktionen oder Spiele (siehe unten), die es vielleicht nie gegeben hätte werden mit Hilfe der KI-Unterstützung Realität.

Dennoch ist es nicht so, dass sich eine App von selber programmiert. Zum Einen muss man immer noch genau wissen (und beschreiben), was man haben möchte und zum Anderen geht es nicht mit einem einzigen Prompt. Teilweise Tage- und Wochenlange Sessions sind nötig, bis eine „KI-App“ den nötigen Feinschliff hat, um veröffentlicht zu werden. Außerdem ist es – aus meiner Sicht – zwingend notwendig den erzeugten Code auch selber zu verstehen. Wenigstens in groben Zügen.

Mit andern Worten: Ich glaube nicht, dass Apple in absehbarer Zeit mit inhaltsleeren Apps überflutet wird. Da es aber leichter wird, Apps zu entwickeln, kann es durchaus sein, dass das bisherige „Prüf-System“ von Apple an seine Grenzen gerät.

Hier zwei Apps von mir, die in Zusammenarbeit mit der KI in Xcode entstanden sind:

SpaceVerwenders
SpaceVerwenders
Entwickler: Michael Reimann
Preis: Kostenlos
Asteroidenjagen
Asteroidenjagen
Entwickler: Michael Reimann
Preis: Kostenlos

Via: https://9to5mac.com

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Tags: App Store, KI, App-Entwicklung, App-Store-Prüfung, Vibe-Coding, Claude Opus 4.5, Apple

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