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USB-C-Anschluss ist kein Garant für hohe Geschwindigkeit

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USB-C wirkt von außen einheitlich, doch hinter der kleinen Buchse stecken sehr unterschiedliche Standards. Wer hohe Datenraten erwartet, muss genauer hinschauen.

USB-C hat die Nutzung vieler Geräte deutlich vereinfacht. Ein einziger, universeller Steckertyp ist heute der De-facto-Standard für moderne Hardware und kann Daten übertragen, Strom liefern und sogar Videosignale ausgeben. Die aktuell schnellste USB-Generation, USB4, erreicht bidirektionale Datenraten von bis zu 80 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s). Damit lassen sich rund 100 Gigabyte in etwas mehr als 10 Sekunden übertragen.

Trotzdem solltet Ihr nicht davon ausgehen, dass jedes Gerät mit USB-C-Anschluss automatisch diese hohen Geschwindigkeiten erreicht. USB-C ist keine einzelne Spezifikation, sondern nur die äußere Form für verschiedene Standards – von den ersten Versionen aus dem Jahr 2014 bis zu den neuesten Varianten von 2026. Wenn Ihr ein Gerät mit USB-C zufällig auswählt, könnt Ihr einen leistungsstarken USB4-Port erwischen, aber ebenso gut nur eine deutlich langsamere USB‑2.0-Verbindung. Selbst der von Engadget empfohlene beste USB-C-Hub im Jahr 2026 unterstützt maximal USB 3.1.

Apple hat das Problem mit seinem aktuellen Notebook MacBook Neo exemplarisch gezeigt. Das Neo ist ein günstiges Gerät, das zunächst für 600 US‑Dollar (rund 550 Euro) auf den Markt kam und inzwischen auf 700 US‑Dollar (rund 640 Euro) verteuert wurde. Um diesen Einstiegspreis zu erreichen, hat Apple Abstriche gemacht und unter anderem einen USB‑2.0‑Port mit nur 480 Mbit/s neben einem USB‑3.2‑Gen‑2‑Port mit 10 Gbit/s verbaut. Beide Anschlüsse sehen identisch aus, es sind jeweils USB‑C‑Buchsen.

Wie konnte ein äußerlich so einfacher Anschluss intern derart unübersichtlich werden – und wie findet Ihr heraus, was Eure USB‑C‑Geräte tatsächlich leisten? Darum geht es im Folgenden.

Warum USB-C so unübersichtlich wurde

USB-C sollte ursprünglich für Klarheit sorgen. Als der Standard 2014 eingeführt wurde, herrschte ein Durcheinander aus unterschiedlichen Steckertypen. Computer hatten USB Typ A, Drucker oft Typ B, Android-Smartphones setzten auf eine von zwei Mikro-USB-Varianten. iPods nutzten den 30‑poligen Dockanschluss oder Lightning, Camcorder luden häufig über Rundstecker, für Videoausgabe brauchte es DisplayPort oder HDMI. Die Vielfalt war schwer zu überblicken.

USB-C sollte all das vereinfachen: klein genug für nahezu jedes Gerät, verdrehsicher einsteckbar und als All-in-one-Lösung für Laden, Datentransfer, Peripherie und Bildausgabe gedacht. Ein Kabel für alles – so lautete die Erwartung.

Diesen Anspruch durchkreuzten jedoch zwei grundlegende Faktoren: Schnittstellen entwickeln sich weiter, und Hersteller achten stark auf ihre Margen. Das USB-IF-Konsortium, das USB-Standards festlegt, konnte Unternehmen nicht verpflichten, USB-C immer mit den jeweils neuesten Spezifikationen umzusetzen. Ein USB-C-Port oder ein USB-C-Kabel, das tatsächlich alle Fähigkeiten des Steckers unterstützt, blieb deshalb selten. Gleichzeitig wurden die USB‑3.x‑Revisionen immer komplexer, bis etwa USB 3.2 Gen 2×2 doppelt so schnell war wie das fast gleich benannte USB 3.2 Gen 2. Hersteller nutzten diese Unklarheit und warben schlicht mit „USB 3“, ohne Details offenzulegen.

Andere Unternehmen brachten reine Ladekabel oder einfache Datenkabel mit veralteten USB‑2.0‑Geschwindigkeiten auf den Markt. Wenn Benutzer:innen nicht verstanden, warum neue Geräte Dateien nur langsam kopieren oder kein Videosignal ausgeben konnten, galt das als ihr Problem, nicht als das der Hersteller.

So findet Ihr heraus, was Eure USB-C-Ports wirklich können

Die Vorgeschichte mag interessant sein, entscheidend ist aber, wie Ihr die Fähigkeiten Eurer USB‑C‑Anschlüsse und -Kabel erkennt. Das Versprechen eines einzigen Kabels für alles ist nicht völlig unerfüllt geblieben – Ihr müsst allerdings genauer hinsehen.

Im besten Fall sind die Funktionen direkt am Port oder Kabel beschriftet. Das USB-IF hat seine Kennzeichnungen vereinfacht, sodass zertifizierte Produkte nun klar Angaben wie „USB 80Gbit/s 240W“ tragen können, wenn sie die aktuelle Revision USB4 Version 2.0 unterstützen.

Viele USB‑C‑Produkte sind jedoch nicht vom USB-IF zertifiziert, weil Hersteller Zeit und Kosten für das Verfahren sparen wollen. In der Praxis müsst Ihr daher meist die technischen Daten vor dem Kauf genau prüfen. Bei einem PC oder Notebook mit mehreren USB‑C‑Ports lohnt ein Blick in die Dokumentation, um die exakten Fähigkeiten der einzelnen Anschlüsse zu finden.

Habt Ihr ein Gerät oder Kabel bereits im Einsatz und findet online keine Angaben, könnt Ihr die Eigenschaften selbst ermitteln. Unter Windows zeigt der Geräte-Manager an, welche USB-Generation ein Port unterstützt. Die reale Datenrate prüft Ihr, indem Ihr eine schnelle, externe SSD anschließt, eine große Datei übertragt und die angezeigte Transferrate beobachtet. Für die Bildausgabe per USB-C erkennt Ihr schnell, ob Port oder Kabel keinen alternativen Displaymodus unterstützen: Bleibt der externe Bildschirm oder Fernseher ohne Signal, fehlt vermutlich die erforderliche Alt-Mode-Funktionalität.

Via: https://www.engadget.com

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Tags: USB-C, USB-Kabel, USB 3.2, USB-IF, USB4, Datenübertragung, USB 2.0, MacBook Neo, Alt Mode

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