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US-Senator:innen erhöhen Druck auf Apple wegen geplanter China-Speicherchips

Apple steht in den USA wegen geplanter Speicherchip-Einkäufe in China unter parteiübergreifendem Druck. Senator:innen fordern eine klare Absage an bestimmte Zulieferer bis zum 21. August.

Hintergrund: KI-Boom und weltweite Speicherknappheit

Der aktuelle KI-Boom hat die Nachfrage nach Speicherchips stark erhöht und zu einer globalen Knappheit bei Chips und Komponenten geführt. Apple reagierte bereits im Juni mit Preiserhöhungen für Macs, iPads, Home-Geräte und Vision Pro, nachdem Tim Cook im „Wall Street Journal“ erklärt hatte, man müsse „alle Versorgung“ prüfen und „alles auf den Tisch legen“.

Um die Lieferengpässe zu entschärfen, lotet Apple seitdem neue Bezugsquellen aus. Das Unternehmen verhandelt mit den chinesischen Speicherherstellern ChangXin Memory Technologies (CXMT) und Yangtze Memory Technologies (YMTC), die vom US-Verteidigungsministerium als chinesische Militärunternehmen eingestuft und damit auf einer schwarzen Liste geführt werden. Laut Berichten hat Apple bereits Chips von YMTC gekauft, aber noch nicht in Produkten eingesetzt, und testet DRAM-Speicher von CXMT.

Rechtlich braucht Apple keine ausdrückliche Genehmigung der US-Regierung, um bei diesen Firmen zu kaufen. Dennoch sucht der Konzern aktiv die Zustimmung der Trump-Regierung, um politische Folgen zu vermeiden. Medienberichten zufolge könnte der Einsatz der chinesischen Speicherbausteine nicht nur Geräte für den chinesischen Markt betreffen, sondern auch Produkte für andere Märkte außerhalb der USA.

Parteienübergreifender Brief an Tim Cook

Eine Gruppe von US-Senator:innen aus beiden Parteien hat Apple-Chef Tim Cook nun schriftlich aufgefordert, die Pläne mit CXMT und YMTC aufzugeben. Angeführt wird die Initiative vom Republikaner Jim Banks aus Indiana und dem Demokraten Chuck Schumer aus New York, unterstützt von weiteren Demokrat:innen und Republikaner:innen.

In dem Brief, auf den sich mehrere Berichte unter Berufung auf Bloomberg beziehen, verlangen die Senator:innen, dass Apple bis zum 21. August zusagt, keine Speicherchips von CXMT oder YMTC in seinen Produkten zu verwenden. Sie bezeichnen die Pläne als kurzsichtig und warnen, Apple könne von kritischen Komponenten aus Unternehmen abhängig werden, die die US-Regierung offiziell als chinesische Militärfirmen einstuft.

Die Senator:innen argumentieren zudem, dass andere Hersteller dem Beispiel Apples folgen könnten. Das würde aus ihrer Sicht die heimische Speicherindustrie schwächen und geplante Investitionen in Bundesstaaten wie Indiana, Idaho, New York und Virginia gefährden. Bereits 2022 hatten ähnliche Pläne, YMTC-Speicher in einigen iPhones für China einzusetzen, scharfe Kritik im US-Kongress ausgelöst und wurden letztlich gestoppt.

Risiken, offene Fragen und zusätzlicher Druck

Die Abgeordneten lehnen ausdrücklich die Idee ab, CXMT-Speicher dauerhaft nur in Geräten für China zu nutzen. Sobald ein Bauteil die Apple-Qualifikation durchlaufe, könne es mit einer einzigen Einkaufsentscheidung weltweit eingesetzt werden, heißt es in dem Schreiben. Zusätzlich verweisen sie darauf, dass der Transfer kontrollierter technischer Informationen an fortgeschrittene Chipfertiger in China eine Lizenz des US-Handelsministeriums erfordern könnte.

Neben der politischen Kritik gibt es auch wirtschaftlichen Gegenwind: Der US-Speicherhersteller Micron hatte wenige Tage vor dem Brief der Senator:innen das Weiße Haus aufgefordert, Apples Plänen eine Absage zu erteilen. Befürchtet werden Nachteile für die heimische Produktion, falls chinesische Speicheranbieter in Apples Lieferkette Fuß fassen.

Für Apple steht neben Reputationsrisiken auch die Beziehung zur US-Regierung auf dem Spiel. Zwar ist der Konzern nicht daran gehindert, bei CXMT und YMTC einzukaufen, könnte aber mit Gegenmaßnahmen rechnen, etwa einem Stopp von Pentagon-Beschaffungen. Auch zusätzlicher regulatorischer Druck und politische Spannungen mit der Trump-Regierung gelten als möglich, während zugleich spekuliert wird, dass das Thema Teil anstehender Handelsgespräche mit China werden könnte. Apple hat auf die jüngste Berichterstattung bislang nicht öffentlich reagiert.

Via: www.iClarified.com · appleinsider.com · 9to5mac.com
Titelbild KI (Zur Illustration)

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Michael Reimann

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