Zum 50. Bandjubiläum besucht U2 mit Zane Lowe die frühere Schule der Band in Dublin. Im Gespräch geht es um das neue Album „Carnaval de Luz“, alte Erinnerungen und die Rückkehr von Schlagzeuger Larry Mullen Jr.
Ein Wiedersehen am Ort der Bandgründung
Bono, The Edge, Adam Clayton und Larry Mullen Jr. treffen sich an der Mount Temple Comprehensive School. Dort begegneten sie sich vor fünf Jahrzehnten, gründeten eine Band und schlossen Freundschaften, die bis heute bestehen. Nach einem Auftritt zum Bandjubiläum gehen sie durch Flure, Klassenräume, Proberäume und den Schulhof.
Im Gespräch mit Zane Lowe erinnern sich die Musiker an Lehrkräfte, die sie unterstützten, und an den Aushang, der die Band zusammenbrachte. Larry Mullen Jr. hatte damals einen Zettel an das Schwarze Brett gehängt, um andere Musiker:innen zu finden. Adam Clayton erzählt, dass keines der späteren Bandmitglieder den Zettel selbst gesehen hatte. Jemand habe ihn jeweils darauf aufmerksam gemacht.
The Edge berichtet außerdem von einem Fund im Haus seiner Eltern: In einem Tagebuch aus dem Jahr 1978 entdeckte er die ursprünglichen Zeilen zu „Out of Control“. Bono hatte zuvor erzählt, dass er den Text an seinem 18. Geburtstag begonnen hatte.
Neues Album, alte Handschrift
Ein zentraler Teil des Gesprächs dreht sich um „Carnaval de Luz“. The Edge beschreibt das Album als Ergebnis vieler angefangener musikalischer Ideen, an denen Bono und er teilweise schon für andere Projekte gearbeitet hatten. Während der Corona-Pandemie habe er ebenfalls Musikskizzen gesammelt. Die Band brachte das Material schließlich gemeinsam zu Ende.
Adam Clayton schätzt besonders, dass die vier Instrumente auf dem Album miteinander greifen. Die Band habe über 50 Jahre eine gemeinsame musikalische Sprache entwickelt. Das gebe ihr das Vertrauen, Stücke fertigzustellen, statt immer weiter daran zu feilen.
The Edge sieht im Album auch die Auseinandersetzung mit dem Ende bestimmter Phasen und der Möglichkeit eines Neuanfangs. Ähnliche Umbrüche habe die Band schon bei ihrer Gründung erlebt. Damals prägten unter anderem wirtschaftliche Schwierigkeiten und der Aufbruch des Punk die Zeit. Heute erkenne er erneut eine Gelegenheit, neue Wege zu finden.
Auf die Frage nach künstlicher Intelligenz und Musik sagt The Edge, U2 lasse sich schwer einem Genre zuordnen. Zwar könne eine KI leicht ein Country-Stück nach festen Regeln erzeugen, doch die Musik der Band folge keiner solchen Formel.
Dolly Parton, Rosalía und Larrys Rückkehr
Bono erzählt, wie U2 mit Dolly Parton an „Torn“ arbeitete. Parton hatte den Song begonnen und die Band gebeten, ihn weiterzuentwickeln. Die ursprüngliche Fassung sei traditioneller gewesen. U2 habe daraus ein Stück mit anderer musikalischer Ausrichtung gemacht. Parton habe trotz einer Erkrankung den Gesang aufgenommen. Wie schwer krank sie damals war, habe die Band nicht gewusst.
„The Mirror Maker“ wiederum entstand laut Bono aus der Inspiration durch Rosalía. Er beschreibt sie als Künstlerin, die über das Sichtbare hinausblicke. Auch Patti Smith nennt er als Beispiel für Musiker:innen, die sich für das interessieren, was „hinter dem Spiegel“ liegt.
Für Larry Mullen Jr. war der Auftritt an der früheren Schule besonders bewegend. Es war sein erster gemeinsamer Auftritt mit U2 seit 2019. Er spricht von einem außergewöhnlichen Erlebnis und davon, wie stark die Verbindung zu den Schüler:innen gewesen sei. Auch seine Rückkehr ins Studio mit dem Stück „In a Life“ sei ein komplexer Moment gewesen: Nach langer Spielpause wusste er zunächst nicht, was er tun sollte. Dann spielte er, wie es sich für ihn natürlich anfühlte.
Das vollständige Gespräch und weitere Ausschnitte stellt Apple Music zur Verfügung.
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Mehr InformationenVia: Apple Music / The Zane Lowe Show
