Das goldfarbene Trump-Mobile-T1-Smartphone soll laut Hersteller noch diese Woche an Vorbesteller:innen ausgeliefert werden. Nach monatelangen Verzögerungen und Zweifeln an der tatsächlichen Existenz des Geräts verdichten sich nun die Hinweise auf einen Marktstart.
Auslieferungsstart nach langer Wartezeit und unklaren Bedingungen
Trump Mobile kündigt auf Facebook an, dass die ersten T1-Gold-Telefone in dieser Woche versendet werden. Kund:innen, die vor fast einem Jahr eine Anzahlung von 100 US-Dollar (rund 92 Euro) geleistet haben, sollen ihre Geräte in den kommenden Wochen erhalten. In einer E-Mail an USA Today erklärte Trump-Mobile-CEO Pat O’Brien, die wochen- und monatelangen Produktionsverzögerungen seien aus Sicht des Unternehmens gerechtfertigt, da man nun ein „beeindruckendes Produkt“ liefere.
Zuvor sorgten Formulierungen in den aktualisierten Nutzungsbedingungen für Verunsicherung. Dort heißt es, die geleistete Anzahlung sei kein Kauf, stelle keine Auftragsannahme dar, begründe keinen Kaufvertrag, übertrage kein Eigentum, reserviere kein bestimmtes Gerät und garantiere nicht, dass ein Gerät produziert oder zum Kauf angeboten werde. Laut Trump Mobile handelt es sich dabei um eine juristische Absicherung für den Fall, dass das T1 Gold doch nicht ausgeliefert würde, was rechtlich helfen, aber Unmut bei Kund:innen nicht verhindern würde.
CNET-Redaktionsleiter Patrick Holland hatte im Juni 2025 eine Anzahlung für ein Testgerät geleistet, bislang aber keinen konkreten Versandtermin erhalten. Beim Login in sein Trump-Mobile-Konto wurde er lediglich aufgefordert, seine veraltete Zahlungsmethode zu aktualisieren; sein Auftrag sei „bestätigt, aber nicht verarbeitet“.
Designwandel, US-Versprechen relativiert und neue Website
Trump Mobile war im Juni 2025 mit einem Mobilfunktarif für 47,45 US-Dollar (rund 44 Euro) pro Monat gestartet und hatte angekündigt, ein in den USA gefertigtes „Trump Phone“ im August 2025 zu liefern. Als sich abzeichnete, dass eine großvolumige Smartphone-Produktion in den USA nicht realisierbar war, strich das Unternehmen den „Made in USA“-Anspruch. Stattdessen wirbt die Seite nun mit einem „amerikanisch geprägten Design“, „amerikanischem Stolz im Design“ und einem Gerät, das von amerikanischer Innovation geprägt sei.
Parallel durchlief das T1 mehrere Designänderungen. Ein früher Entwurf mit starkem iPhone-Anklang wurde im April durch ein neues Design ersetzt, das an Smartphones aus dem Jahr 2012 erinnert. Bereits im Februar hatten Führungskräfte von Trump Mobile einer US-Publikation ein nahezu serienreifes Mustergerät präsentiert. Die aktuelle Website zeigt nun die dritte bekannte Version des T1, inklusive neuem Kamera-Buckel und klar sichtbaren Hardwaredetails wie SIM-Schacht, USB-C-Anschluss, Lautsprechern und einem transparenten Schutzcase, das laut Hersteller zum Lieferumfang gehört.
Technische Daten, Preis und Angebot von Trump Mobile
Das Trump Mobile T1 Gold setzt auf ein 6,78-Zoll-AMOLED-Display mit 120-Hertz-Bildwiederholrate. Die Rückkamera umfasst eine 50-Megapixel-Hauptkamera, eine 8-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera und eine 50-Megapixel-Telekamera mit zweifachem Zoom. Auf der Front sitzt eine 50-Megapixel-Kamera. Der Akku bietet 5.000 Milliamperestunden Kapazität und unterstützt 30-Watt-Schnellladen.
Hinzu kommen Fingerabdrucksensor, KI-Gesichtserkennung und ein Snapdragon-Mobilchip, der in den Detailangaben als Snapdragon-7-Plattform der vorherigen Generation genannt wird. Als Betriebssystem ist Android 15 vorgesehen. Bemerkenswert ist der weiterhin verbaute 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss. Trump Mobile positioniert das Gerät als Smartphone, das auf Leistung, Zuverlässigkeit und „echte amerikanische Werte“ ausgelegt sei, betont gleichzeitig, dass keine offizielle Verbindung zum 47. US-Präsidenten bestehe. Dennoch tragen Gerät und Tarif starke Trump-Bezüge, inklusive goldener Optik, US-Flagge, prominentem Namenszug und einem Mobilfunktarif mit der Bezeichnung „47“.
Der Einführungspreis liegt bei 499 US-Dollar (rund 460 Euro). Die Website nimmt weiterhin Anzahlungen von 100 US-Dollar (rund 92 Euro) entgegen und bietet zusätzlich generalüberholte Smartphones von Apple und Samsung im Preisbereich von 369 bis 629 US-Dollar (rund 340 bis 580 Euro) an. Nach außen kommuniziert Trump Mobile derzeit kaum; Medienanfragen von CNET blieben in den vergangenen Monaten unbeantwortet.
Via: www.techradar.com · www.cnet.com