Vor 15 Jahren trat Tim Cook die Nachfolge von Steve Jobs als Apple-Chef an. Zum 1. September übergibt er das Amt an John Ternus – ein weiterer Einschnitt in Apples Führungsgeschichte.
Am 24. August 2011 kündigte Apple-Mitgründer Steve Jobs, sechs Wochen vor seinem Tod, seinen Rücktritt als Vorstandschef an. Dieser Schritt markierte für viele Beobachter:innen unmissverständlich das Ende einer Ära bei Apple. Zuvor hatte Jobs im Januar 2011 bereits eine Auszeit genommen, während der Tim Cook als amtierender Vorstandschef fungierte. Anders als heute erschien Cook damals als unerwartete und teilweise umstrittene Wahl für die Nachfolge.
Die Entscheidung fiel vor dem Hintergrund einer langjährigen Krankengeschichte von Steve Jobs. Bereits im Herbst 2003 wurde bei ihm Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert. Zunächst setzte er auf alternative Behandlungsmethoden und eine spezielle Diät, bevor er sich im Sommer 2004 einer sogenannten Whipple-Operation unterzog, bei der der Tumor erfolgreich entfernt wurde. Während dieser Phase übernahm Tim Cook als damaliger operativer Geschäftsführer vorübergehend Jobs’ Aufgaben.
Jobs informierte die Apple-Belegschaft kurz vor dem Eingriff über seine Erkrankung und machte die Diagnose und Operation erst im Nachhinein öffentlich. Die spärlichen Informationen und Gerüchte im Vorfeld schürten intern wie extern Zweifel an der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. In seiner später berühmten Rede an der Stanford-Universität im Juni 2005 sprach Jobs zwar über seine Krebserkrankung, verkürzte jedoch den zeitlichen Ablauf und ließ seine Phase mit alternativen Therapieversuchen aus.
Auch nach der Operation rissen Fragen zu Jobs’ Gesundheitszustand nicht ab. Auf der Entwickler:innenkonferenz 2006 fiel sein deutlich schlankeres Aussehen auf, manche Kommentator:innen bemängelten zudem eine geringere Bühnenpräsenz. Ein vielbeachteter Kommentar im Magazin Forbes fragte offen, ob Jobs krank sei, und betonte zugleich, wie abhängig viele Beschäftigte und Familien zu diesem Zeitpunkt wirtschaftlich von ihm und Apple waren. Damit war die Debatte eröffnet, wie weit Medien bei Spekulationen über die Gesundheit einer öffentlichen Person gehen dürfen.
Die Gerüchte flauten 2007 etwas ab, kehrten jedoch 2008 mit Nachdruck zurück, als Jobs bei der Entwickler:innenkonferenz noch ausgemergelter wirkte. Apple erklärte damals, er leide an einem „gewöhnlichen Infekt“, konnte die Zweifel damit aber nicht ausräumen. In diesem Kontext erschien eine Kolumne in der New York Times, die Apples „Kultur der Geheimhaltung“ kritisierte. Der Autor warf dem Unternehmen vor, bei der Kommunikation über Jobs’ Gesundheit nicht offen zu agieren und Investor:innen sowie Öffentlichkeit nicht vollständig zu informieren. Apple beharrte darauf, Jobs’ Gesundheitszustand sei Privatsache.
Steve Jobs rief den Kolumnisten daraufhin persönlich an und widersprach dessen Darstellung deutlich. Im vertraulichen Gespräch schilderte er Details zu seinen Gesundheitsproblemen, die zwar ernster als ein „gewöhnlicher Infekt“, aber weder lebensbedrohlich noch eine erneute Krebserkrankung gewesen seien. Die Spannungen zwischen dem Wunsch nach Privatsphäre und den Erwartungen der Öffentlichkeit prägten in den folgenden Jahren immer wieder die Berichterstattung rund um Jobs und Apple.
Am 24. August 2011 trat Tim Cook offiziell Jobs’ Nachfolge als Apple-Chef an. Fünfzehn Jahre später, am 1. September 2026, gibt er das Amt nun an John Ternus ab. Ternus kam 2001 in das Produktdesign-Team von Apple, wurde 2013 Vizepräsident für Hardware-Entwicklung und 2021 Senior-Vizepräsident. In dieser Zeit verantwortete er maßgeblich die Entwicklung von AirPods, Mac, iPad und iPhone. Der Führungswechsel erfolgt unmittelbar vor der Vorstellung der iPhone-18-Pro-Modelle und eines ersten faltbaren iPhones. Tim Cook bleibt Apple als geschäftsführender Vorsitzender erhalten, soll mit politischen Entscheidungsträger:innen im Dialog bleiben und das Unternehmen bei wachsendem regulatorischem Druck unterstützen.
Via: www.macrumors.com · appleinsider.com
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