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Swift Student Challenge 2026: Wie KI Barrierefreiheit neu denkt

Vier ausgezeichnete App Playgrounds zeigen, wie junge Entwickler:innen mit Swift und KI praktische Lösungen für Barrierefreiheit und Bildung umsetzen. Im Mittelpunkt stehen Kunst, Präsentationstraining, Katastrophenschutz und Musikausbildung.

Wettbewerb mit Fokus auf KI und Inklusion

Die jährliche Swift Student Challenge motiviert Schüler:innen und Studierende weltweit, eigene Ideen mit App Playgrounds auf Basis von Swift umzusetzen. In diesem Jahr wurden 350 Beiträge aus 37 Ländern und Regionen ausgezeichnet, die eine große Bandbreite an Technologien abdecken.

Susan Prescott, Vice President für weltweite Beziehungen zu Entwickler:innen bei Apple, betont die Vielfalt der diesjährigen Einreichungen. Die Gewinner:innen hätten eindrucksvoll gezeigt, wie sich Apple Plattformen, Swift und KI-Werkzeuge kombinieren lassen, um technisch anspruchsvolle und zugleich sinnvolle Projekte zu entwickeln. Apple begleite diese Talente auf ihrem Weg und wolle sehen, welche Projekte als Nächstes entstehen.

Fünfzig besonders hervorgehobene „ausgezeichnete Gewinner:innen“ wurden zur Worldwide Entwicklerkonferenz im Apple Park eingeladen. Dort nehmen sie an einem dreitägigen Programm teil, verfolgen die Keynote vor Ort, lernen von Apple Expert:innen und Entwickler:innen und arbeiten in praktischen Labs weiter an ihren Fähigkeiten.

Viele Projekte entstanden direkt aus dem Alltag der Teilnehmenden oder aus Herausforderungen in ihren Communitys. Vier App Playgrounds stehen dabei exemplarisch für den Schwerpunkt Barrierefreiheit: „Steady Hands“, „Pitch Coach“, „Asuo“ und „LeViola“.

Kreative Lösungen: Von sicherer Evakuierung bis zum virtuellen Instrument

Die Informatikstudentin Gayatri Goundadkar aus Pune entwickelte „Steady Hands“, inspiriert von ihrer Großmutter, mit der sie früher Warli-Malerei betrieb. Als deren Hände im Alter zu zittern begannen, konnte sie kaum noch zeichnen – für Goundadkar der Auslöser, einen App Playground zu bauen, der die Stabilisierung des Apple Pencil nutzt und Menschen mit Tremor beim Zeichnen unterstützt.

Sie richtet sich bewusst an ältere Nutzer:innen und legt Wert auf eine ruhige, nicht klinische Oberfläche, damit sich niemand überfordert fühlt. Technisch greift „Steady Hands“ auf PencilKit und Accelerate zurück, analysiert Strichdaten und Bewegungen, trennt beabsichtigte Linien vom Tremor und zeigt die fertigen Werke in einem persönlichen 3D-Museum. Für die mathematischen und SwiftUI-Aspekte nutzte sie unter anderem den KI-Dienst Claude und baute ein Tool, das Rohbewegungsdaten von iPad und Apple Pencil auswertet, um Frequenz und Stärke des Zitterns zu bestimmen.

Der Frankfurter Student Anton Baranov wiederum entwickelte „Pitch Coach“, nachdem seine Mutter von unsicheren Präsentationen ihrer Studierenden berichtet hatte. Die App soll als digitale Unterstützung bei Vorträgen dienen und setzt auf Echtzeit-Feedback sowie Haltungsanalyse mit AirPods. Mithilfe des Foundation Models Frameworks von Apple erstellt „Pitch Coach“ persönliche Auswertungen, weist auf Füllwörter hin und fasst jede Session zusammen.

Baranov programmierte die App wenige Monate, nachdem er Swift kennengelernt hatte, und setzte Claude Agent in Xcode 26 ein, um Übersetzungen in 20 Sprachen zu erstellen und Füllwörter in verschiedenen Sprachen zu identifizieren. Seit der Veröffentlichung im App Store im März verzeichnete „Pitch Coach“ mehr als 6.000 organische Downloads und wird nicht nur für Vorträge, sondern auch für Rap-Übungen und Comedy-Auftritte genutzt.

Entwickler: Anton Baranov
Preis: Kostenlos

Barrierefreiheit in Krisen und Bildung

In „Asuo“ verarbeitet Karen-Happuch Peprah Henneh aus Ghana ihre Erinnerungen an die schweren Überschwemmungen in Accra im Jahr 2015. Die App berechnet auf Basis historischer Hochwasserdaten und Regenintensität sichere Evakuierungsrouten in Echtzeit für hochwassergefährdete Regionen. Henneh, die nach ihrem Informatikstudium lange im Animationsbereich arbeitete und jetzt Interaktionsdesign studiert, legte von Beginn an besonderen Wert auf Barrierefreiheit.

„Asuo“ bietet VoiceOver-Beschriftungen und -Hinweise, damit sehbehinderte Nutzer:innen jede Ansicht bedienen können. Zusätzlich integrierte Henneh ein eigenes Sprachwarnsystem auf Basis von AVSpeechSynthesizer, das über eine Lautsprechertaste aktiviert wird. Für den Regensimulator auf dem Startbildschirm und die Implementierung des A*-Wegfindungsalgorithmus holte sie sich Unterstützung über den KI-Dienst Claude. Ihre Arbeit knüpft auch an ihr Engagement mit der Organisation Radiance Girl Africa an, mit der sie Workshops leitet, um junge Frauen in Technik und Kunst zu fördern.

Der Informatikstudent Yoonjae Joung entwickelte „LeViola“, nachdem er für ein Austauschjahr ohne Bratsche nach New York gezogen war und dort ein Konzert der Philharmoniker besuchte. Die App macht das Lernen und Spielen der Bratsche ohne physisches Instrument möglich. Joung nutzte KI-Werkzeuge wie Claude, Codex und Gemini, um sich in Swift einzuarbeiten, trainierte anschließend mit Create ML ein eigenes Modell und integrierte es über Core ML.

„LeViola“ analysiert mit den Apple-Frameworks für maschinelles Lernen die Gelenke der linken Hand, erkennt gegriffene Noten und unterscheidet per Armwinkel der rechten Hand zwischen den Saiten. Joung sieht darin einen Weg, Einstiegshürden beim Instrumentalunterricht zu senken und mehr Menschen ohne eigenes Instrument den Zugang zu klassischer Musik zu eröffnen.

Apple hebt hervor, dass aus der Swift Student Challenge bereits zahlreiche Karrieren, Unternehmen und Organisationen hervorgegangen sind, die sich der Demokratisierung von Technologie widmen. Weitere Informationen zur Challenge findet ihr unter developer.apple.com/de/swift-student-challenge.

Via: https://www.apple.com
Titelbild: Apple

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Michael Reimann

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