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Studie: Smartwatches überschätzen Kalorienverbrauch deutlich

Eine aktuelle Studie zeigt: Viele Smartwatches berechnen den Kalorienverbrauch bei Bewegung zu hoch. Das kann Folgen für Training und Gewichtsmanagement haben.

Smartwatches im Vergleich mit Referenzmessung

Forschende der Florida International University haben die Genauigkeit von Smartwatches bei der Erfassung des Energieverbrauchs untersucht. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal PLOS One veröffentlicht und von evidencenetwork.ca am 20.09.2026 zusammengefasst. In der Studie zeigte sich, dass drei von vier getesteten Modellen den Kalorienverbrauch bei körperlicher Aktivität um 15 bis 25 Prozent überschätzen.

Insgesamt nahmen 58 hispanische Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren an der Untersuchung teil. Zur Bestimmung des tatsächlichen Kalorienumsatzes nutzte das Forschungsteam das mobile Spirometriesystem COSMED K5. Dieses erfasst den Gasaustausch und ermöglicht so eine präzise Bestimmung des realen Energieverbrauchs, der als Referenzstandard diente.

Parallel dazu trugen die Teilnehmenden vier verbreitete Wearables gleichzeitig am Handgelenk: eine Apple Watch Series 8, eine Garmin Forerunner 955, eine Samsung Galaxy Watch 5 und eine Fitbit Sense 2. So konnten die Forschenden die von den Geräten berechneten Werte direkt mit den Referenzdaten des Spirometriesystems vergleichen.

Deutliche Abweichungen zwischen den Modellen

Die Auswertung der Messdaten zeigt deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Geräten. Alle vier Smartwatches wichen vom Referenzsystem ab, teilweise erheblich. Am nächsten an den realen Werten lag die Apple Watch Series 8, die den Energieverbrauch im Durchschnitt um 22 Kilokalorien zu hoch angab.

Deutlich größere Abweichungen stellten die Forschenden bei den anderen Modellen fest. Die Samsung Galaxy Watch 5 überschätzte den Verbrauch im Mittel um 57 Kilokalorien, die Garmin Forerunner 955 sogar um 69 Kilokalorien. Diese systematischen Überschätzungen können sich im Tagesverlauf deutlich summieren, wenn Nutzer:innen ihre Aktivität stark über Wearables steuern.

Eine Besonderheit zeigte die Fitbit Sense 2. Bei diesem Modell fiel ein hoher Anteil an Extremwerten auf: 13 Prozent der Messungen wichen besonders stark von den Referenzwerten ab. Auch hier wurde der Energieverbrauch im Schnitt überschätzt, wenn auch mit anderem Fehlerprofil als bei den Konkurrenzmodellen.

Körperfettanteil als Einflussfaktor

Ein weiterer zentraler Befund der Studie betrifft den Zusammenhang zwischen Körperzusammensetzung und Messgenauigkeit. Mit steigendem Körperfettanteil der Proband:innen nahm auch der Messfehler der Smartwatches zu. Die Geräte wurden also ungenauer, je höher der Körperfettanteil ausfiel.

Für Euch als Nutzer:innen kann das praktische Folgen haben. Wer den Kalorienverbrauch über Smartwatches für Gewichtsmanagement oder zur Trainingssteuerung nutzt, arbeitet möglicherweise mit deutlich zu hohen Verbrauchswerten. Wenn Wearables den Energieaufwand um bis zu ein Viertel überschätzen, kann das zu falschen Annahmen über die tägliche Energiebilanz führen.

Die Studie macht damit deutlich, dass Smartwatches zwar nützliche Orientierungswerte liefern, aber professionelle Messsysteme nicht ersetzen können. Gerade bei gesundheitlich relevanten Entscheidungen solltet Ihr die angezeigten Kalorienwerte deshalb eher als Schätzung und nicht als exakte Größe verstehen.

Via: https://www.ad-hoc-news.de

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Andreas Vogel

Autor Apfeltalk

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