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Studie: Phishing-Betrug nimmt stark zu – KI befeuert die Welle

Phishing-Betrug durch KI

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Warnhinweise wie „möglicher Spam“, „verdächtige Aktivität erkannt“ oder „Diese Nachricht könnte gefährlich sein“ gehören inzwischen zum Alltag. Eine neue Studie zeigt nun, wie rasant betrügerische Phishing-Angriffe zulegen – und welche Rolle Künstliche Intelligenz dabei spielt.

Phishing-Fälle steigen, Schäden verdoppeln sich

Der aktuelle Bericht der US-Verbraucherorganisation National Consumers League (NCL) zeigt einen deutlichen Anstieg von Phishing- und Spoofing-Betrug. Solche Betrugsmaschen legten demnach um mehr als 85 Prozent zu. Gleichzeitig haben sich die durchschnittlichen finanziellen Schäden pro Fall mehr als verdoppelt, von 1.000 US-Dollar (rund 925 Euro) auf 2.060 US-Dollar (rund 1.900 Euro).

Eine zentrale Rolle spielt dabei generative KI. Laut NCL werden die Angriffe nicht nur häufiger, sondern auch deutlich ausgefeilter. Die US-Handelsaufsicht Federal Trade Commission (FTC) meldete für das Jahr 2024 Verluste von über 12 Milliarden US-Dollar (rund 11,1 Milliarden Euro) durch Verbraucherbetrug und Scam-Angriffe – ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Behörde rechnet mit weiter steigenden Schäden, weil Betrugsversuche dank KI immer überzeugender werden. Entsprechende Werkzeuge ermöglichen es Täter:innen, Stimmen zu klonen, Deepfakes zu erzeugen, Betrugsnachrichten sprachlich anzupassen und E-Mails, SMS sowie Beiträge in sozialen Netzwerken gezielt zu personalisieren.

„Angesichts der weit verbreiteten Hinweise, dass Betrüger zunehmend KI-Werkzeuge nutzen, um bessere Maschen zu entwickeln, ist der Anstieg bei Phishing-Beschwerden besonders besorgniserregend“, erklärt John Breyault, Vizepräsident für öffentliche Ordnung, Telekommunikation und Betrug bei der NCL, in einer Stellungnahme.

Auffällig ist zudem ein deutlicher Kanalwechsel: 48 Prozent der 1.376 vom NCL ausgewerteten Beschwerden betrafen Betrugsversuche im Internet. Damit rücken Online-Scams klar an die Stelle klassischer Telefonbetrügereien als bevorzugte Methode.

Auch junge Menschen geraten ins Visier

Oft wird angenommen, dass jüngere Menschen – etwa Millennials und Angehörige der Generation Z – durch ihre digitale Erfahrung weniger anfällig für webbasierte, KI-gestützte Betrugsversuche sind. Die Zahlen der NCL zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild.

Zwar stammt mehr als ein Drittel (37,94 Prozent) der Beschwerden von älteren Erwachsenen ab 56 Jahren. Gleichzeitig geraten jüngere Erwachsene aber zunehmend ins Visier. Laut Bericht entfallen 39,8 Prozent aller Betrugsbeschwerden auf Millennials. Besonders deutlich ist der Anstieg in der Altersgruppe der 26- bis 35-Jährigen: In diesem Segment nahmen die Beschwerden im Jahresvergleich um 68,1 Prozent zu.

So schützt ihr euch 2026 besser vor Online-Betrug

Trotz zunehmender und immer raffinierterer, oft KI-gestützter Betrugsversuche können sich Nutzer:innen wirksam schützen. Die NCL empfiehlt, besonders skeptisch zu werden, wenn Angebote „zu gut, um wahr zu sein“ wirken, und sich mit gängigen Betrugsmaschen vertraut zu machen. Dazu zählen unter anderem fingierte Scheckbetrügereien, falsche Gewinnspiele, betrügerische Internet-Warenangebote und Anlagebetrug.

Die Consumer Federation of America (CFA), eine gemeinnützige Organisation zum Schutz von Verbraucher:innen, rät zusätzlich zu grundsätzlicher Wachsamkeit. Unerwartete Anrufe, SMS oder E-Mails sollten immer kritisch hinterfragt werden, insbesondere wenn sie mit Dringlichkeit oder Drohungen arbeiten. Formulierungen wie „sofort handeln“ oder „dein Konto wird gesperrt“ sind typische Warnsignale.

Laut CFA ist es wichtig, Angaben eigenständig zu überprüfen: Recherchiert Telefonnummern, Namen, Webseiten und angebliche Unternehmen lieber selbst, statt euch auf angezeigte Rufnummern, Links oder Kontaktinformationen zu verlassen. Wenn ihr den Verdacht habt, Opfer eines Betrugsversuchs geworden zu sein, solltet ihr den Vorfall den zuständigen Behörden melden, etwa über die Website der US-Handelsaufsicht Federal Trade Commission.

Apfetalk-Tipp

Das größte Einfallstor für Phishing ist immer noch die klassische E-Mail. Bevor ihr dort auf einen Link klickt, könnt ihr euch in manchen Mail-Programmen anzeigen lassen wohin dieser Link eigentlich führt. Thunderbird (hier genutzt) zeigt diesen Link in der Statusleiste an. Außerdem lässt sich Javascript deaktivieren, so dass das „Schweben“ des Mauszeigers über dem Link noch keine Auswirkungen hat. Thunderbird von der Mozilla Foundation gibt es für alle gängigen Betriebssysteme kostenlos.

Via: https://www.cnet.com
Titelbild: Screenshot

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Tags: National Consumers League, künstliche Intelligenz, Betrug, Phishing, Online-Sicherheit, Federal Trade Commission, Scam, Verbraucher:innen

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