News

Soziale-Medien-Prozess: Zuckerberg verteidigt Instagram als „nützliches“ Angebot

Mark Zuckerberg hat in einem viel beachteten Geschworenenprozess zu Social-Media-Sucht ausgesagt. Im Mittelpunkt stehen Vorwürfe, Instagram und andere Plattformen würden Kinder gezielt abhängig machen.

Zuckerbergs Aussagen zu Zielen von Instagram

Zuckerberg nahm am Mittwoch im Zeugenstand Stellung und zeigte sich laut NBC News teilweise konfrontativ. Der Facebook-Gründer erklärte demnach, Meta verfolge mit Instagram das Ziel, die Plattform „nützlich“ zu machen, nicht, die Nutzungsdauer zu steigern.

Hintergrund der Befragung war ein Unternehmensdokument, das laut CNBC eine Verbesserung der „Interaktion“ als eines der Unternehmensziele aufführte. Zuckerberg erklärte dazu nach Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press, Meta habe „bewusst die Entscheidung getroffen, sich von diesen Zielen zu entfernen und sich stattdessen auf den Nutzen zu konzentrieren“.

Wenn etwas wertvoll sei, würden Menschen es häufiger nutzen, „weil es für sie nützlich ist“, so Zuckerberg weiter. Er stellte damit den Fokus auf den wahrgenommenen Nutzen in den Vordergrund und nicht auf reine Zeit- oder Engagement-Kennzahlen.

Vorwürfe einer jungen Klägerin und frühe Vergleiche

Der Prozess geht auf eine Klage einer kalifornischen Frau zurück, die in den Gerichtsunterlagen als „KGM“ bezeichnet wird. Die heute 20-Jährige wirft Instagram, YouTube, Snapchat und TikTok vor, sie als Kind durch angeblich süchtig machende Funktionen geschädigt zu haben.

Die Verfahren richten sich ursprünglich gegen mehrere große Plattformen. TikTok und Snap entschieden sich jedoch, sich mit der Klägerin zu einigen, bevor es überhaupt zur mündlichen Verhandlung kam. Meta muss sich damit als eines der wenigen Unternehmen in diesem Fall vor Gericht verantworten.

Im Rahmen der Befragung ging es auch um frühere öffentliche Äußerungen Zuckerbergs. Dazu gehört sein Auftritt im Podcast von Joe Rogan im vergangenen Jahr, in dem er erläuterte, dass der Verwaltungsrat von Meta ihn nicht entlassen könne, da er die Mehrheit der Stimmrechte kontrolliert.

Wie die New York Times berichtet, warf Zuckerberg der Anwältin der Klägerseite mehr als ein Dutzend Mal vor, seine früheren Aussagen „falsch darzustellen“. Er versuchte damit, die Interpretation seiner früheren Worte durch die Gegenseite zurückzuweisen.

Sorge um KI-Brillen im Gerichtssaal und weitere Verfahren

Zuckerbergs Erscheinen hatte auch Auswirkungen auf die Sicherheitsvorkehrungen im Gericht. Die Richterin warnte laut CNBC die Anwesenden ausdrücklich davor, den Prozess mit KI-Brillen aufzuzeichnen.

Grund dafür war, dass Mitglieder von Zuckerbergs Begleitung beim Betreten des Gerichtsgebäudes mit Metas eigenen intelligenten Brillen beobachtet wurden. Unklar blieb, ob diese im Saal tatsächlich verwendet wurden. Die Richterin zeigte sich laut der Gerichtsreporterin Meghann Cuniff besonders besorgt, dass Geschworene gefilmt oder mit Gesichtserkennung erfasst werden könnten.

Metas aktuelle smarte Brillen verfügen zwar nicht über eine native Gesichtserkennung. Allerdings gibt es Berichte, dass das Unternehmen die Einführung solcher Funktionen prüft.

Der Prozess in Los Angeles wird nicht nur wegen der seltenen persönlichen Aussage Zuckerbergs aufmerksam verfolgt. Es handelt sich auch um eines der ersten Verfahren, in denen Meta mit dem Vorwurf konfrontiert wird, seine Plattformen hätten Kindern geschadet.

Neben dem Verfahren in Los Angeles sieht sich Meta in einem weiteren Prozess in New Mexico ähnlichen Vorwürfen gegenüber. Metas Anwält:innen stellen in beiden Verfahren infrage, ob soziale Medien grundsätzlich als echte Sucht einzustufen seien. Der Leiter von Instagram, Adam Mosseri, hatte zuvor in demselben Los-Angeles-Prozess ausgesagt, Instagram sei nicht „klinisch suchterzeugend“.

Via: https://www.engadget.com
Titelbild KI (Zur Illustration)

Den Beitrag in unserem Forum kommentieren

Michael Reimann

Neueste Artikel

iPad mini im Test: OLED-Display überzeugt, doch 120 Hertz fehlen

Das neue iPad mini bringt ein OLED-Display, ein dünneres Gehäuse und den A20 Pro. Erste Testberichte loben die Verbesserungen, sehen…

4. November 2026

Wasser über dem Mac verschüttet? Das solltet Ihr jetzt tun

Ein Flüssigkeitsschaden kann auch dann noch entstehen, wenn die Oberfläche längst trocken ist. Schaltet Euren Mac deshalb sofort aus und…

4. November 2026

iOS 27.3 bringt neue Siri-Funktionen und eine überarbeitete Health-App

Apple hat mit dem Test von iOS 27.3 begonnen. Das Update ergänzt neue Funktionen für Safari, Siri und die Health-App…

4. November 2026

Fitness-KI erstellt Trainingspläne – was sie leisten kann und wo ihre Grenzen liegen

Apple Fitness+ soll mit Gym Strength individuelle Kraftpläne fürs Fitnessstudio anbieten. Zugleich zeigen Gesundheitsberichte, dass gezielte Gewichtsabnahme das Risiko für…

4. November 2026

Siri wird zur Entwicklerplattform – Apple Watch sorgt für Datenschutzfragen

Apple öffnet Siri AI für Entwickler:innen. Zugleich rücken neue KI-Funktionen für die Apple Watch in den Blick, weil sie auf…

4. November 2026

Apple Angebote des Tages – 04.11.2026

Die 10 stärksten Apple-Angebote am 04.11.2026 im Überblick — darunter 3 neue Bestpreise.

4. November 2026

Diese Website benutzt Cookies um Ihr Nutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.

Mehr lesen