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So verhindern wir, dass Fotos unseren Standort verraten

Digitale Fotos enthalten mehr als nur Bildpunkte. In den unsichtbaren Zusatzdaten steckt oft auch Euer genauer Standort – mit wenigen Schritten lässt sich das kontrollieren und entfernen.

Was EXIF-Daten über Euch verraten

Jedes Foto aus Digitalkamera oder Smartphone wird mitsamt Zusatzinformationen gespeichert. Diese EXIF-Daten („Exchangeable Image File Format“) enthalten unter anderem Aufnahmedatum, verwendetes Gerät und Kameraeinstellungen.

Verfügt Euer Smartphone oder Eure Kamera über GPS und zeichnet den Standort auf, landet dieser ebenfalls in den Metadaten des Bildes. Das ist praktisch, wenn Ihr später alle Fotos aus New York City oder von einem bestimmten Küstenort wiederfinden wollt. Problematisch wird es jedoch, wenn Ihr etwa Haustierfotos teilt und dabei ungewollt Eure Privatadresse mitliefert.

Sobald ein Foto über Euren eigenen Bildschirm hinausgeht, solltet Ihr an die gespeicherten Metadaten denken. Falls nötig, solltet Ihr den Standortstempel vor dem Teilen gezielt entfernen.

So seht Ihr die Metadaten Eurer Fotos

Metadaten können sehr hilfreich sein, gerade die Ortsangaben. Google Fotos und Apple Fotos sortieren Mediatheken unter anderem nach Aufnahmeorten. Ihr könnt in beiden Apps einfach nach einem kürzlich besuchten Ort suchen und bekommt passende Treffer angezeigt.

In Google Fotos auf Android tippt Ihr ein Bild an, öffnet oben rechts das Drei-Punkte-Menü und wählt „Details“. Sind Standortdaten vorhanden, erscheinen sie zusammen mit einer Kartenansicht. In Google Fotos im Web klickt Ihr nach dem Öffnen eines Bildes auf das Info-Symbol („i“ im Kreis) rechts oben, um dieselben Metadaten zu sehen.

Unter iOS findet Ihr die Metadaten in Apple Fotos, indem Ihr ein Bild öffnet und unten auf das Info-Symbol tippt. Enthält das Foto Standortinformationen, wird es auf einer kleinen Karte angezeigt. In Apple Fotos im Web öffnet Ihr das Bild per Doppelklick, das Info-Symbol sitzt dann oben rechts.

Auch in Windows und macOS könnt Ihr Standortdaten einsehen, dort allerdings meist nur als GPS-Koordinaten ohne Karte. Unter Windows klickt Ihr ein Bild im Explorer mit der rechten Maustaste an, wählt „Eigenschaften“ und dann den Reiter „Details“. In macOS klickt Ihr im Finder mit der rechten Maustaste auf ein Bild, wählt „Informationen einblenden“ und seht Koordinaten, falls welche gespeichert sind.

Die meisten Bildbearbeitungsprogramme zeigen Metadaten ebenfalls an. In den Einstellungen findet Ihr in der Regel eine entsprechende Option, häufig mit Breiten- und Längengrad statt Kartenansicht. In Adobe Photoshop etwa öffnet Ihr nach dem Laden eines Bildes über „Datei“ den Punkt „Dateiinformationen“, um alle Metadaten anzuzeigen.

Metadaten und Standortangaben löschen

Viele Plattformen entfernen Standortdaten bereits automatisch. Dienste wie eBay oder Facebook streichen GPS-Informationen beim Hochladen von Bildern. Wenn Ihr Euch Sorgen um Euren Wohnort, Arbeitsplatz oder Urlaubsorte macht, lohnt ein Blick in die Einstellungen der genutzten Dienste. Oft müsst Ihr nichts weiter tun, weil die Standortdaten ohnehin entfernt werden.

Einige Foto-Apps erlauben das gezielte Bearbeiten oder Löschen von Standorten. Google Fotos bietet diese Möglichkeit nicht, Apple Fotos schon. In Apple Fotos auf iOS findet Ihr auf der Info-Seite eines Bildes eine Option zum Entfernen der Standortdaten, dort heißt sie „Anpassen“. In Apple Fotos im Web ist die entsprechende Schaltfläche mit „Bearbeiten“ beschriftet.

Es gibt auch einfache Umwege. Ihr könnt ein Bild in die Zwischenablage kopieren, wieder einfügen und unter neuem Namen speichern. Dabei bleiben nur die Bilddaten erhalten, viele Metadaten – inklusive Standort – gehen verloren, weil die Zwischenablage nur die reinen Pixel übergibt.

Zusätzlich stehen spezialisierte Werkzeuge bereit. ExifViewer.Pro läuft im Browser, kommt ohne Registrierung aus und lässt sich unkompliziert bedienen; nach dem Laden funktioniert es sogar ohne Internetverbindung. Alternativ könnt Ihr ExifTool als schlanke Anwendung lokal unter Windows oder macOS nutzen.

Auf dem Smartphone könnt Ihr der Kamera-App den Standortzugriff komplett entziehen. Unter Android findet Ihr die Einstellung in „Apps > Kamera > Berechtigungen“, unter iOS in „Datenschutz & Sicherheit > Ortungsdienste > Kamera“. Ohne Standortzugriff werden keine GPS-Daten mehr in neuen Fotos gespeichert. Damit entfällt aber auch die Möglichkeit, Bilder später nach Orten zu durchsuchen, etwa in Google Fotos oder Apple Fotos.

Via: https://www.wired.com

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Michael Reimann

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