macOS geht sparsam mit Energie um, doch manchmal zählt jede Minute Akkulaufzeit. Mit ein paar gezielten Einstellungen könnt Ihr mehr aus Eurem MacBook-Akku herausholen.
Bevor Ihr an den Einstellungen dreht, solltet Ihr den Zustand des Akkus prüfen. Geht in Systemeinstellungen > Batterie und schaut nach, was neben Batteriezustand steht. Klickt auf das „i“-Symbol, um den Wert als Prozentsatz der ursprünglichen Kapazität zu sehen. Bei 100 Prozent beeinflusst das Akkualter die maximale Kapazität noch nicht, bei etwa 95 oder 90 Prozent besteht ebenfalls noch kein akuter Handlungsbedarf.
Apple empfiehlt einen Akkutausch, wenn der Wert unter 80 Prozent fällt – dann erscheint auch eine Servicewarnung. In diesem Fall ist es Zeit für einen Termin an der Genius Bar. Für eine längere Lebensdauer könnt Ihr das Laden optimieren: In Systemeinstellungen > Batterie klickt Ihr beim Punkt Laden auf das „i“ und wählt „Batterieladung optimieren“. Dadurch wird der Ladezustand auf 80 Prozent begrenzt. Das verlängert die Lebensdauer, verändert aber nicht die aktuelle Laufzeit pro Ladung.
Die Akku-Anzeige in der Menüleiste eignet sich gut zur Kontrolle. Ein Klick zeigt Euch Ladestand, aktuellen Energiemodus und Apps mit hohem Verbrauch. Dort könnt Ihr auch die 80-Prozent-Grenze vorübergehend aufheben, wenn Ihr vor einem langen Flug oder Arbeitstag einmal voll laden müsst. Fehlt das Akku-Symbol, findet Ihr es unter Systemeinstellungen > Menüleiste; setzt dort ein Häkchen bei Batterie.
Wenn Ihr eine einzige Einstellung wählen müsstet, um die Akkulaufzeit zu verlängern, wäre es der Stromsparmodus von Apple. Ihr findet ihn unter Systemeinstellungen > Batterie im Bereich Energiemodus. In der Regel ist „Automatisch“ aktiv, was für die meisten Benutzer:innen sinnvoll ist.
Ist Euer Akku schon älter oder steht ein besonders langer Tag bevor, könnt Ihr im Bereich „Bei Batterie“ auf „Stromsparmodus“ umstellen. Dann bleibt das MacBook dauerhaft im Energiesparmodus, auch bei hoher Ladung. Sollte dort versehentlich „Höchstleistung bei Batterie“ aktiv sein, kann das die Ursache für schnellen Akkuverbrauch sein.
Auch die Anzeigeeinstellungen wirken sich aus. Unter Systemeinstellungen > Batterie > Optionen sollte „Anzeige bei Batteriebetrieb leicht abdunkeln“ aktiviert sein. Ebenfalls wichtig: Geht zu Systemeinstellungen > Sperrbildschirm und setzt „Anzeige bei Inaktivität bei Batteriebetrieb ausschalten“ auf einen kurzen Zeitraum, etwa fünf oder zwei Minuten, damit der Bildschirm nicht unnötig lange aktiv bleibt.
Wenn Ihr beim Videostreaming oft zu wenig Akkulaufzeit habt, hilft eine weitere Option. Unter Batterie > Optionen könnt Ihr „Videostreaming bei Batteriebetrieb optimieren“ aktivieren. HDR-Videos werden dann im SDR-Modus abgespielt, was Energie spart. Plant Ihr Streaming unterwegs, kann das ein paar zusätzliche Minuten bringen.
Die Tastaturbeleuchtung verbraucht zwar nicht viel, lässt sich aber ebenfalls anpassen. Unter Systemeinstellungen > Tastatur könnt Ihr die Helligkeit reduzieren und „Tastaturbeleuchtung nach Inaktivität ausschalten“ auf einen kurzen Zeitraum stellen. Erwartet davon allerdings nur geringe Einsparungen.
Zum Aufspüren stromhungriger Apps reicht meist das Bordmittel Aktivitätsanzeige. Ihr findet es unter Programme > Dienstprogramme. Im Tab Energie seht Ihr unter Energiebelastung, welche Apps aktuell besonders viel verbrauchen. Die Spalte „12 Std. Energie“ liefert Euch ein Bild über einen längeren Zeitraum. Schneller geht der Blick ins Akku-Symbol der Menüleiste, das ebenfalls leistungshungrige Apps anzeigt.
In der Aktivitätsanzeige findet Ihr zudem den Bereich „Verhindert Ruhezustand“, der Apps auflistet, die Euer MacBook wach halten. Parallel lohnt sich ein Blick in Systemeinstellungen > Allgemein > Anmeldeobjekte & Erweiterungen unter „App-Hintergrundaktivität“. Hier seht Ihr, welche Programme im Hintergrund laufen. Vorsicht: Viele Einträge gehören zu wichtigen Diensten, die nicht immer eindeutig benannt sind. Ein unbedachtes Deaktivieren kann Funktionen beeinträchtigen, daher solltet Ihr nur Prozesse stoppen, die Ihr sicher identifiziert habt.
Browser können echte Akkufresser sein, besonders Chrome. Wenn Safari zu Eurem Arbeitsablauf passt, lohnt sich der Einsatz, da der Browser meist effizienter mit Energie umgeht. In Safari könnt Ihr automatische Videowiedergabe verhindern: Unter Einstellungen > Websites > Automatische Wiedergabe legt Ihr fest, welche Seiten niemals automatisch abspielen dürfen. Unter „Beim Besuch anderer Websites“ lässt sich das global regeln.
In Chrome findet Ihr unter Einstellungen > Leistung den Energiesparmodus, der Hintergrundprozesse reduziert und grafische Effekte einschränkt. Dort solltet Ihr außerdem prüfen, ob „Seiten vorab laden“ deaktiviert ist, da sonst womöglich Seiten im Hintergrund geladen werden, die Ihr nie besucht.
macOS bietet zusätzlich eine systemweite Option gegen automatisch abspielende Animationen. Unter Systemeinstellungen > Bedienungshilfen > Bewegung könnt Ihr „Animierte Bilder automatisch abspielen“ deaktivieren. Dann starten GIFs und andere Animationen in Apps nicht mehr von selbst, was weitere Energie sparen kann.
Ein weiterer Punkt: Unter Systemeinstellungen > Batterie > Optionen > „Für Netzwerkzugriff aktivieren“ sollte „Nur bei Netzteil“ eingestellt sein. So wird Euer MacBook im Batteriebetrieb nicht für Nachrichten- oder iCloud-Aktualisierungen aufgeweckt. Zusätzlich lohnt ein kurzer Check der Ortungsdienste unter Systemeinstellungen > Datenschutz & Sicherheit > Ortungsdienste. Dort könnt Ihr Apps ohne zwingenden Bedarf deaktivieren, solltet aber Dienste wie Wo ist?, Wetter oder gegebenenfalls den Browser aktiviert lassen.
All diese Maßnahmen werden die Akkulaufzeit nicht verdoppeln. Für die meisten von Euch reichen die macOS-Standardeinstellungen. Doch mit Stromsparmodus, gedimmtem Display und reduzierter Hintergrundaktivität könnt Ihr einige zusätzliche Minuten bis Stunden herausholen.
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