Apple hat sich in den USA auf einen Vergleich zur verspäteten Einführung der neuen Siri-KI geeinigt. Die offizielle Vergleichswebsite ist nun online, erste Ansprüche können eingereicht werden.
Hintergrund der Sammelklage zu Siri
Im Mai hatte Apple zugestimmt, 250 Millionen US‑Dollar (rund 232 Millionen Euro) zu zahlen, um eine US‑Sammelklage zur verzögerten Einführung der Siri-KI beizulegen. Aus der Vergleichssumme sollen betroffene iPhone-Kund:innen eine Entschädigung erhalten.
Auslöser war die Vorstellung neuer Siri-Funktionen im Juni 2024. Apple zeigte damals auf der Entwicklerkonferenz neue Möglichkeiten von Siri, die auf Apple Intelligence basieren. Dazu gehörten das Verständnis des persönlichen Kontexts, die Erkennung von Bildschirminhalten und tiefere Steuermöglichkeiten innerhalb einzelner Apps.
In einer Demo fragte ein iPhone-Nutzer Siri etwa nach dem Flug und den Mittagsplänen seiner Mutter, basierend auf Informationen aus den Apps Mail und Nachrichten. Diese Funktionen bewarb Apple in Produktpräsentationen, auf der eigenen Website, in einem Fernsehspot mit der Schauspielerin Bella Ramsey und an weiteren Stellen.
Im März 2025 verschob Apple den Start der personalisierten Siri-Version. Daraufhin reichten Kläger:innen eine Sammelklage wegen angeblich irreführender Werbung ein. Apple wies alle Vorwürfe zurück und erklärte, man wolle mit dem Vergleich lediglich die Kosten und Risiken eines Gerichtsverfahrens vermeiden und sich weiter auf „die Lieferung der innovativsten Produkte und Dienste“ konzentrieren.
Im Juni 2026 stellte Apple Siri-KI schließlich auf der Entwicklerkonferenz WWDC vor. Siri-KI steht auf iPhone-15-Pro-Modellen und neuer zur Verfügung, wenn diese mit iOS 27 laufen, das vergangene Woche erschienen ist. Obwohl iOS 27 selbst nicht mehr im Betastatus ist, gilt Siri-KI weiterhin als Beta-Funktion.
Wer ist anspruchsberechtigt und wie läuft die Anmeldung?
Ansprüche können nur von Personen geltend gemacht werden, die in den USA wohnen und eines der berechtigten iPhone-Modelle in den USA zwischen dem 10. Juni 2024 und dem 29. März 2025 zu anderen Zwecken als dem Wiederverkauf gekauft haben.
Folgende iPhones sind von dem Vergleich erfasst: iPhone 15 Pro, iPhone 15 Pro Max, iPhone 16, iPhone 16e, iPhone 16 Plus, iPhone 16 Pro und iPhone 16 Pro Max. Berechtigte Kund:innen sollen in den kommenden Tagen per E‑Mail über den Vergleich informiert werden. Diese Nachricht enthält eine Anspruchs-ID und einen PIN‑Code.
Auf der Vergleichswebsite können aber auch ohne diese Angaben Ansprüche eingereicht werden. Das Formular fragt nach persönlichen Daten sowie der Seriennummer des berechtigten iPhones. Falls Ihr die Seriennummer nicht angeben könnt, müsst Ihr Eure Apple‑Account‑E‑Mail-Adresse und die Telefonnummer des betroffenen iPhones eintragen.
Ansprüche lassen sich ausschließlich über die Vergleichswebsite einreichen. Der Zeitraum dafür läuft vom 21. September bis zum 21. Dezember dieses Jahres.
Höhe der Zahlung und weiterer Zeitplan
Laut Vergleichsbedingungen erhält jede Person mit einem gültigen Anspruch eine Zahlung von voraussichtlich 25 US‑Dollar (rund 23 Euro) pro berechtigtem Gerät. Die tatsächliche Summe kann höher oder niedriger ausfallen, je nachdem, wie viele gültige Anträge insgesamt eingehen. Maximal sind 95 US‑Dollar (rund 88 Euro) pro Gerät vorgesehen.
Eine abschließende gerichtliche Anhörung zur Genehmigung des Vergleichs ist für den 24. Februar 2027 angesetzt. Mit Auszahlungen an berechtigte Kund:innen ist daher erst irgendwann im kommenden Jahr zu rechnen.
Auf der Vergleichswebsite findet Ihr weitere Informationen, etwa zu der Möglichkeit, aus dem Vergleich auszutreten, sowie zu weiteren Bedingungen. Es lohnt sich, die dort bereitgestellten Hinweise vor dem Einreichen eines Anspruchs aufmerksam zu lesen.
