Mit Werbung auf Samsung Family Hub Kühlschränken kommt siese nun auch auf die teuren Geräten in den eigenen vier Wänden. Diese Entscheidung sorgt bei vielen Nutzer:innen für Kritik.
Werbung auf dem Kühlschrank-Display
Samsung plant, ab Anfang November 2025 Werbeanzeigen auf den Displays seiner Family Hub Kühlschränke zunächst in den USA anzuzeigen. Damit nutzt das Unternehmen ein weiteres Gerät im Haushalt als Werbefläche. Die Family Hub Modelle besitzen integrierte Touch-Displays von 21,5 bis 32 Zoll und richten sich an Familien, um Fotos, Videos und Notizen zu teilen, Musik zu hören, Rezepte zu suchen oder Kalender zu synchronisieren. Preise starten ab 1.899 US-Dollar (ca. 1.795 Euro) und reichen bis zu 3.499 US-Dollar (ca. 3.310 Euro), abhängig vom Modell. Ein Software-Update bringt den Werbe-Widget noch diese Woche auf Geräte des Modelljahrs 2024.
So funktioniert die Werbe-Einblendung
Werbeanzeigen erscheinen künftig auf dem sogenannten Cover-Bildschirm-Widget, sobald der Kühlschrank im Leerlauf bleibt. Neben den Werbeanzeigen werden weiterhin Informationen wie Wetter, Kalender oder Nachrichten angezeigt. Vorerst laufen ausschließlich Anzeigen für Samsung-Produkte. Samsung plant laut Medien wie The Verge, dass zukünftig auch Drittanbieter Werbung auf den Kühlschränken platzieren können. Nutzer:innen können im Einstellungsmenü unter „Werbeanzeigen“ aktuell komplett auf die Widget-Funktionen verzichten, wodurch alle Informationen – inklusive Werbung – deaktiviert werden. Es ist auch möglich, einzelne Werbeanzeigen direkt vom Display zu entfernen. Diese erscheint dann während der jeweiligen Werbekampagne nicht erneut. Kunstmotive oder Album-Themen blockieren die Werbung ebenfalls.
Unmut bei betroffenen Kund:innen
Die Entscheidung, auf bereits verkauften und nicht billigen Geräten – viele für mehr als 1.900 US-Dollar – Werbung anzuzeigen, überrascht zahlreiche Kund:innen. Viele haben beim Kauf nicht damit gerechnet, dass Samsung das umfangreiche Display zukünftig als Werbefläche nutzt. Samsung aktiviert die Werbung standardmäßig, sodass viele Besitzer:innen ohne gezielten Blick in die Einstellungen davon betroffen bleiben. Diese Praxis stößt vor allem deshalb auf Kritik, weil es keine aktive Zustimmung für die Werbeschaltung bei den Nutzer:innen gibt. Unklar bleibt, wie transparent Samsung das Opt-Out kommuniziert. Das neue Modell ist bislang auf den US-Markt begrenzt. Ob und wann die Funktion nach Europa kommt, ist nicht bekannt.
Apple setzt ebenfalls zunehmend auf Werbeanzeigen, beispielsweise in der Karten-App, bleibt aber bei Haushaltsgeräten vorerst außen vor. Besonders Besitzer:innen teurer Geräte sehen Samsungs Entscheidung kritisch, dass Alltagsgeräte mit Werbung versorgt werden, obwohl sie einen hohen Kaufpreis bezahlt haben.