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Russischer Tech-Konzern VK verklagt Apple: Hohe Strafen wegen App-Blockade gefordert

Der russische Technologiekonzern VK geht in Moskau juristisch gegen Apple vor. Im Zentrum steht die Entfernung mehrerer VK-Apps aus dem App Store nach EU-Sanktionen.

VK fordert Rückkehr seiner Apps in den App Store

VK hat beim Schiedsgericht in Moskau Klage gegen Apple eingereicht und verlangt die Wiederherstellung mehrerer zuvor entfernten Anwendungen im App Store. Aus Gerichtsunterlagen vom 19. August 2026 geht hervor, dass das Unternehmen seine Apps ohne weitere Verzögerung wieder im Angebot sehen möchte.

Apple hatte kürzlich eine Reihe von Anwendungen aus dem Portfolio von VK aus dem App Store entfernt. Betroffen sind unter anderem die sozialen Netzwerke WKontakte und Odnoklassniki, die Kommunikations-Apps VK Messenger und VK Video sowie weitere Dienste wie Zen, Mail Cloud, Mail, Skillbox und Youla. Apple begründete den Schritt damit, dass das Unternehmen Sanktionen der Europäischen Union gegen VK und dessen Messaging-Tochter Communication Platform LLC umsetzt.

VK verlangt nun nicht nur die Rückkehr dieser Anwendungen in den App Store, sondern knüpft daran auch eine finanzielle Forderung. Die Klage richtet sich gegen drei Apple-Gesellschaften: Apple Rus LLC, Apple Inc. und Apple Distribution International Ltd.

Hohe tägliche Strafzahlungen als Druckmittel

Der russische Konzern fordert vom Gericht tägliche Strafzahlungen in Höhe von 58 Millionen Rubel, umgerechnet rund 696.000 US-Dollar (etwa 644.000 Euro), falls Apple einer möglichen Anordnung zur Wiederherstellung der Apps nicht nachkommt. Diese Summe verteilt sich auf drei zentrale Dienste des Unternehmens.

Für das soziale Netzwerk WKontakte fordert VK mit 50 Millionen Rubel pro Tag den größten Anteil, was etwa 600.000 US-Dollar (rund 555.000 Euro) entspricht. Die Musikplattform VK Musik soll mit 5 Millionen Rubel täglich veranschlagt werden, also knapp 60.000 US-Dollar (circa 55.000 Euro). Für das Netzwerk Odnoklassniki sieht die Klage 3 Millionen Rubel pro Tag vor, nahe 36.000 US-Dollar (rund 33.000 Euro).

VK möchte zudem, dass diese täglichen Strafzahlungen sechs Tage nach der vollständigen und endgültigen Entscheidung des Gerichts zu laufen beginnen. Die Klage stützt sich auf die EU-Sanktionsentscheidung, in der VK und seine Messaging-Tochter beschuldigt werden, Überwachung, Zensur und die Identifizierung von Regierungskritiker:innen in Russland zu ermöglichen. Nach dieser Einstufung entfernte Apple die betroffenen Anwendungen aus dem App Store, später verschwanden die gleichen Titel ebenfalls aus dem Google Play Store.

Kreml-Kritik und wachsende Spannungen mit Tech-Konzernen

Die Entscheidung von Apple löste eine deutliche Reaktion des Kremls aus. Regierungssprecher Dmitri Peskow forderte öffentlich eine formelle Erklärung von Apple und stellte die Zuverlässigkeit des Unternehmens als Anbieter kommerzieller Dienste in Russland infrage.

Der aktuelle Streit fügt sich in eine Reihe von Auseinandersetzungen zwischen westlichen Technologiekonzernen und russischen Behörden in den vergangenen Jahren ein. Das Bezirksgericht Taganski belegte Apple kürzlich mit einer Geldstrafe von 500.000 Rubel, umgerechnet etwa 6.000 US-Dollar (rund 5.500 Euro), wegen wiederholter Verstöße gegen russische Bundesgesetze.

Auch Google geriet ins Visier der russischen Justiz. Ein Schiedsgericht in Moskau verurteilte Google Ireland Limited dazu, mehr als 2,1 Milliarden US-Dollar (rund 1,94 Milliarden Euro) an die insolvente russische Google-Tochter zurückzuzahlen. Das Gericht wertete die fraglichen Zahlungen damals als ungerechtfertigte Bereicherung nach russischem Handelsrecht.

VK verfolgt mit der Klage gegen Apple eine ähnliche Strategie und versucht, Entscheidungen ausländischer Unternehmen über die russische Gerichtsbarkeit anzufechten. Offen bleibt, inwieweit das Moskauer Schiedssystem Apple tatsächlich zu einer Umsetzung seiner Urteile zwingen kann, da das Unternehmen seine Präsenz auf dem russischen Markt bereits deutlich reduziert hat.

Via: https://www.techradar.com

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Michael Reimann

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