Bislang sind hochwertige VR- und XR-Headsets teuer. Neue OLED-Technologie von TCL könnte das ändern und hochwertige Displays erschwinglicher machen.
Viele, die sich für Virtual- und erweiterte Realität interessieren, schätzen die erstklassigen Displays von Premium-Headsets wie dem Vision Pro von Apple, ohne bereit zu sein, den hohen Preis von 3.500 US-Dollar (3.699 Euro) zu zahlen. Im Vision Pro sowie dem kürzlich vorgestellten Samsung Galaxy XR kommt Micro-OLED-Technologie zum Einsatz, die unter anderem mit besserem Kontrast, tieferen Schwarzwerten und einer klareren Bewegungsdarstellung im Vergleich zu günstigeren LCD-Panels wie etwa im Meta Quest 3 punktet. Im Vergleich wird deutlich, wie sehr das Display die Nutzererfahrung beeinflusst.
Zudem sind OLED-Panels energieeffizient, weil einzelne Pixel separat ein- oder ausgeschaltet werden können. Das könnte die Akkulaufzeit künftiger VR-Headsets verlängern – ein Bereich, in dem selbst teure Geräte wie das Vision Pro noch Verbesserungsbedarf haben.
Bisher galten Micro-OLED-Panels als teuer und schwierig herzustellen. Das führte bislang dazu, dass Spitzenmodelle wie das Vision Pro sich beim Preis deutlich über der Masse positionieren. Nun hat TCL ein neues OLED-Panel vorgestellt, das speziell für XR-Headsets konzipiert ist. Zwar handelt es sich nicht um Micro-OLED, dafür aber um das laut Anbieter „hochauflösendste OLED-auf-Glas-Display“ bislang.
Die Anzeigeschärfe liegt bei einer Auflösung von 2.560 x 2.740 Bildpunkten. Damit bietet das TCL-Panel mehr als das Meta Quest 3 mit seinen 2.064 x 2.208 Pixeln, aber weniger als das Micro-OLED des Vision Pro mit 3.660 x 3.200 Pixeln. Dennoch ist die Pixeldichte mit 1.512 ppi hoch genug, um es für moderne Linsentechnologien interessant zu machen.
Laut TCL ermöglicht die hohe Pixeldichte den Einsatz sogenannter Pancake-Linsen statt der sonst üblichen Fresnel-Objektive. Das führt zu geringerer Verzerrung und klareren Bildern in VR-Anwendungen. Bisherige Headsets mit klassischem OLED, etwa Sonys PSVR 2, konnten diese Vorteile wegen ihrer geringeren Auflösung nicht nutzen.
Die neue Displaytechnik könnte zum Mittelweg zwischen günstigen LCD- und teuren Micro-OLED-Modellen werden. Das Ziel: Headsets mit besserer Bildqualität als LCD-Modelle bei deutlich geringeren Herstellungskosten. So könnten XR-Headsets entstehen, die sich qualitativ zwischen Meta Quest 3 und Apple Vision Pro einordnen – und deutlich mehr Menschen zugänglich sind.
Ob und wann TCLs OLED-Panel tatsächlich in marktreife Produkte einzieht, bleibt abzuwarten. Noch ist unklar, wie hoch die Serienkosten ausfallen oder wie hell das Display tatsächlich ist. Fest steht lediglich: Das Panel bietet ein Kontrastverhältnis von 1.000.000:1, eine Bildwiederholrate von 120 Hertz und deckt 110 Prozent des erweiterten Farbraums ab. Sollte sich diese Technologie am Markt durchsetzen, könnten künftig erheblich günstigere, aber dennoch leistungsstarke Premium-Headsets verfügbar werden.
Via: https://gizmodo.com
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