Apple könnte auf längere Sicht ein eigenes System entwickeln, das direkt mit OpenClaw konkurriert. Dabei geht es um eine KI, die Software vollständig eigenständig für Euch bedient.
Gerücht: Apple arbeitet an agentischer KI
Der Bloomberg‑Journalist Mark Gurman geht davon aus, dass Apple irgendwann einen direkten Gegenentwurf zu OpenClaw vorstellen könnte. OpenClaw ist ein agentisches KI‑System, das Software im Auftrag der Benutzer:innen selbstständig bedienen kann. In seinem Newsletter „Power On“ schreibt Gurman, er erwarte ein System, das iPhone‑, iPad‑ und Mac‑Programme vollständig im Namen der Nutzer:innen steuert.
Diese Einschätzung knüpft an Aussagen von Mike Rockwell an, dem Leiter der Siri‑Entwicklung bei Apple. Rockwell sprach nach der WWDC‑Keynote in der vergangenen Woche über die neue technische Grundlage von Siri und deutete an, dass hier noch Spielraum für deutlich erweiterte Funktionen besteht.
Neue Siri‑Architektur als Grundlage
Rockwell beschrieb das neue Fundament des Assistenten als „eine vollständig moderne Architektur“, die mit Blick auf Erweiterbarkeit entwickelt worden sei. Er erklärte den Unterschied zwischen heutigen Assistenten und agentischer KI so: Ein Agent sei etwas, das in einer Schleife arbeite, Informationen empfange, Entscheidungen treffe und dann Aktionen ausführe. Siri sei heute in erster Linie an einzelnen Anfragen orientiert.
Gleichzeitig betonte Rockwell, dass die zugrunde liegende Architektur von Siri bereits jetzt modern aufgebaut sei. Dadurch habe Apple die Möglichkeit, den Assistenten in Zukunft zu erweitern, und diese Fähigkeit sei „sehr ähnlich“ zu dem, was agentische Systeme leisten können. Konkrete Ankündigungen machte er jedoch nicht.
Auch Softwarechef Craig Federighi äußerte sich zu diesem Themenfeld. Der Senior Vice President für Softwareentwicklung erkannte die Bedeutung der Kategorie an, sprach aber von einem experimentellen Bereich. Seiner Darstellung nach steht für Apple weiterhin im Vordergrund, die passende Nutzererfahrung zu finden. Er vermied es gleichzeitig, Apples möglichen Einstieg in diesen Bereich grundsätzlich auszuschließen.
Agentische KI wäre deutlicher Schritt über Siri hinaus
Die kommende Siri‑Version basiert erstmals vollständig auf einem großen Sprachmodell und bleibt dennoch ein anfragebasiertes System. Benutzer:innen formulieren also weiterhin konkrete Befehle oder Fragen, auf die Siri reagiert. Von einer KI, die eigenständig komplette Computer‑Arbeitsabläufe übernimmt, ist das noch ein deutlicher Abstand.
Die agentische, vollständige Computersteuerung, wie sie OpenClaw sowie vergleichbare Werkzeuge von Google und Anthropic bieten, würde eine erhebliche Erweiterung gegenüber dem darstellen, was Apple bisher angekündigt hat. Erst solche Systeme könnten eigenständig Programme öffnen, Aktionen planen und mehrschrittige Aufgaben für Euch abarbeiten, ohne dass für jeden Schritt ein eigener Sprachbefehl nötig wäre.
Ob und wann Apple diesen Weg tatsächlich geht, ist offen. Gurmans Einschätzung und die vorsichtig formulierten Aussagen von Rockwell und Federighi zeigen jedoch, dass Apple die Entwicklung in diesem Bereich genau im Blick behält.

