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PC-Hersteller sind dem MacBook Neo nicht gewachsen

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Mit dem MacBook Neo greift Apple erstmals direkt den günstigen Laptop-Markt an. Die Reaktionen großer PC-Hersteller zeigen, wie unvorbereitet die Branche darauf ist.

Asus und die falsche Einordnung des MacBook Neo

Das MacBook Neo ist da – und kaum vorgestellt, sorgt es bereits für ungeschickte Aussagen aus der Windows-Welt. Auf der jüngsten Gewinnmitteilung von Asus nannte Finanzchef Nick Wu das neue Apple-Notebook mit seinem Einstiegspreis von 699 Euro einen „Schock für den gesamten Markt“.

Wu räumte ein, Asus habe schon 2025 erste Hinweise auf das Projekt erhalten. Ähnlich dürften viele von Euch Gerüchte zu einem MacBook mit iPhone-Chip gehört haben. Trotzdem wirken Asus und andere PC-Hersteller nun unvorbereitet. Wu ordnete das Neo vor allem als Gerät für „Inhaltskonsum“ ein. Und verglich es wegen der 8 GB Arbeitsspeicher mit einem Tablet, das hauptsächlich zum Anschauen von Inhalten genutzt werde.

Diese Sicht blendet aus, dass Apple mit dem Neo klar in den Massenmarkt einsteigt. Ein günstiges, leistungsfähiges und buntes Notebook, das klassische Windows-Laptops ebenso adressiert wie Chromebook-Flotten an Schulen. Apple kann dabei auf seine Fertigung, das eigene Design und die weitgehende Kontrolle über Hard- und Software setzen. Dass führende PC-Manager:innen das Neo trotzdem als reines Streaming-Gerät abtun, erinnert an frühere Fehleinschätzungen rund um das angeblich zu schwache MacBook Air oder das iPhone.

Alltagsnutzung statt „Netflix-Maschine“

Die Einordnung des MacBook Neo als Konsumgerät passt auch nicht zu den tatsächlichen Nutzungsgewohnheiten. Laut einer CNET-Umfrage aus dem Jahr 2025 verwenden 52 Prozent der Laptop-Besitzer:innen ihre Geräte vor allem zum Erstellen und Anzeigen von Dokumenten. 35 Prozent gaben Streaming und das Anschauen von Serien und Filmen an. Dahinter folgen kreative Aufgaben, Lernen, Prüfungen und organisatorische Tätigkeiten.

Genau diese Alltagsaufgaben beherrscht das Neo laut Bericht problemlos – wenn auch mit Abstrichen bei anspruchsvollerer Kreativarbeit. Es bringt zudem ein gutes Trackpad, ein helles, farbenfrohes Display, eine solide Tastatur und ordentliche Lautsprecher mit, also Punkte, bei denen viele günstige Windows-Laptops traditionell sparen. Anders als ein iPad läuft darauf macOS, das im Vergleich zu Windows dafür bekannt ist, mit weniger Arbeitsspeicher auszukommen.

Hinzu kommt eine angespannte RAM-Situation am Markt, die dazu führen könnte, dass neue Windows-Laptops weiterhin mit 8 GB starten. Steigende Speicherpreise spielen Apple mit seiner vertikal integrierten Lieferkette in die Karten. Selbst wenn PC-Hersteller die technischen Daten erreichen, wird es schwer, den Preis zu halten.

Benchmarks, Antworten der Konkurrenz und die Preisfrage

Wie viel Leistung das MacBook Neo fürs Geld bietet, zeigen Benchmarks: In Single-Core-Tests, die typische Alltagsaufgaben gut abbilden, schlägt der A18‑Pro‑Chip viele Windows-Laptops. Dazu zählt auch der neue Intel-Panther-Lake-Prozessor im Asus Zenbook Duo, das in der getesteten Ausführung 2.400 US‑Dollar kostet.

Das Zenbook Duo mit zwei Displays ist für aufwendige Foto- und Videobearbeitung oder anspruchsvolle Spiele besser geeignet, kostet aber etwa das Vierfache. Für die meisten Standardaufgaben kann das Neo mithalten – trotz 8 GB RAM. Der Autor des Originalberichts sieht darin eine Blamage für eine ganze Klasse günstiger Windows-Geräte und erwartet weiteren Druck, falls es keine überzeugende Antwort in der 700 Euro Klasse gibt.

Bei Anfragen an mehrere Hersteller fielen die Reaktionen zurückhaltend aus. Gigabyte-Marketingdirektor Howard Chiu erklärte, das Unternehmen verfolge derzeit keine Laptops im Segment des Neo; das Gaming-Modell Gigabyte A16 markiere die untere Grenze. Gigabyte konkurriert damit faktisch nicht direkt mit Apple.

Dell verwies über Pressesprecherin Nathalia Romano auf eine CES-Keynote von COO Jeff Clarke. Clarke kündigte ein neues XPS 13 mit dem bislang „zugänglichsten“ Preis der Serie an und betonte das Ziel, alle Preispunkte mit guten Produkten abzudecken. Bei rund 799 Euro bietet Dell aktuell jedoch nur ein 15‑Zoll‑Notebook mit dunklem 16:9‑Display, Plastikgehäuse, drei Jahre altem Intel‑Chip und 8 GB RAM unter Windows 11 an.

Damit wird deutlich, worum es geht. Nicht nur um Benchmark-Werte oder Speichergrößen, sondern um bezahlbare Laptops, die sich im Alltag nicht wie ein Kompromiss anfühlen. Genau hier platziert Apple das MacBook Neo – und alle, die das unterschätzen, riskieren, eine wichtige Kund:innengruppe an den Apple Store zu verlieren.

Via: https://www.theverge.com

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Tags: Budget‑Notebook, Gigabyte, Apple, Zenbook Duo, RAM, Dell, Asus, A18 Pro, Windows Laptops, MacBook Neo

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