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Palantir warnt vor Folgen von Einwanderungsregeln für eigene Personalplanung

Palantir weist in einem neuen Börsenbericht darauf hin, dass strengere Einwanderungsregeln die Personalgewinnung erschweren könnten. Gleichzeitig liefert das Unternehmen zentrale Technik für Abschiebungsmaßnahmen der US-Regierung unter Donald Trump.

Palantir sieht Einwanderungspolitik als Geschäftsrisiko

In seinem aktuellen Geschäftsbericht an die US-Börsenaufsicht SEC erklärt Palantir, dass verschärfte Einwanderungsregeln die Rekrutierung qualifizierter Fachkräfte beeinträchtigen können. Das Unternehmen beschreibt, dass Beschränkungen bei Arbeitsvisa, veränderte Antragsverfahren oder höhere Gebühren die Einstellungen erschweren und Kosten erhöhen könnten. Auch neue Vorgaben zu Art und Ort der Arbeit sowie höhere Mindestgehälter nennt Palantir als mögliche Hürden.

Der Bericht führt weiter aus, dass einschränkende Einwanderungsgesetze die Rekrutierung außerhalb der USA zusätzlich begrenzen könnten. Palantir betont, man versuche bestehende Mitarbeitende über Vergütung, Unternehmenskultur und Entwicklungsmöglichkeiten zu halten und zu motivieren. Gelinge es nicht, neues Personal zu gewinnen oder bestehende Beschäftigte zu halten, könne das Geschäft und der laufende Betrieb Schaden nehmen. Diese Aussagen stammen aus dem verpflichtenden Jahresbericht, dem sogenannten 10-K, den börsennotierte Unternehmen jährlich veröffentlichen müssen.

Gleichzeitige Zusammenarbeit mit US-Einwanderungsbehörde

Parallel zu diesen Warnungen arbeitet Palantir eng mit der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE zusammen. Interne Unterlagen zeigen, dass Palantir ICE als „etablierten“ Partner einstuft. Das Unternehmen entwickelt unter anderem ein Werkzeug mit dem Namen ELITE, das ICE dabei hilft, Stadtviertel für Razzien zu identifizieren.

In einem geleakten internen Wiki bezeichnete Palantir seine Arbeit mit ICE als Beitrag zu „Effizienz, Transparenz und Rechenschaftspflicht“ der Regierung. Zugleich räumt das Unternehmen darin ein, dass es bei Abschiebungsoperationen zu „Fehlern“ kommen werde. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Trump-Regierung mehr als 200 Menschen in ein Mega-Gefängnis in El Salvador abgeschoben. Darunter befand sich Kilmar Abrego Garcia, der nach Angaben der Unterlagen irrtümlich deportiert wurde, sowie zahlreiche Personen ohne erkennbaren Strafregistereintrag.

Im 10-K-Bericht wirkt der Hinweis auf Risiken durch Einwanderungsverschärfungen inzwischen fast routinemäßig. Viele Technologieunternehmen warnen vor Einschränkungen des H-1B-Visaprogramms, das sie für die Anstellung internationaler Fachkräfte nutzen. Das Heimatschutzministerium DHS stellt das System derzeit von einer Zufallslotterie auf ein Verfahren um, das laut Behörde höhere Qualifikation stärker gewichtet. Bei Palantir entsteht jedoch ein deutlicher Widerspruch, da das Unternehmen gleichzeitig an den Maßnahmen mitwirkt, die es nun als potenzielles Risiko benennt.

ELITE-Tool und „Entlegalisierung“ von Migrant:innen

ELITE steht für „Erweiterte Identifizierung und Zielerfassung von Hinweisen für Vollzugsmaßnahmen“ und ist eng mit Palantir verknüpft. Aus internen ICE-Unterlagen, öffentlichen Beschaffungsdokumenten und eidesstattlichen Aussagen eines ICE-Beamten geht hervor, dass die Behörde das Tool nutzt, um Stadtviertel zu fokussieren. ELITE erstellt eine Karte mit potenziellen Abschiebungszielen, zeigt zu jeder Person ein Dossier an und vergibt eine „Vertrauensbewertung“ für die angegebene aktuelle Adresse.

Diese Adressdaten stammen laut den Materialien aus verschiedenen Regierungsbehörden, darunter das Gesundheitsministerium HHS. Parallel dazu hat die Trump-Regierung den Status verschiedener Gruppen von Migrant:innen aufgehoben, die zuvor legal im Land waren. Zudem wurden Personen bei Gerichtsterminen festgenommen, obwohl sie dem regulären Einwanderungsverfahren folgten, und anschließend abgeschoben. Weitere Maßnahmen umfassten die Aussetzung der Visabearbeitung für bestimmte Länder.

Palantir hat auf eine Anfrage um Stellungnahme bislang nicht reagiert.

Via: https://www.404media.co

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Andreas Vogel

Autor Apfeltalk

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