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Netflix übernimmt Warner Bros.: Konkurrenz unter Druck

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Die geplante Übernahme von Warner Bros. durch Netflix sorgt für Unruhe im Markt der Streaming-Anbieter. Das Geschäft im Wert von 82,7 Milliarden US-Dollar (rund 76,35 Milliarden Euro) zwingt die Konkurrenz zu Veränderungen.

Wie das Streaming-Geschäft begann und sich wandelte

Zwischen 2019 und 2021 erlebte das Streaming ein rasantes Wachstum: Plattformen wie Paramount Plus, Disney Plus, Apple TV, Peacock und HBO Max starteten und forderten Netflix sowie etablierte Anbieter wie Hulu und Amazon Prime Video heraus. Neue, spezialisierte Dienste kamen hinzu, etwa Criterion Channel für Filmfans. Die Abopreise waren damals noch niedrig: Disney Plus etwa kostete bei Markteinführung 6,99 US-Dollar monatlich, inzwischen sind es 11,99 US-Dollar (mit Werbung) beziehungsweise 18,99 US-Dollar (ohne Werbung). Die Konkurrenz führte zu einer Vielzahl eigener Serien wie „Ted Lasso“, „The Mandalorian“ oder „Star Trek: Strange New Worlds“ und machte den Markt attraktiv für Nutzer:innen.

Ab 2022 änderte sich die Lage. Durch mehr Konkurrenz und das Ende des pandemiebedingten Booms blieben neue Nutzer:innen aus, viele Anbieter konnten keine Gewinne erzielen. Produktionsbudgets wurden gekürzt, auch Netflix verzeichnete erstmals seit mehr als zehn Jahren sinkende Kundenzahlen. Um Einnahmen zu sichern, führten Netflix, Disney Plus, HBO Max und Amazon Prime Video Werbeoptionen und Preiserhöhungen ein. Zusätzlich verschärften sie Maßnahmen gegen das Teilen von Passwörtern.

Aktuelle Herausforderungen für die Branche

Netflix konnte 2025 rund 25 Millionen neue Nutzer:innen gewinnen und kommt weltweit auf 325 Millionen Abonnent:innen. Bei der Konkurrenz stagnieren die Zahlen: Peacock meldete zuletzt einen Zuwachs von 3 Millionen, Paramount Plus von 1,4 Millionen und Disney Plus in den USA und Kanada 1,5 Millionen neue Kund:innen. Viele Plattformen veröffentlichen ihre Quartalszahlen gar nicht mehr.

Um neue Zielgruppen anzusprechen, setzen zahlreiche Anbieter vermehrt auf exklusive Live-Sportübertragungen. Paramount Plus etwa zeigt exklusiv die UFC, Peacock überträgt montags NBA-Spiele und Apple TV besitzt die Rechte an der Major League Soccer sowie ab März 2026 an der Formel 1. Ein weiteres Standbein ist das werbefinanzierte Streaming: Laut Marktforschungsdaten nutzen 46 Prozent der US-amerikanischen Abonnent:innen von Disney Plus, Hulu, HBO Max, Netflix, Paramount Plus, Peacock und Discovery Plus einen Tarif mit Werbung.

Ausblick: Konsolidierung und neue Allianzen

Die geplante Übernahme von Warner Bros. durch Netflix wird erhebliche Auswirkungen auf den Markt haben. Netflix hätte damit Zugriff auf Inhalte für die 325 Millionen eigenen sowie 128 Millionen HBO-Max-Abonnent:innen weltweit. Während bei 80 Prozent Überschneidung besteht, wie Netflix-Co-CEO Ted Sarandos bei einer Anhörung vor dem US-Kartellgremium betonte, sind Bündelungen künftig wahrscheinlich. Durch das Kombinieren mehrerer Dienste können Anbieter Kündigungen verringern und Preise attraktiver machen. Bereits jetzt zeigen Marktdaten, dass 80 Prozent der Nutzer:innen, die 2024 das Kombiangebot aus Disney Plus, Hulu und HBO Max abgeschlossen haben, drei Monate später noch Kunde waren.

Fusionen sind absehbar: Disney plant, Hulu vollständig in Disney Plus zu integrieren. Paramount, das zuvor um Warner Bros. geboten hatte, könnte Paramount Plus mit Peacock zusammenlegen. Das Geschäft von Netflix mit Warner Bros. steht dennoch unter kartellrechtlicher Prüfung. Es gibt Bedenken, dass die Übernahme zu höheren Preisen, Nachteilen für Kinos und eingeschränkten Arbeitsmöglichkeiten in der Medienbranche führen könnte.

Neben traditionellen Streaming-Anbietern konkurriert Netflix zunehmend mit Plattformen wie YouTube, TikTok oder Games wie Fortnite, die kostenfrei zugänglich sind. Netflix investiert in Podcasts, Kurzvideos, eine neue mobile Oberfläche und den Ausbau von Cloud-Gaming, um die Aufmerksamkeit der Nutzer:innen zu gewinnen. Dennoch bleibt YouTube laut Nielsen bereits im dritten Jahr in Folge die meistgenutzte Plattform. Auch Disney folgt neuen Trends, setzt auf KI-generierte Videos in der Disney-Plus-App und bekommt mit Josh D’Amaro im März einen neuen CEO.

Via: https://www.theverge.com

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Tags: peacock, HBO Max, Apple TV, Netflix, Streaming, Übernahme, Warner Bros, Paramount, Disney Plus

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