Netflix will Warner Bros. übernehmen – für einen Unternehmenswert von 82,7 Milliarden US‑Dollar (rund 76,5 Milliarden Euro). Der Deal könnte den Streaming-Markt deutlich verändern.
Die Transaktion zählt zu den größten Zusammenschlüssen der Film- und Serienbranche und umfasst sowohl den Dienst HBO Max als auch das HBO-Studio.
Inhalte, Abos und Finanzierung des Mega-Deals
Mit der geplanten Übernahme sichert sich Netflix den Zugriff auf bekannte Warner Bros. Reihen, darunter DC Comics Marken, „Game of Thrones“ und „Harry Potter“. Damit erweitert der Konzern sein bereits umfangreiches Angebot an Filmen und Serien deutlich.
Netflix zählte im Januar mehr als 300 Millionen zahlende Abonnent:innen. HBO Max kommt gemeinsam mit Discovery+ aktuell auf rund 128 Millionen Abos. Durch den Zusammenschluss würde einer der größten Streaming-Anbieter weltweit noch einmal erheblich wachsen.
Bemerkenswert ist auch die Größenordnung des Angebots: Netflix will 72 Milliarden US‑Dollar (rund 66,6 Milliarden Euro) investieren und übertrifft damit die gesamte Marktbewertung von Warner Bros., die zuletzt bei etwa 60 Milliarden US‑Dollar (rund 55,5 Milliarden Euro) lag. Die Transaktion soll aus einer Mischung aus Bargeld und Aktien bestehen.
Politischer und rechtlicher Gegenwind
Der Zusammenschluss dürfte genau geprüft werden. In den USA steht insbesondere die Frage im Raum, ob der Deal mit dem Kartellrecht vereinbar ist. Bereits im November hatten die Senator:innen Elizabeth Warren, Bernie Sanders und Richard Blumenthal ihre Bedenken öffentlich gemacht.
In einem Schreiben an die Kartellabteilung des Justizministeriums warnten sie, jede Vereinbarung würde „unter einer Wolke politischer Günstlingswirtschaft und Korruption“ betrachtet werden. Sie fordern eine kritische Überprüfung der geplanten Übernahme.
Auch aus der Branche selbst kommen Warnungen. Laut einem Bericht der Fachzeitschrift „Variety“ hat eine anonyme Gruppe einen Brief an den US‑Kongress geschickt. Darin ruft sie dazu auf, die Netflix‑Offerte öffentlich abzulehnen.
Zeitplan und Ausgangslage bei Warner Bros. Discovery
Warner Bros. Discovery hatte sich im Oktober offiziell zum Verkauf gestellt. Hintergrund sind ein hoher Schuldenstand und eine enttäuschende Entwicklung im Streaming-Geschäft. Medienberichten zufolge zeigten mehrere Unternehmen Interesse, zeitweise galt Paramount als Favorit.
Damit die Übernahme durch Netflix vollzogen werden kann, muss Warner Bros. Discovery zunächst die Abspaltung von Discovery Global umsetzen. Dazu gehört ein Paket an Pay-TV-Sendern, darunter TNT und CNN. Erst nach dieser Trennung kann die Transaktion abgeschlossen werden.
Die Unternehmen rechnen damit, den Kauf im dritten Quartal 2026 abzuschließen. Insgesamt soll der Prozess, einschließlich aller Genehmigungen, innerhalb von 12 bis 18 Monaten abgewickelt werden.
Bildquelle Netflix
