Die NASA stellt ihr Artemis-Programm grundlegend um und verschiebt die geplante Mondlandung. Stattdessen rückt 2027 ein weiterer Testflug mit kommerziellen Landern in den Fokus.
Die US-Raumfahrtbehörde passt ihre Artemis-Missionen an und plant für 2027 einen zusätzlichen Flug. NASA-Administrator Jared Isaacman kündigte an, dass dabei kommerzielle Mondlander von SpaceX und/oder Blue Origin erprobt werden sollen. Diese neue Mission übernimmt den Platz von Artemis 3, bei der ursprünglich die erste bemannte Mondlandung seit 1972 vorgesehen war.
Im Rahmen dieses Flugs will die NASA auch einen neuen Raumanzug testen, den Axiom Space entwickelt. Damit verlagert die Behörde einen Teil der zuvor für Artemis 3 geplanten Premiere auf eine eigenständige Testmission. So sollen zentrale Technologien und Abläufe überprüft werden, bevor wieder Menschen auf der Mondoberfläche landen.
Der neu gestaltete Plan sieht vor, dass die überarbeitete Mission Artemis 3 der NASA ermöglicht, mindestens einen der Mondlander zunächst im vergleichsweise sicheren niedrigen Erdorbit zu testen. Erst danach soll die eigentliche Rückkehr von Astronaut:innen auf den Mond erfolgen. Diese bemannte Landung ist nun im Rahmen von Artemis 4 für irgendwann im Jahr 2028 vorgesehen.
Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass im selben Jahr eine weitere Mission stattfinden könnte. Laut CBS News reagiert die NASA damit auf eine Einschätzung des Luft- und Raumfahrtsicherheitsbeirats der Behörde. Dieser hatte den bisherigen Missionsplan als zu riskant eingestuft.
Isaacman betonte, die NASA müsse ihren Ansatz vereinheitlichen, die Startfrequenz auf sichere Weise erhöhen und die Vorgaben der nationalen Raumfahrtpolitik des US-Präsidenten umsetzen. Angesichts eines zunehmend glaubwürdigen Wettbewerbs durch große geopolitische Rivalen müsse die Behörde schneller arbeiten, Verzögerungen abbauen und ihre Ziele erreichen.
Er verwies dabei auf die Vorgehensweise während des Apollo-Programms. Eine standardisierte Fahrzeugkonfiguration, eine höhere Zahl an Flügen und ein schrittweises, logisch aufgebautes Vorgehen hätten 1969 die damaligen Erfolge ermöglicht. Nach derselben Strategie wolle die NASA nun erneut vorgehen.
Die Umplanung fällt in eine Phase, in der bereits Artemis 2 von mehreren Verzögerungen betroffen ist. Die Schwerlastrakete Space Launch System (SLS) zeigt sich erneut störanfällig. Die NASA hatte ursprünglich einen Start von Artemis 2 für Anfang Februar vorgesehen, musste den Termin jedoch verschieben.
Auslöser war ein Wasserstoffleck, das während eines Betankungstests entdeckt wurde. In der Folge verschob die Behörde die Mission erneut, um Ingenieur:innen Zeit für die Behebung eines Problems mit der Heliumdruckbeaufschlagung in der Oberstufe der SLS zu geben. Nach aktuellem Stand kann Artemis 2 frühestens am 1. April starten.
Via: https://www.engadget.com
Titelbild: Nasa
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