Die NASA hat einen wichtigen Betankungstest für die Mission Artemis II abgeschlossen und verschiebt den frühestmöglichen Starttermin in ein Startfenster im März. Grund sind technische Nacharbeiten und eine umfassende Datenauswertung.
In den frühen Morgenstunden des Dienstags beendete die NASA eine sogenannte Nassgeneralprobe für den Artemis-II-Testflug. Dabei wurden kryogene Treibstoffe in die Tanks des Weltraumstartsystens (Space Launch System, SLS) gefüllt, ein Team zur Startrampe geschickt, um das Raumschiff Orion für den Abschluss vorzubereiten, und die Rakete anschließend wieder sicher entleert. Diese Nassgeneralprobe ist ein Test vor dem eigentlichen Start, bei dem die Rakete vollständig betankt wird, um mögliche Probleme zu erkennen und vor einem realen Start zu beheben.
Die Ingenieur:innen arbeiteten sich während des zweitägigen Tests durch mehrere Herausforderungen und erreichten viele der geplanten Ziele. Um die gewonnenen Daten gründlich auszuwerten und eine zweite Nassgeneralprobe durchführen zu können, peilt die NASA nun den März als frühestmögliche Startgelegenheit für den Flugtest an.
Der etwa 49-stündige Countdown begann am 31. Januar um 20:13 Uhr Ortszeit an der US-Ostküste. Im Verlauf und während der Betankungsarbeiten am 2. Februar beobachteten die Ingenieur:innen genau, wie sich die kalten Wetterbedingungen am Weltraumzentrum Kennedy auf die Systeme auswirkten, und setzten Verfahren ein, um die Hardware zu schützen. Die niedrigen Temperaturen verzögerten den Beginn der Betankung, weil einige Schnittstellen zunächst auf zulässige Temperaturen gebracht werden mussten, bevor das Laden des Treibstoffs starten konnte.
Während der Betankung verbrachte das Team mehrere Stunden damit, ein Flüssigwasserstoff-Leck an einer Schnittstelle zu beheben, über die der kryogene Treibstoff in die Zentralstufe der Rakete geleitet wird. Diese Arbeiten warfen den Countdown zeitlich zurück. Die Versuche zur Behebung des Problems umfassten das Stoppen des Zuflusses von Flüssigwasserstoff in die Zentralstufe, das Erwärmen der Schnittstelle, damit sich die Dichtungen neu setzen, sowie Anpassungen der Treibstoffzufuhr.
Trotz dieser Schwierigkeiten konnten alle Tanks sowohl der Zentralstufe als auch der vorläufigen kryogenen Antriebsstufe vollständig gefüllt werden. Anschließend wurde ein Fünf-Personen-Team zur Startrampe geschickt, um die Abschlussarbeiten an Orion durchzuführen. Erstmals probten die Ingenieur:innen im Rahmen des Tests auch den terminalen Countdown und zählten bis auf etwa fünf Minuten vor dem geplanten Start herunter, bevor der Startsequenzrechner am Boden den Countdown automatisch stoppte. Auslöser war ein sprunghafter Anstieg der Leckrate von Flüssigwasserstoff.
Zusätzlich zu diesem Leck musste ein Ventil im Zusammenhang mit der Druckbeaufschlagung der Luke des Orion-Crewmoduls, das kürzlich ersetzt worden war, nachgezogen werden, und die Abschlussarbeiten dauerten länger als vorgesehen. Die Kälte beeinträchtigte mehrere Kameras und andere Geräte zwar nicht direkt bei der Nassgeneralprobe, hätte am Starttag aber zusätzliche Aufmerksamkeit erfordert. Außerdem hatte das Team in den Wochen vor dem Test Ausfälle in den Audio-Kommunikationskanälen zwischen den Bodenteams untersucht, von denen mehrere während der Nassgeneralprobe erneut auftraten.
Mit dem Wechsel in ein Startfenster im März werden die Artemis-II-Astronaut:innen zunächst aus der Quarantäne entlassen, die sie am 21. Januar in Houston begonnen hatten. Sie werden daher, anders als vorläufig geplant, am Dienstag nicht zum Weltraumzentrum Kennedy in Florida reisen. Die Crew geht etwa zwei Wochen vor der nächsten angepeilten Startgelegenheit erneut in Quarantäne.
Beim Test setzten die Teams aktualisierte Verfahren um, um die Hohlräume des Orion-Service-Moduls während der Abschlussarbeiten mit Atemluft statt mit gasförmigem Stickstoff zu spülen. So soll sichergestellt werden, dass das Team, das der Besatzung beim Einsteigen hilft und die Orion-Luken schließt, sicher im sogenannten Weißen Raum arbeiten kann.
Mit dem möglichen Startfenster im März wollen die Teams nun alle Testdaten vollständig auswerten, jede identifizierte Ursache beheben und dann zu weiteren Tests zurückkehren, bevor ein offizielles Startdatum festgelegt wird. Die Sicherheit der Besatzung bleibt dabei die höchste Priorität, damit die NASA-Astronaut:innen Reid Wiseman, Victor Glover und Christina Koch sowie der Astronaut der Kanadischen Weltraumagentur Jeremy Hansen ihre Mission sicher beenden und zurückkehren.
Neben einer Stellungnahme von NASA-Administrator Jared Isaacman, die am Dienstag veröffentlicht wurde, wollen Führungskräfte der Behörde die ersten Ergebnisse der Nassgeneralprobe in einer Pressekonferenz um 13 Uhr EST (19 Uhr MEZ) vorstellen. Zuvor war ein Beginn um 12 Uhr vorgesehen. Die NASA überträgt die Pressekonferenz live auf ihrem Kanal bei YouTube.
Im Dauerlivestream kann man die Rakete außerdem auf Startplattform 39B beobachten:
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Mehr InformationenVia: https://www.nasa.gov
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