Microsoft hat auf der Game Developers Conference (GDC) 2026 erstmals ausführlich über die nächste Xbox gesprochen, Codename „Project Helix“. Vieles ist nun klarer, eine entscheidende Frage bleibt aber offen.
In einem Vortrag von Jason Ronald, Vizepräsident für die nächste Xbox-Generation, kündigte Microsoft an, dass „Alpha-Versionen“ der neuen Konsole im kommenden Jahr an Entwickler:innen ausgeliefert werden sollen. Gemeint sind spezielle Entwicklungskits, auf denen Studios ihre Spiele testen und optimieren können, bevor die Hardware in den Handel kommt.
Solche Dev-Kits entsprechen in Leistung und Funktionen weitgehend der späteren Konsole, sehen äußerlich aber oft ganz anders aus. Alle großen Hersteller wie Sony, Microsoft und Nintendo stellen ihren wichtigsten Partnern solche Geräte zur Verfügung, damit Drittanbieter-Titel auf den jeweiligen Plattformen zuverlässig laufen. Auch beim Xbox Series X-Start gingen die Dev-Kits nur wenige Monate vor Marktstart an die Studios.
Offiziell gibt es für Project Helix noch kein Veröffentlichungsdatum. Blickt man auf den Zeitplan der Xbox Series X zurück, lässt sich nur ableiten, dass ein Marktstart Ende 2027 oder Anfang 2028 plausibel wäre, falls Microsoft einen ähnlichen Rhythmus wählt.
Project Helix soll sowohl Xbox- als auch PC-Spiele unterstützen. Das bestätigte die neue Xbox-Chefin Asha Sharma, die erklärte, die Konsole werde „Eure Xbox- und PC-Spiele“ abspielen. Technisch deutet das auf eine Variante von Windows 11 hin, das bereits heute die Basis des Xbox-Betriebssystems bildet. Neu ist der klare Anspruch, „PC-Spiele“ direkt zu unterstützen.
Damit liegt nahe, dass nicht nur Titel aus der Xbox-PC-App laufen könnten, sondern auch Spiele aus anderen PC-Plattformen. Microsoft hat bereits mit den Asus-ROG-Xbox-Ally-Handhelds gezeigt, dass Xbox-Markenhardware Zugang zu Anbietern wie Steam ermöglichen kann. Parallel kündigte Ronald einen „Xbox-Modus“ für Windows 11 an, der ab April ausgerollt werden soll und ein vollflächiges, Controller-optimiertes Xbox-Erlebnis bieten soll, das der bekannten Konsolenoberfläche ähnelt.
Hardwareseitig setzt Project Helix erneut auf AMD. Microsoft bestätigte ein gemeinsam mit AMD entwickeltes, kundenspezifisches System-on-Chip, das auf die nächste Generation von DirectX und AMDs Upscaling-Technik FidelityFX Super Resolution (FSR) ausgelegt ist. DirectX dient als zentrale Schnittstelle, über die Spiele auf Grafik- und Audiofunktionen der Hardware zugreifen, ohne dass Entwickler:innen jede Komponente einzeln ansteuern müssen.
FSR steigert die Leistung, indem Spiele intern in niedrigerer Auflösung gerendert und anschließend per KI-Algorithmus hochskaliert werden. Aktuelle FSR-Versionen unterstützen unter anderem Frame-Generierung und verbesserte Lichtberechnung. Ronald stellte in seinem Vortrag vor allem verbesserte Raytracing-Fähigkeiten und flüssige Bildraten in den Mittelpunkt, ohne konkrete Spezifikationen zu nennen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist Xbox Play Anywhere. Microsoft will die Grenzen zwischen Konsole und PC weiter abbauen und eine einheitliche Spielerfahrung über verschiedene Geräte hinweg schaffen. Dadurch sollen separate PC- und Xbox-Versionen vieler Spiele überflüssig werden und Entwicklungskosten sinken. Bereits jetzt gibt es mehr als 1.500 Play-Anywhere-Titel, künftig sollen es deutlich mehr werden.
Völlig ungeklärt ist bislang der Preis. Microsoft äußert sich dazu noch gar nicht, auch weil der endgültige Name der Konsole noch fehlt. Leaks sprechen von 999 bis 1.200 US-Dollar (rund 915 bis 1.100 Euro), was Project Helix klar in ein Hochpreissegment rücken würde. Diese Spanne passt zu Sharmas Aussage, das System werde „bei der Leistung führend“ sein, würde es für viele potenzielle Käufer:innen jedoch schwer zugänglich machen.
Angesichts rückläufiger Xbox-Verkaufszahlen, dem Führungswechsel nach dem Rücktritt von Phil Spencer und dem Weggang von Sarah Bond sowie den Diskussionen um Nachfolgerin Asha Sharma steht Microsoft unter Druck. Ob Project Helix die Trendwende schafft, bleibt offen. Klar ist nur: Ohne frühzeitige Hinweise auf die anvisierte Preisklasse bleiben Befürchtungen in der Community bestehen, dass die nächste Xbox für viele zu teuer sein könnte.
Via: https://www.techradar.com
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