Ein großer Teil der Akkulaufzeit eines Macs ist durch Herstellung und Technik vorgegeben. Trotzdem könnt Ihr mit einigen Funktionen die Nutzungsdauer Eures Akkus spürbar verlängern – manches lohnt den Aufwand jedoch kaum.
Apple erweitert die Funktionen zur Akkugesundheit nach und nach, zuletzt mit macOS 26.4. Viele wichtige Optionen findet Ihr in den Systemeinstellungen im Bereich „Batterie“, inklusive passender Diagramme.
Ganz oben seht Ihr den aktuellen Akkuzustand in Klartext, etwa „normal“ oder „Service empfohlen“. Tippt Ihr auf das eingekreiste „i“, bekommt Ihr weitere Details angezeigt, zum Beispiel den Zustand und die maximale Kapazität.
Bei einem drei Jahre alten MacBook Pro liegt die maximale Kapazität im Beispiel bei 83 Prozent, was weiterhin als normal gilt. Diese Anzeige hilft Euch, den Verschleiß Eures Akkus besser einzuschätzen.
Neben dem Punkt „Laden“ könnt Ihr über das „i“ die Funktion „Optimiertes Laden“ aktivieren, die Ihr vielleicht schon vom iPhone, der Apple Watch oder den AirPods kennt. Euer Mac wird dann nicht dauerhaft auf 100 Prozent gehalten, sondern zunächst nur bis etwa 80 Prozent geladen.
Anschließend schätzt das System, wann Ihr Euren Mac üblicherweise benötigt, und lädt erst kurz davor auf 100 Prozent. Wenn Ihr den Mac zum Beispiel täglich um 7:30 Uhr mitnehmt, bleibt er über Nacht bei 80 Prozent und erreicht erst gegen 7 Uhr die volle Ladung. Im Alltag merkt Ihr davon in der Regel nichts.
Zusätzlich gibt es die Funktion „Ladelimit“. Sie begrenzt, wie weit der Akku maximal geladen wird. Lithium-Ionen-Akkus werden vor allem im Bereich nahe 100 Prozent stärker belastet, weil das Nachladen mehr Wärme erzeugt und die Zellen schneller altern lässt.
Begrenzt Ihr Euren Akku etwa auf 95, 90 oder 80 Prozent, arbeitet er effizienter, wird weniger heiß und hält langfristig länger. Für Reisen oder intensive Nutzung könnt Ihr das Ladelimit vorübergehend ausschalten, damit der Mac einmalig voll lädt; danach wird die Begrenzung automatisch wieder aktiviert.
Dieses Ladelimit ist mit macOS 26.4 auf den Mac gekommen und lässt sich für Power-User:innen sogar über Kurzbefehle steuern.
Je nach Mac-Modell könnt Ihr Netzteile mit bis zu 140 Watt Leistung verwenden, aber auch schwächere Ladegeräte. Niedrigere Leistung bedeutet lediglich langsameres Laden, was nicht allen Nutzer:innen bewusst ist.
Mit macOS 26.4 warnt Euch macOS nun, wenn ein angeschlossenes Ladegerät zu schwach ist, etwa ein kleines 5-Watt-USB-Netzteil, das eher fürs iPhone gedacht ist. In der Menüleiste erscheint dann ein Hinweis auf langsames Laden, und auch in den Batterie-Einstellungen seht Ihr die verzögerte Ladung grafisch dargestellt.
Am anderen Ende stehen Schnelllade-Netzteile, etwa das 140-Watt-Netzteil des 16‑Zoll‑MacBook Pro, das rund 50 Prozent Ladung in etwa 30 Minuten ermöglicht. Viele fragen sich, ob das dem Akku schadet, weil hohe Leistung mehr Wärme erzeugt.
Grundsätzlich zieht der Mac nur so viel Leistung, wie er benötigt. Ein MacBook Air nimmt an einem 140-Watt-Netzteil nicht die volle Leistung auf und wird dadurch nicht beschädigt. Auch ein 16‑Zoll‑MacBook Pro ruft die maximale Leistung nur über einen begrenzten Bereich der Ladekurve ab, um Schäden zu minimieren.
Entscheidend ist eher die entstehende Wärme als die reine Wattzahl. Das System überwacht die Temperaturen und reduziert bei hoher Last oder warmen Umgebungen die Leistungsaufnahme automatisch, selbst wenn das Netzteil mehr liefern könnte. Der zusätzliche Verschleiß durch Schnellladen bleibt insgesamt gering.
Wenn Ihr Wert auf Akkugesundheit legt, bringt es mehr, „Optimiertes Laden“ oder das Ladelimit zu nutzen, als auf Schnellladen zu verzichten. Gleichzeitig bleibt Euch so die praktische Möglichkeit, den Mac bei Bedarf rasch aufzuladen. Im Beispiel liegt ein 2023er 16‑Zoll‑MacBook Pro nach über zwei Jahren Fast-Charging-Nutzung noch bei 83 Prozent Akkugesundheit.
Oft kommt auch die Frage auf, ob Ihr den Mac dauerhaft am Netz lassen dürft, etwa an einem Studio Display XDR mit Thunderbolt-Stromversorgung. Laut Apple ist das unproblematisch, denn moderne MacBooks laufen bei angeschlossenem Netzteil im Wesentlichen direkt über die externe Stromversorgung.
Damit vermeiden sie den sogenannten „Battery Float“, bei dem Akku gleichzeitig geladen und entladen wird, was auf Dauer schädlich wäre. Schon seit vielen Jahren reduziert Apple so den Verschleiß bei dauerhafter Nutzung am Netz.
Trotz aller Maßnahmen wird jeder Akku irgendwann das Ende seiner Lebensdauer erreichen. Akkus sind Verbrauchsteile, die sich auch bei vorsichtiger Nutzung nicht dauerhaft vor einem Austausch bewahren lassen.
Apple macht den Wechsel vergleichsweise unkompliziert. Selbst beim teuersten MacBook kostet ein Akkutausch 289 Euro und wird je nach Modell günstiger. Mit AppleCare One oder AppleCare+ ist der Austausch kostenlos, wenn die Kapazität unter 80 Prozent fällt.
Wer sich zutraut, kann den Akku auch in Eigenregie tauschen und Kosten sparen. Apple und Drittanbieter stellen passende Komponenten und Werkzeuge zur Verfügung. Apple unterstützt zudem weiterhin offizielle Akkutausche für fast zehn Jahre alte MacBooks.
Unterm Strich helfen Euch die eingebauten Funktionen wie Optimiertes Laden, Ladelimit und die neuen Hinweise zu Ladegeräten dabei, entspannter mit dem Thema Akkugesundheit umzugehen. Mit einigen einfachen Einstellungen holt Ihr über Jahre hinweg zuverlässig viel aus Eurem Mac-Akku heraus.
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Via: https://appleinsider.com
Titelbild: Apple
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